Itala: Erlebnisse in einem Wildreservat in KwaZulu-Natal Reisebericht ------------------------------------------------Wolfgang Brugger Verlag Dillingen andere Suchworte: Reisen, Reisebücher, Buecher, travel books, books, leisure, Touristik, Tourismus, Abenteuer, Erlebnis, Wohnmobil, Caravan, Reisemobil, Camping, Türkei, Portugal, Hessen, Ungarn, Ostdeutschland, Südafrika, South Africa, Zimbabwe, Botswana, Namibia, Swaziland, Mecklenburg, Vorpommern, Reiseliteratur, Literatur, Sahara, Jemen, Normandie, Bretagne USA Amerika

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Ein Reisebericht


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Dieser kurze Reisebericht konnte wegen Platzmangels nicht mehr ins Buch „Erlebnis Südliches Afrika" aufgenommen werden und wird deshalb hier im Rohzustand - unbearbeitet - präsentiert.

Erlebnisse in einem Wildreservat in KwaZulu-Natal (Republik Südafrika)

Autor: Wolfgang Brugger 

Mitten in der voralpenähnlichen Landschaft steht ein reetgedecktes 
Tor, abgesperrt durch eine Schranke. Ein freundlicher Zulu in 
Nationalparksuniform nimmt uns nach einer herzlichen Begrüßung 
die Eintrittsgebühren für das Itala Wildreservat ab und gibt uns eine 
kopierte Landkarte mit, damit wir den Weg zum Camp finden. "Das 
stinkt hier aber mächtig", behaupte ich, mit einem besorgten Blick zu 
meinem VW Passat. "Keine Angst, das kommt nur von den heißen 
Bremsen. Alle Autos, die bis hierher den steilen Abhang herunter 
gekommen sind, stinken. Das verliert sich wieder", klärt uns der 
Wachposten auf.

Von Louwsburg, dem nächstgelegenen Ort außerhalb des Parkes, 
ging es erst einmal mehrere Meter den Steilabfall der Nordnataler 
Berge hinunter auf mittlere Höhe, wo auch das einsame Eingangstor 
steht, von dem aus die einzige Teerstraße des Parks auf steil 
ansteigender Straße direkt zum Camp hinauf führt. Dieses liegt 
versteckt und von unten uneinsehbar, mitten zwischen Hügeln am 
oberen Rand eines buschbewachsenen Berges, Ntshondwe genannt. 
So heißt denn auch das luxuriöse Camp, das wir für drei Nächte 
bewohnen werden.

Das "Flaggschiff des Natal Parks Board (NPB)" wird dieses Camp 
inoffiziell genannt. Darauf kann die Naturschutz- Organisation der 
Provinz Natal sicherlich stolz sein. Als wir vor einigen Jahren das 
Mkuze Wildreservat, das auch unter der Leitung des NPB steht, 
besuchten, und dort einen der Ranger fragten, wo er denn Urlaub 
machte, da kam die Antwort: "Im schönsten Reservat, das wir haben: 
Itala". Das erklärt auch, warum wir seit drei Jahren es nicht schaffen, 
in Itala einen Platz zu bekommen! Hinter der Hand wird gemunkelt, 
der Grund liege einfach darin, daß hier das gesamte Personal des 
Natal Parks Board Urlaub macht! Als wir an Weihnachten für das 
kommende Osterfest dort reservieren wollten, wurde uns lapidar 
mitgeteilt: "Ausgebucht!"

Als Naturreservat wurde Itala 1972 gegründet. Nach und nach kam 
Land hinzu, und mittlerweilen erstreckt sich das nun "Wildreservat" 
genannte Gebiet auf über 29.000 Hektar, vom Südufer des Pongola- 
Flusses, der etwa 400 m über dem Meeresspiegel liegt, bis zum Rand 
des Steilabbruchs bei Louwsburg, ca 1400 m ü.d.M. Itala liegt 70 km 
östlich von Vryheid, 400 nördlich von Durban und 500 km von 
Johannesburg/ Pretoria entfernt.

Verschiedene Flüsse (d.h. eher "Bäche") haben ihren Ursprung im 
oder nahe am Reservat. Durch steile Täler winden sie sich hinunter 
zum Pongola- Fluß, der die nördliche Grenze des Reservates bildet. 
In den frühen Jahren dieses Jahrhunderts wurden zwei nun 
verlassene Goldminen etabliert. Berge, Hügel, Schluchten, Ebenen: 
Auf diesem reichhaltigen Terrain hat sich eine vielfältige Vegetation 
ausgebildet, die wiederum einer breiten Auswahl von Insekten, 
Reptilien, Amphibien und Säugetieren Raum und Nahrung schafft.

Hilfreich ist der in englisch geschriebene Führer über Itala, den man 
für eine geringe Gebühr im kleinen Einkaufsladen erhalten kann: 
Eine außerordentlich gut aufgemachte Broschüre mit den Themen 
(Auswahl): Was man im Reservat machen kann; die besten 
Wildbeobachtungsgebiete; Geschichte; Beschreibung der vier Camps: 
zwei Busch Camps, Ntshondwe Camp und des Campingplatzes; 
Landkarten des Gebietes; ein "Auto- 
Trail" (siehe unten); Listen von hier vorzufindenden Vögeln, 
Säugetieren und Bäumen zum Abhaken.

Hugh, der freundliche Camp- Manager, hat auf eigene Initiative hin 
ein in zahlreichen Fremdsprachen übersetztes Verzeichnis der hier 
vorkommenden Säugetiere (mit Bild) angefertigt, das in der 
Rezeption zu haben ist. Hier erhält man auch beim Einchecken einen 
Plan des an den Berghang geschmiegten Camps: Die Karte ist 
wirklich nötig, denn Ntshondwe hat Platz für 200 Besucher in 39 
strohgedeckten Chalets (komplett eingerichteten Wohnungen). Das 
Chalet kostet ca. 44.- DM pro Person und Nacht, Kinder bis 12 
Jahren zahlen die Hälfte (Preise Ende 1993).

Wir erhalten unseren Schlüssel in der Rezeption und folgen einer 
gepflasterten Straße bergauf bis zu unserem reetgedeckten Chalet, das 
inmitten von Grün versteckt liegt. So luxuriös haben wir noch nie im 
Busch gewohnt: Vor dem Haus eine Grillstelle, dann folgt eine 
Veranda, die bereits überdacht ist, mit einer Sitzgruppe. Nach dem 
Aufschließen des üppig verglasten Chalets ein Empfangsraum mit 
Rattan- Sitzgruppe zum Essen, ein offener Kamin, eine bequeme 
Sitzgruppe mit Sesseln und Sofa, das für unseren Sohn als Bett 
ausgebaut wird. Die vollausgestattete Küche mit direktem Zugang 
zum Eßraum. Durch einen Gang wird das saubere Schlafzimmer 
erreicht, daneben das Badezimmer mit Badewanne. Da Südafrikaner 
eher baden als duschen, wurde auf die Handhabung der Dusche 
keinen besonderen Wert gelegt. Nach jedem Duschen läuft das 
Wasser quer durch das Chalet. Die Räumlichkeiten werden täglich 
geputzt, auch die Handtücher werden täglich gewechselt.

Wem das Chalet nicht luxuriös genug ist, bucht die "Luxury Lodge" 
mit drei Schlafzimmern für zusammen sechs Personen, mit eigenem 
Koch, eigenem Swimmingpool und einer nicht zu überbietenden 
Aussicht auf das ganze Reservat vom oberen Rand des Abgrundes 
aus.

Wer sich nach einem erfolgreichen Foto- Safari- Tag erfrischen will, 
geht ein paar Meter bergab zum kühlen und klaren Swimmingpool, 
der in eine Felsengruppe am Hang des Berg- Steilabfalls 
hineingebaut wurde.

Vom Swimmingpool aus starten drei Wanderwege, die 
unterschiedlich gut ausgeschildert sind. Der "starling walk" ist eine 
halbstündige Kurzwanderung, dessen Endpunkt direkt über dem 
Camp liegt. Oder man folgt dem Naturlehrpfad mit 27 Stationen 
meist durch schattigen Berghang- Urwald bis fast in die Wolken zu 
mehreren fantastisch schönen Aussichtspunkten. Ich habe dort mit 
dem Fernglas neben der üblichen Anzahl an Antilopen 8 Giraffen, 5 
Nashörner, 1 Nashorn- Mami mit Kind und eine Wandergruppe 
gesehen, die mit schwerer Fotoausrüstung und Stativ sich an die fünf 
Nashörner heranpirschte, die sich jedoch gemächlich und dezent von 
ihnen entfernten. Meine Wanderung dauerte ca. 3 Stunden, die Zeit 
des Verirrens im Busch eingeschlossen. Während meine Wanderung 
kostenlos und ohne Führer zu machen ist, kann man auch zwei mal 
täglich mit einem bewaffneten Ranger kostenpflichtige geführte 
Wanderungen buchen, und nicht zu vergessen, mehrtätige 
Wanderungen. Infoanschrift siehe unten bei "Wildnis- Trails".

Auf dem gepflasterten Fußweg vom Chalet zum Restaurant-/ Laden-/ 
Rezeptionskomplex kommt man durch dichtes Gehölz unter einem 
riesigen, schrundigen, uralten Cabbage- Baum durch, der offenbar 
schon mehrere Buschfeuer überstanden hat: Die Asche haftet noch in 
seinen Ritzen. Ein  paar  Meter weiter eine  strohgedeckte  bequeme 
Vogelbeobachtungstelle, von der aus man durch Sehschlitze beste 
Aussicht auf die Binsen des davorliegenden Teiches hat. Webervögel, 
hier etwas rötlicher als die knallgelben in Pretoria, die ihre 
kunstvollen, zarten, und doch im Sturm festen Nester an den 
Rohrkolben befestigen, sind zum Greifen nahe. Durch einen 
Sehschlitz ein Blick zum Restaurant mit Terrasse davor, direkt an 
den Tümpel angrenzend. Das Gebäude mit Naturstein verkleidet und 
somit hervorragend in die Tümpellandschaft eingepaßt.

Noch ein Hinweis zur Verpflegung: Wer mit Kochen nichts am Hut 
hat, kann entweder 3 x täglich gepflegt im Restaurant essen, oder im 
"Take Away" (Imbiß) kleine Snacks zu sich nehmen. Aus der launig 
im Stil einer kulinarischen Reise aufgemachten Speisekarte entnimmt 
man, daß es Weine ab 10.- DM pro 3/4 Liter Flasche gibt. Als 
Hauptspeisen kann man wählen zwischen Fischigem, einem 
Kuduspieß und Straußenscheibchen. Für meinen Geschmack kocht 
der "Chef" zwar gut zum Sattwerden, doch das Kuduspießchen 
(besonders originell auf "magischen" Zweigen aufgereihte 
Kudustücke mit Trockenfrüchten und Zwiebeln) wurde von der 
Tomaten- Zwiebelpampe, die gelben Reis bedeckte, 
geschmacksmäßig ziemlich "erschlagen". Ähnlich war es mit den 
hauchdünnen Straußenscheibchen in einer pikanten Pfefferkorn- 
Sahne- Sauce.

Für das Essen im Restaurant empfiehlt es sich, in der Saison Plätze 
vorzubestellen, besonders abends. Viel Personal steht herum. Zur 
Weihnachtszeit ist das Restaurant hübsch dekoriert, Weihnachtslieder 
erklingen dezent im Hintergrund, Kerzen brennen, und die Heiligen 
Drei Könige sind an die Fenster gesprüht.

Hobby- Köche werden im Chalet verwöhnt, denn es gibt einfach 
alles: Dreiplatten- Herd mit Backofen, Kühlschrank mit Eisfach, 
Geschirr, Besteck, sogar ein Toaster und Wasserkocher. Die Zutaten 
für's Kochen bringt man sich am besten von außerhalb des Camps 
mit, vor allem Gemüse, obwohl auch einige Basis- Rohmaterialien im 
kleinen Einkaufsladen vorhanden sind (z. B. Milch, gefrorenes 
Grillfleisch). In Louwsburg gibt es zwei Metzgereien und mehrere 
Supermärkte.

Gleich eine Fotosafari im eigenen Wagen? Warum nicht! Langsam 
rollt unser Passat aus dem Camp heraus, und schon haben wir das 
erste Wild: Ein drolliges Warzenschwein läßt sich von uns beim 
Suchen nach Nahrung neben der Straße nicht beeindrucken. Kurze 
Zeit später grasen in 30 Metern Entfernung ein halbes Dutzend 
Nashörner im Schatten einer Schirmakazie neben einer braun - beige 
- orange gefärbten Donga, einer Erosionserscheinung, die tief in den 
gras- und buschbedeckten Erdboden eingefräst wurde.

Auf den Touren, die wir zweimal täglich unternehmen, werden wir 
noch viele Tiere zu sehen bekommen, neben einer Anzahl von mehr 
oder weniger bunten Vögeln Giraffen, Zebras, Impalas, Weiße 
Nashörner, Nyalas, Tsessebes, Elandantilopen, Rote Hartebeest. Was 
wir nicht sehen, aber dennoch vorkommen soll: Geparden, 
Leoparden, Elefanten, Schwarze Nashörner. Was uns besonders 
beeindruckt, ist ein ganzer Hang voll europäischer Störche, mehrere 
Dutzend an der Zahl, die im Gras nach Nahrung suchen.

Der oben erwähnte "Auto Trail" ist eine etwa 30 km lange, 
interessant angelegte, ungeteerte Straße, wo man im eigenen Wagen 
verschiedene markierte Stationen abfahren kann. Dort kann man 
nicht nur Wild aller Art sehen, sondern man wird auch per Broschüre 
über verschiedene Aspekte der Natur, wie Pflanzen, Biotop, 
Naturschutz usw. informiert. Gigantische kandelaberähnliche grüne 
Bäume, auf afrikaans "Naboom", der botanische Name "Euphorbia 
ingens", stehen direkt am Wegesrand. Ich beobachte eine Giraffe, die 
ihren Hals an einem ausgetrockneten umgestürzten Baum rhythmisch 
kratzt.

Neben diesem Auto- Trail und einer Richtung Eingangstor liegenden 
Wildbeobachtungsstraße präsentiert Itala die wildreiche Bergvliet- 
Straße, die hauptsächlich auf dem Bergrücken verläuft, während die 
besonders schöne Dakaneni- Straße sich über hügeliges Gelände 
entlang von munter plätschernden Bergbächlein und durch saftige 
frischgrüne tropische Vegetation immer tiefer schraubt, um 
schließlich zum braun- träge dahinziehenden Pongola- Fluß zu 
gelangen. Steil fallen dort die Felsenkliffe von Zululand zum Fluß 
hin ab. Hier ist es bedeutend wärmer als oben im Ntshwonde- Camp. 
Kein Wunder, beträgt doch der Höhenunterschied fast 1000 Meter! 
Schilder warnen vor Krokodilen. Wir sahen aber keine, nur einen 
großen silbrigen "Goliath Heron", einen reiherähnlichen Vogel, und 
auf der anderen Seite des Flusses eine kleine Herde Rinder.

Besuchern des Camps werden im hochmodernen Konferenzraum auf 
großer Leinwand mit einem Videoprojektor Filme über den Natal 
Parks Board und das Wild in den Reservaten gezeigt.

Am letzten Abend vor unserer Abreise wird noch einmal der 
Holzkohlengrill angeworfen (Holz gibt es auch im Laden). Die Sonne 
versinkt rotglühend hinter der Bergkette, die das Itala- Game- 
Reserve abschließt, und verleiht "unserem" Hüttendorf eine 
Atmosphäre des Friedens, der Beschaulichkeit, weit weg von der 
Zivilisation, und dennoch mit allem Luxus versehen. Saftiges 
Rumpsteak, in der Metzgerei in Louwsburg gekauft, brutzelt schon 
bald auf den glühenden, in der Dunkelheit unheimlich leuchtenden 
Kohlen. Mit einem zünftigen Bavaria- Bier aus Pretoria, gefolgt von 
einem Kaltenberg- Pils aus derselben Brauerei, feiern wir den 
herrlichen ruhigen Abend unter einem samtenen, mit Abermillionen 
von klaren Sternen bedeckten Himmel in unserem Camp am Hang 
des Ntshwonde- Berges in Zululand. Beschlossene Sache: Hierher 
kommen wir bald wieder zurück!

Reservierungen macht man schriftlich, per Fax oder telefonisch. Für 
das Camp, die Bush Camps (sehr gefragt, daher oft ausgebucht) und 
die Wildnis- Wanderungen: Natal Parks Bord Reservations, P O Box 
1750, Pietermaritzburg 3200; Tel: 0331- 471981, Fax 471980.

Kurzfristig kann man im Camp selbst anrufen, und sich erkundigen, 
ob es noch Platz gibt: 0388- 75105, Fax 75190. Den Campingplatz 
bucht man schriftlich unter der Adresse: Warden, Itala Game 
Reserve, P O Box 42, Louwsburg 3150, oder telefonisch: 0388-75239.


... besser aufgearbeitete Stories gibt es im Buch „Erlebnis Südliches Afrika". Info bei: WBV



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