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| NEUER BEWEIS: Harold Davis, der einzige Belastungszeuge widerrief seine
Aussage. Philip Workmans Anwalt, Jefferson Dorsey, sagte: "Ohne Harold
Davis Aussage war es kein Kapitalverbrechen. Das war der einzige direkt
Beweis, durch den Philip Workman die Todesstrafe erhalten konnte."
NEUER BEWEIS: Ein Ballistiktest bewies, daß Workmans Waffe die tödliche Wunde nicht verursacht haben kann. Aber es war zu spät, diese Tests als neue Beweise zu präsentieren ! NEUER BEWEIS: Steve Craig erzählte von einer abgefeuerten Schrotflinte beim Tatort. Er sagte auch, daß er gesehen hatte, wie Officer Parker eine Schrotflinte auf Workman abgefeuert hat. Aber beim Prozeß leugnete die Polizei, daß sie am Tatort gefeuert hätte. Wenn Philip Workman den tödlichen Schuß nicht abgefeuert hat, wer tat es dann ? Officer Parker gab niemals zu, eine Schrotflinte benutzt zu haben. Aber er wurde mit einer Schrotflinte gesehen, sagte Officer O.W. Stewart. In einem Kampf können viele Dinge geschehen. Und wenn Officer Oliver ins Kreuzfeuer gekommen ist ? Was ist, wenn ein furchtbarer Fehler im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ? Wie Jefferson Dorsay sagt: "Es war die Mitte eines Verbrechenschauplatzes. Waffen wurden abgefeuert. Ich bin mir nicht sicher, ob die Polizisten exakt wußten, was geschah - um nachsichtig mit ihnen zu sein: Vielleicht glauben sie, daß sie nicht gefeuert hatten." Tatsache ist, daß die Juroren, die Workman zum Tode verurteilt hatten, niemals den neuen Beweis gehört hatten, daß jemand anderer vielleicht den tödlichen Schuß abgefeuert hat - und sie wußten auf keinen Fall, daß der einzige Zeuge der aussagte, daß er gesehen hat, daß Workman den Polizisten erschossen hat, möglicherweise von der Polizei gezwungen worden war, falsch auszusagen. Im Oktober 1999 sagte Lida Springfield, die beim Prozeß in der Jury saß: "Jetzt wo es Zweifel gibt, hätte ich sicher nicht für die Todesstrafe gestimmt." Was geschah in den letzten Monaten ? Das sechste US Berufungsgericht in Cincinnati bestätigte Julia Gibbons Entscheidung, keine Anhörung anzuordnen (zur Erinnerung: Sie fällte diese Entscheidung bevor Harold Davis widerrief), überprüfte Workmans Fall nochmal letzten Winter, entschied aber im Mai, daß Workman, "auch wenn seine Unschuld beteuert, die neuen Beweise zu spät vorlegte, um einen Anspruch auf einen neuen Prozeß zu haben", er sollte sie Gouveneur Sundquist vorlegen und um Gnade ersuchen. Tatsächlich machen die Gerichte es den Angeklagten immer schwerer, neue Beweise vorzulegen, je weiter der Berufungsprozeß fortgeschritten ist. Aber eine Falschaussage in einem Todesstrafenprozeß ! Der Anwalt und Rechtsprofessor David Raybin aus Nashville sagte: "Es ist sehr schwer, einen Richter soweit zu bringen, daß er den Widerruf einer Aussage akzeptiert. Das größte Hindernis wäre es, dem Richter darzulegen, warum diese Person widerrief." Und er fügte hinzu: "Eine der allerwichtigsten Fragen ist, ob oder ob nicht die Regierung von der Möglichkeit einer unrichtigen Aussage wußte." Im Oktober 1999 wurde es offensichtlich, daß Philip Workman bald ein neues Hinrichtungsdatum erhalten würde, als das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten es ablehnte, seine Berufungen anzuhören und als der Generalstaatsanwalt Paul Summers ständig sagte, daß er das Oberste Gericht von Tennessee um ein "rasches" Hinrichtungsdatum für Workman bitten würde. "Das ist ein düsterer und trüber Tag für das Büro der Staatsanwaltschaft," sagte Summers kürzlich, "Es ist eine ernsthafte Angelegenheit, wenn man daran arbeitet, das Leben von jemandem zu nehmen." GROSSARTIG ! Auch wenn es für das Büro der staatlichen Verteidiger nicht üblich, die rechtliche Führung in einem Todesstrafenfall zu übernehmen, ersuchte Donald Dawson das Oberste Gericht, beim Gouveneur für Gnade für Philip Workman zu bitten. "Sie können Ihre Augen vor dem Beweis der Falschaussage gegen Workman schließen und die erste* Hinrichtung in Tennessee seit Dwight Eisenhower Präsident war anordnen" sagte er, "oder sie können anerkennen, daß kein Mann aufgrund von falschen Beweisen getötet werden darf." Donald Dawson sagte, daß er die Führung in diesem Fall übernommen hat, da ihn die Geschwindigkeit, mit der sich dieser Fall in Richtung Hinrichtung bewegte, erschreckt. Der Fall wurde vorher von seinem Assistenten im Büro behandelt. "Es gibt einen deutlichen Beweis dafür, daß eine falsche Aussage benutzt worden war, um einen Schuldspruch und die Todesstrafe zu erreichen." fügte er hinzu, "Ich fühlte, daß es notwendig war, ein Gesuch an das Gericht zu richten." In diesem Gesuch bat Don Dawson das Oberste Gericht darum, Gouveneur Don Sundquist zu empfehlen, Workmans Todesstrafe in eine lebenslängliche Gefängnisstrafe umzuwandeln. "Sie halten im wahrsten Sinne des Wortes Workmans Leben in Ihren Händen" sagte er. Paul Summers antwortete sofort, daß Dawson "unglücklicherweise (...) seine persönliche Meinung, Wissen und Glauben" in diese Bitte gesteckt hätte und daß er "in seinem Vortrag seine eigene Meinung über Gewissen, Schuld und Verpflichtung unterbreitet hätte" "Jemand sollte das Büro der Staatsanwaltschaft daran erinnern, daß sie die Schuldigkeit haben, Gerechtigkeit walten zu lassen und nicht Philip Workman zu töten." antwortete Don Dawson. Jetzt hat Philip Workman alle seine rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft und jetzt hat er einen neuen Hinrichtungsterim Obwohl zwei der fünf Mitglieder des Gerichtes Bedenken über die Fairness des Todesurteiles angemeldet hatten, kann er nur noch auf Gouveneur Don Sundquists Gnade hoffen.
Gouveneur Sundquist ist ein Unterstützer der Todesstrafe, auch wenn er an der Spitze eines Staates steht, der seit 1960 niemanden mehr hingerichtet hat. Aber diese Tage im neuen Millenium sind Wahlkampftage .... Bezüglich Workmans Fall sagte er, er würde über Gnadengesuche nachdenken, sobald ein verurteilter Gefangener "alle möglichen rechtlichen Mittel ausgeschöpft hat". Der Gouveneur werde die Begnadigungskommission ersuchen, alle Begnadigungsgründe zu berücksichtigen, sagte seine Sprecherin Beth Fortune. Und er werde so schnell wie möglich handeln, sobald er die Entscheidung der Kommission erhalten hat, sagte sie weiter, "Der Gouveneur wird jeden Fall persönlich überprüfen." Richter Adopho A. Birch empfahl unter Berufung auf ein altes Staatsgesetz, daß der Gouveneur Workmans Todesstrafe in eine lebenslängliche Gefängnisstrafe umwandelt, da "mildernde Umstände in diesem Fall bestehen". Und es gibt einige Gründe für die Kommission und den Gouveneur, "schnell zu handeln". Auf Tennessees erste Hinrichtungen in den 40er-Jahren angesprochen, sagten 7 von 10 Bewohner von Middle Tennessee, daß sie die Todesstrafe bei Mord als richtig empfinden. Dies trotz Reverend Jodi McCullah, Pastorin der Wartrace Methodist Church in Greenbrier, die während einer Protestaktion gegen die Todesstrafe sagte: "Ich glaube nicht, daß es an uns liegt, Vergeltung zu üben. Ich glaube nicht, daß ein Leben zu nehmen irgendetwas an dem ändern wird, was vorher geschehen ist. Es würde den Schmerz der Menschen nicht heilen" sagte sie. Und sie ist nicht die einzige ... Der Leiter des Zentrums für fälschlich Verurteilte an der Northwestern University, Larry Marshall, brachte tatsächlich 12 Menschen aus dem Todestrakt heraus. Er fand entlastende Beweise, die beim Prozeß übersehen worden waren, der Jury nicht präsentiert wurden oder von der Staatsanwaltschaft absichtlich versteckt wurden. "Marshal sagt, daß Workmans Hinrichtung ein Justizirrtum wäre", sagte Reverend Joe Ingle, der die Insassen im Todestrakt betreut. "Wir wollen darauf vertrauen, daß unser Justizsystem keine Fehler macht, die Unschuldige ins Gefängnis bringt" sagte Larry Marshall. Kürzlich besuchte Marshall Tennessee und sagte, daß Workmans Fall den Fehlurteilen ähnelt, die er gesehen hatte. Marshalls Arbeit steht an der Spitze einer Untersuchung von 285 Todesstrafenfällen in Illinois, die von der Chicago Tribune durchgeführt wurde. Sie fand "ein System so verseucht von Unprofessionalität, Verleumdungen und Verzerrungen, daß sie die ultimative Strafe des Staates unglaubwürdig machen". (Quelle: Commentary, The Tennessan) ETWAS NEUES Da der elektrische Stuhl nicht mehr so beliebt ist, entschied sich der Staat Tennessee dazu, der tödlichen Injektion die Türe zu öffnen und die Verurteilten zwischen den beiden Methoden wählen zu lassen ! "Jeder Gang hat 13 Zellen...Meine Zelle war Zelle Nummer 12...auf Gang
Drei. Und in Zelle 12 auf Gang vier war der elektrische Stuhl. So wenn
ich jemals versucht hätte zu fliehen und durch die Wand zu bohren,
wäre ich im Raum des elektrischen Stuhles gelandet ... Darüber
dachte ich manchmal nach. Die ersten Jahre wußte ich das nicht einmal,
wo ich meinen Kopf jede Nacht zur Ruhe bettete ... Ich schlief achteinhalb
Jahre lang ungefähr vier Fuß vom elektrischen Stuhl entfernt."
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