Philip Workman - Unschuldiger soll hingerichtet werden  
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HAROLD DAVIS AUSSAGE UND WIDERRUF

 
Die Gerichte haben die ballistischen Ergebnisse nochmals überprüft, aber was wäre, wenn sie letztendlich ein lebendes Wunder sehen würden, einen Zeugen namens Harold Davis ? Harold Davis sagte aus, daß er gesehen hat wie Philip Workman seine Waffe auf Lt. Oliver richtete und schoß.
 
Übrigens, wer ist Harold Davis ?

Wir haben nicht vor die Schuld auf Harold Davis zu schieben. Auch er wurde sicherlich manipuliert. Aber ohne seinen Meineid stünde Philip Workman nicht so kurz davor, hingerichtet zu werden. 

Der aus Memphis stammende Harold Davis erschien am Tag nach der Schießerei und sagte, er hätte die ganze Sache beobachtet. Davis ist eine Art Gammler mit einer Drogenvergangenheit. Zum Zeitpunkt des Verbrechens war er arbeitslos. Aber warum hat er gelogen ?

Sehr, sehr kompliziert.

Eine enge Freundin von Davis, Vivian Porter, erzählte dem Reporter von NewsChannel 5, daß sie sich sicher ist, daß Davis gelogen hat. Sie könnte das beweisen, da sie in der Nacht des Verbrechens mit Harold Davis zusammen war. Vivan Porter und Davis waren unterwegs um Drogen zu kaufen, als sie von einem Polizisten angehalten wurden. Als er auf ihr Fahrzeug zuging erhielt der Polizist einen Notruf, stoppte, ging zurück zu seinem Auto und fuhr weg.
Später kamen Vivian Porter und Harold Davis beim Tatort bei Wendys vorbei und bemerkten, daß der Polizist zu der Schießerei gerufen worden war. "Es war irgendwie abgesperrt, wissen sie ?" sagte Porter, "das sagte mir, daß was auch immer auf dem Parkplatz geschah, bereits stattgefunden hat."
Aber nochmals, warum hat er gelogen ?

Harold Davis eigene Schwester, Jacqueline Davis Moden, erzählte NewsChannel 5, daß Davis ein Drogensüchtiger war, der Geld verdiente indem er "professionell bezeugte". Sie sagte, er würde Nachrichten sehen und nach Details über Verbrechen Ausschau halten. "Dann behauptet er, er hätte es selber beobachtet" damit er die Belohnung kassieren kann. Nachdem er im Falle Davis bei der Polizei war hatte er plötzlich Geld, gab sie an. "Eine große Summe Geldes, ich spreche nicht von fünf oder zehn Dollar. Er hatte eine Menge Geld in seinem Besitz, bei der man sich doch fragte, wie er dazu gekommen war."
Dies beschreibt Harold Davis vielleicht etwas zu negativ. Es gibt keinen Beweis, daß er eine Belohnung erhalten hat, auch wenn Vivian Porter - die jetzt ein christliche Drogenrehabilitationszentrum leitet - sagte: "Wenn er anrief um zu sagen, daß er es beobachtet hat, muß er Geld benötigt haben. Wenn man süchtig ist macht man manchmal alles um an Drogen zu kommen."

Als Davis zur Polizei kam, unterschrieb er eine Aussage, die die Schießerei detailreich beschrieb. Und er war nicht am Tatort. So wer gab ihm die Details ?
 

Zu diesem Zeitpunkt war der letzte Gefangene der in Tennessee hingerichtet wurde William Tines im November 1960.

1972 entschied das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten (im Fall Furman gegen Georgia), daß die Todesstrafe verfassungswidrig wäre. Doch 1976 wurde die Todesstrafe wiedereingeführt.Der Staat Tennessee erarbeitete ein Gesetz, welches den neuen Richtlinien gerecht wurde. Zwei Versuche wurden abgelehnt, einer von Bundesgerichten aus Verfassungsgründen und der andere von staatlichen Gerichten aus technischen Gründen. Der Staat schaffte 1977 schlußendlich ein Gesetz, daß die Gerichte zufriedenstellte. Es wurde angenommen nachdem andere Staaten Gesetze bestimmten, die die Todesstrafe unter bestimmten Umständen erlaubte.

Das Gesetz nannte bestimmte erschwerende Umstände die erlaubten, ein Todesurteil zu verhängen. Dazu gehört es auch, wenn man den Tod von anderen riskiert, während man ein Verbrechen begeht (wie bei einer Schießerei in einer Menschenmenge), Folter, Mord für Geld und Mord im Auftrag eines anderen Verbrechers.

Das Gesetz beinhaltet aber auch die Erwägung von mildernden Umständen. So einer könnte das Fehlen von Vorstrafen sein - und Philip Workman hatte keinerlei Vorstrafen - ernsthafte mentale oder emotionale Störungen zum Zeitpunkt des Verbrechens und das Alter des Angeklagten.

Die Idee war, die Todesstrafe für die bösesten der Bösen aufzuheben.
 

Vielleicht brauchte Davis Geld und dachte, daß Workman nicht zum Tode verurteilt werden kann. Vielleicht dachte er, er bräuchte das Geld so sehr, daß es keine Sünde wäre, eine falsche Aussage abzugeben, die jemandem anderen, den er nicht einmal kennt, in eine Zelle schickt. Vielleicht.

Aber der Staat Tennessee änderte plötzlich seine Meinung.

Und Harold Davis ebenfalls.
 



 


Im September 1999 sagte Harold Davis, daß er über den Mord an Lt. Oliver gelogen hat, da er ihn nicht gesehen hat, wie er zuvor gesagt hat. Im Oktober spürten ihn die Verteidigungsanwälte in einem Motel in Phoenix auf. In einem von den Anwälten auf Video aufgenommenen Interview erzählte Davis, daß er in der Nacht der Schießerei nicht auf dem Parkplatz von Wendy`s war. Auf die Frage "Sahen sie wie Philip Workman den Polizisten erschoß ?" antwortete Davis "Nein". Er gab an daß er damals getrunken hatte und etwas Gras geraucht hat. Harold Davis unterschrieb dann einen Widerruf. In diesem Widerruf sagte er, daß seine Aussage gegen Philip Workman von den Behörden von Memphis erzwungen wurde. 

Wie auch immer, Harold Davis besteht noch immer darauf, daß er sich in der Nähe von Wendy`s aufgehalten hat und einen Teil des Kampfes im Rückspiegel beobachtet hat. "Aber ich habe niemals gesagt, daß ich den Kerl gesehen habe, der den Polizisten erschossen hat, das habe ich niemals gesagt." DAS IST NEU !
Davis sagte weiters, daß er nicht gegen Workman aussagen wollte, aber die Polizisten drohten ihm: "Ich kann dich als feindlichen Zeugen einsperren lassen und dich ins Gefängnis stecken, bis der Prozeß vorbei ist."

Im November landete Davis wegen eines kleineren Vergehens im Gefängnis. Wiederholt rief er Phil Williams, einen Reporter von NewsChannel 5 an und deutete an, daß mehr hinter seiner Geschichte stecken würde. Er wollte auch wissen, ob er wegen Meineides verklagt werden kann, wenn er zugibt, daß er gelogen hat. 

Tatsache ist, daß sich Davis nicht vorstellen konnte, daß Workman in einem Staaat, der seit 40 Jahren niemanden mehr hingerichtet hat dem Tode so nahe kommen könnte. Nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde, erlaubte Davis den Verteidigungsanwälten noch ein letztes auf Video aufgezeichnetes Interview. Auf diesem Band bracht der ehemalige Zeuge der Staatsanwaltschaft über die Aussicht, daß man Workman töten wird, in Tränen aus. "Ich möchte nicht, daß er für etwas was er nicht getan hat sterben muß," weinte Davis "ich habe gehofft, daß es nicht soweit kommt."

Moment mal ... Lest diese Aussage nochmal. Zuerst sagte Davis, er "könnte etwas von dem Kampf gesehen haben" und jetzt sagt er "etwas was er (Workman) nicht getan hat". Um es klar zu machen: Er sagt, daß Workman unschuldig ist ...

Auf dem selben Video gab Davis an, daß er in der Nachbarschaft war als die Schießerei stattfand (und dies steht im Widerspruch zu Vivian Porters Aussage, die sagte, daß sie "später am Tatort vorbeikamen"), aber sie nicht gesehen hat. Trotzdem kam er aus Gründen, die er nicht erklärt hat, am nächsten Tag zu Polizei. 

Öffnet Eure Augen: Wenn Davis jetzt sagt, daß er gar nichts gesehen hat, obwohl er in der Nachbarschaft war, kann er nicht einmal sagen, daß Workman unschuldig ist. Vielleicht hat jemand mit ihm gesprochen ... ihm all die Details über die Schießerei und die Namen der Personen gegeben, über die er sprechen und die er denunzieren soll ...

Vielleicht ... Dies ist was Davis über seinen Besuch bei der Polizei erzählte: "Sie haben mir grundsätzlich erzählt, was vorgefallen ist. Uns sind Sie bereit zu sagen, daß dies geschehen ist ? Ich sagte, ich hätte es nicht alles gesehen. Sie sagten: Das ist es, was Sie sagen werden." Davis sagte, daß er zugestimmt hat. Als es dann aber Zeit für Philip Workmans Prozeß war, so Davis, versuchte er aus der Sache herauszukommen. "Ich sagte dem Staatsanwalt, daß ich mich damit wirklich nicht gut fühlte," führte Davis aus "Spät eines Abends kam ein großer Weißer und klopfte an meine Tür. Er sagte er hätte eine Nachricht für mich und daß, falls ich meine Aussage in irgendeiner Art und Weise ändern würde, Leuten die ich liebe etwas zustossen könnte und mir auch."

"Niemand sollte aufgrund einer falschen Aussage hingerichtet werden", sagte Workmans Anwalt Jefferson Dorsey. "Wir wissen, daß Harold Davis Aussage falsch war."
Officer Stoddard gab zu, daß ihm Davis Behauptungen Schwierigkeiten bereiteten. Der pensionierte Polizist sagte, er hätte einen Stapel alter Zeitungen hervorgeholt und nachgesehen, ob er geträumt hätte, Davis Auto auf einer Tatortaufnahme gesehen zu haben. "Aber es war nicht auf dem Foto ?" fragte ihn Phil Williams. "Nein" antwortete er "und ich kann mich nicht erinnern, es gesehen zu haben. Ich habe nur geträumt, daß ich es sah."

Noch immer leugnet der ehemalige Staatsanwalt Don Strother, daß irgendjemand Davis gezwungen hat, etwas zu sagen. Tatsächlich sagt er, daß Davis jetzt lügen würde. "Ich glaube heute und ich glaubte damals, daß Mr. Davis die Wahrheit gesagt hat" sagte Strother. "Ich glaube, daß er im Gericht unter Eid die Wahrheit gesagt hat."

Die Verteidigungsanwälte argumentieren damit, daß Davis Gefühle real sind - und die Beweise am Tatort passen zu seiner aktuellen Geschichte, daß er nicht einmal dort war. Dorsey sagt, daß das eine beunruhigende Frage über die Arbeit der Polizei aufwirft: "Warum machen sie sich all die Arbeit, jemanden zu bedrohen um ihn dazu zu bringen, in einem Kapitalprozeß zu lügen ? Der einzige Grund der mir einfällt ist, daß es etwas gibt, von dem sie glauben, daß sie es verstecken müssen. ?

WAS ?


 
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