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Workman beruft mit neuem Beweis
Die Anwälte von Todestraktinsassen Philipp Ray Workman sagen, daß die Offiziellen von Shelby County vor ihnen und den Gerichten einen wichtigen Beweis zurückgehalten hatten, der beweisen könnte, daß Workman den Mord nicht begangen hat, für den er am 06. April sterben soll. Die Anwälte ersuchten ein Berufungsgericht des Bundes gestern, den Fall aufgrund des neuen Beweises, der letzte Woche gefunden wurde, neu aufzurollen. Das Beweisstück ist ein Röngtenbild, das während der Autopsie von Lt. Ronald Oliver, einem Polizisten aus Memphis, der 1981 erschossen wurde, als er Workman nach einem Raub verhaften wollte, aufgenommen wurde. Das Röngtenbild ist deshalb signigikant, weil es zeigt, daß die Kugel, die Oliver getötet hat, durch seinen Körper gedrungen war, ohne zu zersplittern, sagten die Anwälte in ihrem Antrag. Experten hatten für Workman ausgesagt, daß die 45-Kaliber Silberspitzen-Hohlkörperkugeln sich beim Aufprall ausgebreitet hätten. Seine Anwälte sagen, da die Austrittswunde von Oliver kleiner war, als die Eintrittswunde, Workman die tödliche Kugel nicht abgefeuert haben kann. Als das 6. Kreisgericht der Vereinigten Staaten Workmans Berufung 1998 abwies, theorisierte es, daß Workmans Kugel in Olivers Kugel zersplitterte und so die kleine Austrittswunde entstand. Der medizinische Prüfer von Shelby County sagte letzte Woche, daß er glaubt, daß die Wunde von Workmans Kugel stammen könnte. Die Theorie von Workmans Verteidigung ist, daß Oliver im Kugelhagel der anderen Polizisten starb. Der gestrige Antrag war das zweite Mal, daß Workmans Verteidigungsanwälte Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft gegenüber ihrem Klienten behauptete. Im November filmten sie Harold Davis, der einzige Augenzeuge der behauptete gesehen zu haben, wie Workman Oliver erschoß, der auf dieser Aufnahme seine vorherige Aussage widerrief. Davis sagte auf dem Band, daß er die Schießerei nicht gesehen hatte, aber von der Polizei von Memphis und der Staatsanwaltschaft gezwungen und trainiert worden war. Workmans Anwälte und die Staatsanwaltschaft werden sich am Donnerstag vor der Begnadigungskomission treffen. Diese wird entscheiden, ob sie eine unverbindliche Empfehlung an Gov. Don Sundquist abgeben wird, Workmans Strafe zu lebenslänglich umzuwandeln. Workmans Anwälte hoffen, daß das 6. Gericht vorher entscheiden wird, Workmans Fall neu aufzurollen. Sie ersuchten das Gericht, Workman freizulassen oder eine neue Anhörung in seinem Fall anzuordnen. Sie klagen an, daß der medizinische Examinator von Shelby County absichtlich einen Beweis zurückgehalten hatte, der helfen hätte könnte, Workman zu verteidigen. "'Das Röngtenbild war aus einem Grund nicht in der Akte: das Büro des medizinischen Examinator hat es zurückgehalten," schrieben die Anwälte gestern in dem Antrag, den Fall neu aufzurollen. Dr. O.C. Smith, medizinischer Examinator von Shelby County, gab gestern kein Kommentar ab. John Campbell, Assistent des Bezirksstaatsanwaltes in Shelby County, sagte, daß sein Büro nicht für das Röngtenbild zuständig war und daß Fragen, warum es nicht weitergegeben wurde, an Smith zu richten sind. Campbell sagte, daß nach seinem Wissen die Staatsanwaltschaft bisher nichts von dem Röngtenbild wußte. Workmans Anwälte, Jefferson Dorsey und Chris Minton, kommentierten dies nicht. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte die Angelegenheit nicht kommentieren und sagte nur, daß die Staatsanwaltschaft innerhalb der nächsten zehn Tage auf Workmans Antrag antworten würde. 1995 bekamen Workmans Anwälte vom Bundesgericht die Autorisation, Informationen aus dem Büro des medizinischen Examinators zu besorgen. Die Anwälte fragten neben anderen Informationen vor allem nach Röngtenbilder. Der medizinische Examiniator übergab Tabellen und Berichte, aber nicht das Röngtenbild. "Falls es in den Akten des medizinischen Examinators war, sieht es für mich so aus, daß es ein gutes Argument ist, daß es die Pflicht der Staatsanwaltschaft war auf jede Anfrage einzugehen, wenn sie mit dem medizinischen Examinator zusammengearbeitet hat, den Fall vorzubereiten," sagte Nancy Kind, Rechtsprofessorin aus Vanderbilt. Campbell stimmte dem nicht zu und sagte, daß sein Büro keine Kontrolle über das Büro des medizinischen Examinators hätte und daß er keine Verantwortung hätte, nach einem Röngtenbild zu forschen. Die Anfrage 1995 war nicht das erste Mal, daß Workmans Verteidigung nach relevanten Beweisen bezüglich seines Falles fragten. • Vor beinahe 20 Jahren, vor Workmans Originalprozeß, fragten seine Pflichtverteidiger nach möglichen medizinischen oder wissenschaftlichen Beweisen, von denen der Staat wissen könnte - oder von denen er hätte wissen müssen - die möglicherweise Beweise für die Verteidigung wären. Die Anfrage hielt fest, daß wenn die Staatsanwaltschaft nicht entscheiden kann, ob Beweise Workmans Unschuld beweisen könnten, sie diese für eine Entscheidung vor Gericht bringen müßten. • 1990 brachten Workmans Anwälte einen Antrag gemäß dem Staatsgesetz nach öffentlichen Aufzeichnungen ein, daß Dokumente jeder Art - inklusive Fotografien oder "gefilmte Angelegenheiten" - die mit dem Fall in Zusammenhang stegen, offengelegt werden müssen. Bei keinem dieser Anträge legten der medizinische Examinator oder die Staatsanwaltschaft das Röngtenbild vor, noch gab es irgendwelche Beweise, die Workmans Anwälte von der Existenz des Röngtenbildes wissen hätte lassen können. Die Frage trat auf, als bei Workmans Berufung vor dem 6. Kreisgericht einer der Richter fragte, ob Olivers Leiche geröngt worden war, da die Beweislage zeigte, daß es nicht so war. Das Gericht sagte: "Wir haben keinen Zweifel, daß wenn eine 45-Kaliber Silberspitzen-Hohlkörperkugel all diesen Weg durch Lt. Oliver durchschlug und in einem Stück herauskam, die Austrittswunde weit größer als die Eintrittswunde gewesen wäre. Dies läßt aber nicht darauf schließen, daß Lt. Oliver nicht durch die Art von Munition erschossen wurde, die Workman abgefeuert hat, da die Aufzeichnungen in keiner Weise zu der Schlußfolgerung zwingt, daß die Kugel, die den Polizisten getötet hat, seinen Körper in einem Stück verlassen hat." Campbell sagte, daß auch wenn das Gericht gewußt hätte, daß das Röngtenbild zeigt, daß die Kugel in einem Stück austrat, hätte dies wahrscheinlich auch nichts ausgemacht. "Ich glaube nicht wirklich, daß dies zu diesem Zeitpunkt sehr wichtig war," sagte er. Das Röngtenbild tauchte versehentlich auf, als die Staatsanwaltschaft von Memphis und der Examinator der Begnadigungskomission einen Bericht übergab, der Workmans Hinrichtung unterstützen sollte. In diesem sagte der Examinator, daß er Olivers Röngtenbild überprüft hätte. Workmans Anwalt Dorsey ging dann nach Memphis, um eine Kopie davon zu erhalten. "Verschwiegene Beweise für die Unschuld eines Mannes an einem Kapitalverbrechen, während man die Aufzeichnungen so bereitet, daß man sie gegen ihn verwenden kann, trifft jede Definition von unerhört, die man sich vorstellen kann," schrieben die Anwälte in der gestrigen Eingabe. |
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