Die hier aufgeführten Gebrauchsvorschläge für Tabakpfeifen sollen dem interessierten Neueinsteiger helfen,seine ersten Schritte nicht grundlegend falsch zu tun. Auf Grund der oft gegensätzlichen Meinungen über viele Details des Pfeiferauchens wird es eine Gebrauchsanweisung für Tabakpfeifen im eigentlichen Sinne wohl niemals geben.
Die 1.Tabakpfeife
Die erste Pfeife sollte:
gerade oder nur leicht gebogen,
dickwandig (am besten kugelig),
mittellang (ca.130 mm) ,
höchstens 1 1/2 Fingerglied (Zeigefinger) tief (Brennraum)sein.

Bei Anfängern sollte Sie besser doch mit Kohlefilter und keinesfalls lackiert
sondern wachspolliert sein (nur kaufen wenn der Händler Bescheid weiß) .
Der Brennraum sollte vorbeschichtet sein (Einrauchpaste,meißt schwarz).
Der Kaufpreis der ersten Pfeife sollte bei ca 100 DM liegen,man kann durchaus
mit einer preiswerteren Pfeife Glück oder einer teureren Pfeife Pech haben,beides
wird mit Sicherheit nicht die Regel sein.
Der Tabak
Für den Anfang sollte der Tabak zu den milderen Sorten gehören,der Erste sollte auch kein Feinschnitt sein. Ich persönlich bevorzuge RUM and MAPLE und würde einem Einsteiger zunächst diese oder eine ähnliche Sorte empfehlen. Über das Stopfen der Pfeife gehen die Ansichten teilweise sehr weit auseinander,ich möchte hier meine Vorgehensweise beschreiben.
Ich bevorzuge 50g-Beutel wegen der Handlichkeit und wegen der Tabakfeuchte.Wenn
ich größere Packungen verwende,wird mir der Tabak zu schnell trocken.
Nach öffnen des Beutels ziehe ich etwa die Menge für eine Pfeifenfüllung
heraus und reiße den Tabak klein,bis er sich ohne Fitz und Klumpen zerreiben
bzw. streuen läßt, dann lasse ich den Tabak in die Brennkammer der
Pfeife rieseln.
Zwischendurch immer wieder mit dem Finger gegen die Pfeife klopfend,damit sich der Tabak schön nach unten setzt,fülle ich die Brennkammer bis zum Rand.Im Anschluß daran drücke ich den Tabak mit dem Finger leicht nach unten.Die Vorgänge Einstreuen und Festdrücken wiederholen sich 3 mal.
Danach wird eine Zugprobe durchgeführt,dabei darf der Filter nicht eingesetzt sein. Beim Ziehen muß man einen leichten Widerstand verspüren,habe ich das Gefühl, daß der Widerstand zu stark ist ,trenne ich das Mundstück vom Pfeifenkopf und schiebe einen Pfeifenputzer durch den Rauchkanal bis in die Brennkammer,drehe ihn mehrmals und ziehe ihn wieder heraus.Danach wiederum die Zugprobe.Meine ich,die Pfeife zieht jetzt richtig, fange ich an zu rauchen.Zieht die Pfeife jedoch immer noch zu stramm,wird der Pfeifenkopf vollkommen entleert und der Stopfvorgang beginnt von Neuem.
Manche Tabaksorten enthalten erkennbare Bestandteile von Stielen bzw.Blattrippen,diese breche ich klein und verfülle sie mit,sie sind für die volle Entfaltung des Geschmacks der jeweiligen Tabacksorte wichtig.
Feuer und Rauch
Zum anbrennen der Pfeife benutze ich am liebsten spezielle Pfeifenzündhölzer,genau so gut kann man ein Gasfeuerzeug benutzen,dann allerdings am besten ein spezielles Pfeifenfeuerzeug (schräger Austritt der Flamme).Man bedenke dabei aber,daß die Temperatur der Gasflamme um Einiges höher liegt,als die Temperatur der Streichholzflamme und man auf diese Art und Weise von vornherein mehr Wärme zuführt als nötig.
Ich brenne das Zündholz an und lasse zunächst die Zündkuppe verpuffen,dann streiche ich mit der Flamme über dem Tabak der leicht schräggehaltenen Pfeife hin und her,bis die gesammte Tabakoberfläche glimmt,ziehe 2-3 mal und drücke danach mit dem Pfeifenstopfer leicht an.Im Anschluß daran muß neu angezündet werden.Dieser Vorgang kann sich einige Male wiederholen.
Als 1.wichtigste Grundregel sage ich,die Pfeife wird nur
in Brand gehalten,anstatt riesengroße Wolken zu paffen.
Wird die Pfeife dennoch einmal zu warm,so daß man das Gefühl hat,es
wird langsam heiß in der Hand,dann wird es allerhöchste Zeit,die
Pfeife abzulegen und 10-15 min abkühlen zu lassen.
Man bedenke,die Hitze dringt träge durch die Pfeifenwandung,zu dem,was man spürt,kommt also immer noch etwas hinzu.Läßt man die Wärmeentwicklung in der Tabakpfeife außer Acht,wird dies früher oder später im Brennraum zu Brandschäden führen.
Es ist keine Schande,zu pausieren, ich halte das Durchrauchen um jeden Preis für zu kostspielig,aber das muß jeder für sich selbst entscheiden.
Als 2. wichtige Grundregel sage ich,eine Tabakpfeife muß
leergeraucht werden,sonst verdirbt der Geschmack der Pfeife auf längere
Zeit.
Möchte man keine ganze Pfeife rauchen,dann fülle man von vornherein
die Pfeife nur halb,das ist in jedem Fall besser als sie nicht leerzurauchen.
Eine neue Pfeife einrauchen
Zu diesem Punkt gehen die Ansichten sehr weit auseinander,bis hin zum krassen
Gegensatz.
Ich mache es folgendermaßen:
Eine kleinere Pfeife,bis max.1 1/2 Zeigefingerglied Brennraum-tiefe,fülle
ich von Anfang an voll.
Eine Pfeife mit größerem Füllvolumen fülle ich ca.5 mal
halb,danach voll.
Diese halben Füllungen haben meiner Meinung nach nichts mit der Entwicklung
der Pfeife zu tun,
ich mache es nur meiner Zunge zu liebe.
Es ist beim Einrauchen einer neuen Pfeife von äußerster Wichtigkeit,ganz langsam zu rauchen, besonders,wenn der Brennraum nicht vorbeschichtet ist (Einrauchpaste,meißt schwarz), sonst gibt es bei zu schnellem Rauchen evtl. Brandschäden.
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Eine neue Pfeife einrauchen - Empfehlung von DAN PIPE |
Entleeren der Pfeife
Ist die Pfeife zu Ende geraucht,lockere ich den Inhalt des Tabakraumes mit dem Löffel des Pfeifenbestecks gründlich auf und schlage sie leicht gegen den Handballen,so daß sich die trockene Asche von oben nach unten an den feuchten Boden des Tabakraumes setzt,daraufhin kippe ich den Inhalt der Pfeife in den Ascher und schlage sie dabei leicht gegen den Handballen.
Wer seine Tabakpfeife auf einem harten Ascher oder Ähnlichem ausklopft,möge selber darüber nachdenken,ob er eine Tabakpfeife oder einen Hammer hat.
Danach lege ich die Pfeife ab und lasse sie auskühlen. Zu einem späteren Zeitpunkt ziehe ich das Mundstück leicht drehend aus dem Holm der Pfeife,entferne den Filter und beginne mit den Putzarbeiten.
Putzen
Da wir im Haushalt unser Geschirr gründlich spülen und putzen, habe ich diese Lebensart einfach auf den Gebrauch meiner Tabakpfeifen übertragen und unterziehe sie nach jeder Benutzung einer Reinigungsprozedur.
Schon bei dem Gedanken schmecken sie besser.
Zum Putzen meiner Tabakpfeifen benutze ich:
Pfeifenputzer (schwächere und stärkere) Küchenzellstofftücher
Reinigungsflüssigkeit (aus dem Tabackwarengeschäft) oder Weingeist
(aus der Apotheke).
Reinigunsflüssigkeit bzw.Weigeist verwendet man nur für die Rauchkanäle
und die Filterkammer,auch für Acrylmundstücke außen (Biß).
Andere Mundstücke sollte man außen nur mit einem feuchten Tuch reinigen,durch
Reinigungsflüssigkeit oder Weingeist könnten sie sehr schnell verblassen.
DerZellstoff,zusammengedreht zu einem Pfropf,eignet sich sehr gut zum reinigen
der Filterkammer.
Angebackene,halb-oder unverbrannte Tabakkrümel,schabe ich vorsichtig mit
dem Löffel des Pfeifenbestecks von der Wandung des Tabakraumes.
Beläßt man sie,könnte dieser Umstand später zur stellenweisen Zerstörung der hochbegehrten Kohleschicht führen.
Ruhepause
Eine Tabakpfeife sollte im geputzten Zustand wenigstens einen Tag ruhen (besser eine Woche).
An dieser Stelle möchte ich bemerken,eine Tabakpfeife erreicht ihre Hochform frühestens nach 50 Füllungen,eher später als früher.
Wenn man erfahren will, welch hohen Tabakgenuß eine Tabakpfeife bringen kann,muß man sie zunächst in Hochform bringen.
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Weitere Fragen und Antworten |
Zum Schluß noch einige Buchautoren und ihre hervorragenden Werke zum Thema Tabakpfeife:
Richard Carleton Hacker: "Die Kunst Pfeife zu rauchen"
Otto Pollner: "Pfeiferauchen leicht gemacht" (siehe Adressenseite)
Helmut Hochrain: "Das Taschenbuch des Pfeifenrauchers"
"Helmut Hochrain´s neues Pfeifenbuch"
Mit Rauchern läßt sich reden ... von Klaus Billerbeck (siehe Adressenseite)
Autor :Renè Wähner
(Pfeifenmacher)
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