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  Der Afrikanische Krallenfrosch

Xenopus laevis (Daudin, 1802)


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Synomyme 

Einleitung 

Verhältnis zum Menschen

Taxonomie

Verbreitung

Lebensraum

Beschreibung

Geschlechtsunterscheidung

Haltung und Pflege

Beckengröße

Reinigung

Temperatur

Futter

Vermehrung

Natürliche Paarung

Aufzucht der Kaulquappen

Schlupf

Temperatur

Futter

Aufzuchtbecken

Schutzstatus

Literatur

Nachzuchten abzugeben

 

Synonyme
deutsch: Afrikanischer Krallenfrosch (AKF); Glatter Krallenfrosch; (selten Großer Krallenfrosch)

englisch: African clawed frog (ACF); Smooth clawed frog; Clawed frog; 

sonstig: Platanna 

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Einleitung 

Froschliebhaber können Afrikanische Krallenfrösche, zumeist als Albinoform im Handel relativ regelmäßig erwerben. Leider werden sie häufig als Zwergkrallenfrösche angeboten, oder sie werden ohne Hinweise an Aquarianer abgegeben. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, daß diese Frösche mangels Futter im Aquarium nur dahinvegetieren, oder andererseits, bei entsprechendem Futterangebot schon bald sehr groß werden und den Fischbestand gefährden. Für Amphibienliebhaber, welche bewußt diese Art halten, bietet sich jedoch viel Interessantes. Der Afrikanische Krallenfrosch ist im Vergleich zu einheimischen Froschlurchen aufgrund des ganzjährigen Wasserlebens und den höheren Temperaturansprüchen relativ einfach zu halten. Obwohl diese Froschart, wie kaum eine andere Tierart in der biomedizinischen Forschung untersucht wurde, stellt sich bei genauerem Literaturstudium heraus, dass die Empfehlungen zur Haltung dieser Froschart sehr unterschiedlich sind, ganz erhebliche Abweichungen zeigen sich besonders bezüglich der Zucht und Aufzucht der Kaulquappen.

Diese Haltungsbeschreibung soll alle Froschliebhaber ermuntern diese außergewöhnliche und sehr interessante Froschart zu pflegen. Auch hoffe ich mit dieser Beschreibung einige Anregungen zur Fortpflanzung und Aufzucht vom Xenopus geben zu können.

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Xenopus und sein Verhältnis zum Menschen

Seit vielen Jahren werden Krallenfrösche in zunehmendem Maße in der medizinisch-biologischen Forschung, aber auch in der Lehre und in den USA, sogar an den Schulen zu Lehrzwecken verwendet. Seinen hohen Bekanntheitsgrad verdankt der Krallenfrosch der Entdeckung, dass sich diese Art vorzüglich zum Schwangerschaftstest eignet. Bei diesem sogenannten „Hobgen-Test“ wurde dem Weibchen etwas Harn einer vermutlich schwangeren Frau in der Lymphsack injiziert. Das, im Urin einer Schwangeren vorhandene Hormon Choriongonadotrophin, induzierte bei den Krallenfröschen eine spontane Laichabgabe. In der Folge wurden vor allem in England große Mengen von Xenopus laevis importiert, so dass bereits die Befürchtung auftauchte, er könne ausgerottet werden, da im Labor eine regelmäßige Vermehrung nicht glückte. Erst später, als man feststellte, dass durch Hormoninjektionen bei beiden Geschlechtern das Paarungsverhalten und somit ein gezieltes Ablaichen stimuliert wurde, konnte man diese Froschart in beliebiger Anzahl „produzieren“. Im Laufe der Zeit rückte dann der ursprüngliche Zweck dieser Zuchtbemühungen, nämlich der Schwangerschaftsnachweis immer mehr in den Hintergrund. Seit den 50er Jahren avancierte Xenopus laevis auf Grund seiner einfachen Haltung und Zucht zum „Forschungsfrosch“ schlechthin. Es folgten Untersuchungen über sein Verhalten, seine Embryonalentwicklung, Metamorphose, Regeneration, Hormon- und Sinnesphysiologie, Molekularbiologie etc.. Der Xenopus war das erste Wirbeltier, welches erfolgreich geklont wurde. Er machte an Bord des Space Shuttle mehrfach Reisen ins All und die pharmazeutische Industrie begann, die natürlichen Antibiotika im Hautsekret der Frösche für Salben zu nutzen. Die Flut von Arbeiten über Xenopus laevis, die jährlich in einschlägigen Zeitschriften erscheint, steigt ins Unermeßliche. So findet man beispielsweise in einer wissenschaftlichen Suchmaschine über 25000 Xenopus-Zitate, allein 2001 gab es über 1800 Artikel, welche etwas mit Xenopus zu tun hatten.

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Taxonomie

Die Gattung Xenopus gehört neben den Gattungen Silurana, Pipa, Hymenochirus und Pseudohymenochirus zur Familie der Zungenlosen (Pipidae, GRAY, 1825), sie werden den Froschlurchen (Anura) zugeordnet. Die Unterfamilie der Krallenfrösche (Xenopodinae) umfaßt 2 Gattungen, die Tropischen Krallenfrösche (Silurana) und die Eigentlichen Krallenfrösche (Xenopus). Beide Gattungen lassen sich nur an wenigen Merkmalen unterscheiden und viele Spezialisten führen sie nur als Untergattungen. Die Auffassung, dass es sich bei den tropischen Krallenfröschen sogar um eine Unterfamilie (Siluraninae) handelt, wurde diskutiert, konnte jedoch durch genetische Untersuchungen und biochemische Befunde widerlegt werden. Als häufigstes Unterscheidungsmerkmal findet man, dass bei der Gattung Xenopus das Laichen umherschwimmend erfolgt, wohingegen bei der Gattung Silurana das Laichen mit Schwimmschleifen begleitet wird.

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Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Afrikanischen Krallenfrosches ist vor allem Mittel- bis Südafrika, wobei es starke Abweichungen bezüglich der einzelnen Unterarten gibt. Einige Populationen wurden auch in Südkalifornien und in England (South Wales) nachgewiesen. Hier handelt es sich wahrscheinlich um ausgebrochene Labortiere, die es aufgrund ihrer enormen Anpassungsfähigkeit geschafft haben, sich dort anzusiedeln und sogar fortzupflanzen (Measey, Tinsley 1998).

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Natürlicher Lebensraum

Afrikanische Krallenfrösche leben in sehr unterschiedlichen Gewässern, meist in stehenden oder langsam fließenden Gewässern. In reinem Meerwasser und in starken Flüssen wurden sie noch nicht nachgewiesen. Je nach Unterart sind die bewohnten Gewässer mehr oder weniger stark mit Pflanzen besiedelt. 

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Beschreibung

Afrikanische Krallenfrösche sind im Körperbau ideal an das Wasserleben angepaßt: Ein stromlinienförmiger Körper, vorne ein sehr schlanker Kopf, kräftige Hinterfüße mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen, an den vorderen 3 Zehen der Hinterfüße befinden sich die 3 namensgebenden dunklen Krallen. An den Vorderarmen besitzen sie 4 Fingerchen (ohne Schwimmhäute dazwischen!), die sie bei der Futtersuche und beim Fressen einsetzen. In der Regel ist der Rumpf an der Oberseite hell- bis dunkelgrau und grünfarbend gefleckt und die Unterseite zeigt einen weisslichen Farbton auf. Jedoch gibt es hier eine Vielzahl von Farbvarianten und Übergangsformen, so dass die Muster und Farbgebungen für einen Laien sicher nicht zur Art/Unterartbestimmung führen. Zudem gibt es die bereits erwähnten Albinoformen, welche dann völlig ohne Pigmentierung sind.

Als Hinweis möchte ich hier noch das wesentlichste Unterscheidungsmerkmal zum Zwergkrallenfrosch aufführen: Zwergkrallenfrösche haben im Gegensatz zu den Krallenfröschen Schwimmhäute zwischen den Vorderzehen und spätestens nach 6 Monaten (gute Fütterung vorausgesetzt!) sollten Afrikanische Krallenfrösche einem Zwergkrallenfrosch in der Körpergröße deutlich überlegen sein. Albinoformen sind mir vom Zwergkrallenfrosch bisher nicht bekannt.

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 Geschlechtsunterscheidung

Weibchen und Männchen unterscheiden sich zunächst nur undeutlich, jedoch mit fortschreitendem Alter ist es leicht die Geschlechter auseinanderzuhalten. Die Weibchen wachsen schneller als die Männchen und erreichen eine Gesamtgröße von ca. 12 cm, als maximale Größe für ein Weibchen habe ich die Angabe erreichte 135 mm (Kopf-Rumpf-Länge) gefunden. Als sekundäre Geschlechtsmerkmale treten bei den männlichen Krallenfröschen die dunkel pigmentierten Brunftschwielen an den Vorderextremitäten auf. Diese sollen das Festhalten der Weibchen während der Paarungsumklammerung (Amplexus) verbessern. Weiterhin haben die Weibchen ausgestülpte, wulstige Kloakenpapillen.

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Haltung und Pflege

A.) Behälter für adulte Tiere

Krallenfrösche sind im Aquarium gut haltbar. Man pflegt sie in geräumigen Becken, wobei nicht das Volumen der Aquarien ausschlaggebend ist, sondern eher die Grundfläche. Man sollte diese Tiere eher als „wasserbewohnende Landtiere“ betrachten, nicht als reine Wassertiere. Im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Ansicht, dass diese rein aquatisch lebenden Frösche einen geringen Platzbedarf haben, benötigen die Tiere geräumige Becken, da sie besonders nachts sehr bewegungsaktiv sind. Es wird empfohlen, diese Art mindestens in kleinen Gruppen zu halten, da sie den Körperkontakt ihrer Artgenossen suchen sollen und sich dann wahrscheinlich wohler fühlen. Für eine Gruppe von 6-8 Fröschen sollte ein Becken im Format 100 x 50 x 40 cm (L x T x H) verwendet werden. In der Literatur wird empfohlen auf eine Bepflanzung zu verzichten, da die Frösche mit ihren Krallen und durch die oftmals hektischen, schnellen Schwimmbewegungen diese stark in Mitleidenschaft ziehen. Ich verwende jedoch in den Schaubecken immer kräftige und härtere Wasserpflanzen. Diese halten dann auch meist nur eine begrenzte Zeit, machen das Becken aber um ein Vielfaches attraktiver und bieten den Tieren Unterschlupfmöglichkeiten.

Auf eine Abdeckung des Beckens kann nicht verzichtet werden, da die Tiere gut klettern und sogar durch kleine Lücken entweichen können. Nach meinen Erfahrungen hat sich ein Wasserstand von ca. 15 cm unter dem Beckenrand bewährt.

Empfehlenswert scheint mir noch das Anbieten von Unterschlupfmöglichkeiten, wie Tonröhren oder Wurzeln. Als Bodengrund verwende ich groben bis mittelgroben Kies.

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B.) Reinigung/Wasserwechsel

Die Verwendung eines Filter (Innen- oder Außenfilter) kann ich nur empfehlen, da durch die Fütterung das Wasser oftmals verschmutzt. Da eine starke Strömung und ständige Filterung von den Tieren als Streß empfunden werden könnte, habe ich durch Wurzeln und Bepflanzung die Strömung im Becken stark reduziert, weiterhin verwende ich eine Filterung nur am Tage. Ein Wasserwechsel wird bei mir nur 1 x in der Woche durchgeführt, wobei ich nur ca. 20 – 50 % des Beckeninhaltes wechsel, und dies stets durch abgestandenes (24 h) und temperiertes Wasser ersetze.

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C.) Temperatur

Die Haltung kann bei Temperaturen von 20 - 28 °C erfolgen, also nahezu bei Zimmertemperatur. Dadurch kann auf die Verwendung einer Heizung verzichtet werden. Sie vertragen jedoch auch niedrigere Temperaturen bis 15 °C recht gut und können im Sommer, sofern die Möglichkeit besteht, auch im Freiland gehalten werden.

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D.) Futter

In der Natur nehmen die recht räuberisch lebenden Frösche sicher jede sich bietende Art von lebender Nahrung auf, angefangen bei Wasserinsekten, diversen Larven, wobei auch ihre eigenen Nachkommen nicht verschont bleiben, über Kleinkrebse und Würmer bis zu Fischen.

In der Gefangenschaft habe ich selbst Erfahrungen mit der in Tabelle 1 aufgeführten Nahrung gesammelt. Anzumerken ist noch, dass man unbedingt bemüht sein sollte, immer abwechslungsreich zu füttern, deshalb versuche ich stets niemals eine Nahrung 2 mal hintereinander zu füttern. Nicht vergessen sollte man, dass besonders adulte Krallenfrösche einen unsagbaren Appetit haben können, riesige Mengen verschlingen und auch lebenden Fischen wie z.B. Guppys mit Erfolg nachstellen (zur Überbrückung von Urlaubszeiten zu empfehlen). Auch aus diesem Grunde ist eine Haltung der Afrikanischen Krallenfrösche im Aquarium zusammen mit keinen Zierfischen oder kleineren Molcharten (bis zur Größe von Teichmolchen (Triturus vulgaris)) kaum zu empfehlen.

Der ungeheure Appetit verleitet leicht dazu, die Tiere zu überfüttern, da diese die Nahrung mit Appetit verschlingen – es sieht wirklich interessant aus. Ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, lieber in kleineren Portionen zu füttern, um so ein Überfüttern zu vermeiden. Berichte über Frösche, welche nach der Fütterung fett und satt in einer Ecke hängen, sich verkriechen oder sich schwer auf Pflanzen abstützen - dies halte ich für ein deutliches Zeichen der Überfütterung. Gerade bei adulten Tieren reicht es 1-2 x in der Woche zu füttern. Eine "Hungerperiode" von 2 - 3 Wochen hat meinen Fröschen und ihrem Paarungsverhalten bisher nicht geschadet.

Die Fütterung an sich ist recht unkompliziert, das Futter wird in das Wasser geworfen, möglichst immer an eine bestimmte Futterstelle und kurze Zeit später sind die Frösche da und schaufeln alles in ihr Maul. Diese Frösche haben ein gut ausgeprägtes Geruchsorgan, so dass sie die angebotene Nahrung recht bald riechen können. Es zeigte sich, daß bei der Haltung von einem Pärchen Xenopus laevis in einem Becken 120 x 50 x 50 cm (L x T x H) meine Tiere kurz nach der Futtergabe unruhig wurden und mit ihren Vorderbeinen versuchten Futter „einzuschaufeln“, und innerhalb kurzer Zeit hatten die Tiere das Futter gefunden.

 

Tabelle 1: Nahrung von Xenopus laevis

Regenwürmer

Hauptnahrung, sollten aber rote Regenwürmer sein, keine weißen mit gelbem Ring

Mückenlarven, weiße und rote

weiße M. halten sich bei Temperaturen <20°C recht lange; rote M. graben sich schnell in den Bodengrund - in einer flachen Schale verfüttern

lebende Fische

Guppys, Schwertträger, Platys, etc.

Empfehlung zur Überbrückung der Urlaubszeit

Fleisch (Rind, Schwein, Huhn,..)

roh oder gefroren (vor der Fütterung völlig auftauen), ungewürzt, kleingeschnitten, ohne Fett; 

nicht zu oft geben – Säugerfleisch soll von Amphibien manchmal schlecht verdaut werden

Fischfleisch

Fischfilet, roh oder gefroren (vor der Fütterung völlig auftauen); sowohl Seefisch als auch Süßwasserfisch; kleingeschnitten; wird nicht von allen Fröschen gern genommen, gewöhnungsbedürftig!

Trockenpelets

vitaminreich, verunreinigen das Wasser oft stark

div. Lebendfutter aus dem Teich

wird gerade von jungen Fröschen gern verzehrt

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Vermehrung

Natürliche Paarung

Trotz des hohen Bekanntheitsgrades von Krallenfröschen und dem wirklich umfassenden Wissen über die Biologie dieser Froschart ist es doch erstaunlich, dass es immer noch schwierig ist, Krallenfrösche in Gefangenschaft auf natürliche Art und Weise zu züchten. Berichte über natürliche Nachzuchten scheinen immer ein Ergebnis guter Haltungsbedingungen zu sein, weniger durch gezielte, Zuchtbestrebungen (ohne Hormoninjektion!). Es gibt eine Vielzahl von Beschreibungen über die Stimulation zur Paarung, das Problem liegt aber in der Unterschiedlichkeit und den sehr fragwürdigen Erfolgen. Als eine Methode zur Stimulation des Paarungsverhaltens wird die Simulation der afrikanischen Trockenzeit aufgeführt. Dazu wird zunächst der Wasserstand allmählich gesenkt, z.B. durch Verdunstung bis auf eine Höhe von 10- 20 cm und nach 3 - 4 Wochen wird das Becken wieder mit kühlem Wasser nachgefüllt (10°C). Auch soll eine Haltung der Frösche bei Temperaturen um 15°C das Paarungsverhalten begünstigen.

Bei mir stellte sich heraus, dass mein erstes Pärchen Krallenfrösche etwa im Alter von einem Jahr scheinbar völlig spontan mit der Paarung begann, und das bei Temperaturen um 23°C. Anschließend kam es zu einer 5-maligen Laichabgabe. Danach war mit frischem Wasser und anderen Tricks keine Stimulation mehr möglich. Mit der Absicht die afrikanische Trockenperiode zu simulieren, lies ich die Frösche in den nächsten 8 Wochen in Ruhe, und siehe da, sie dankten es mir mit 2 weiteren Laichakten ohne dass es in „klein Afrika“ begonnen hatte zu regnen. In weiteren Versuchen habe ich 2 adulte Paare etwa 3 Wochen lang bei 15°C und einem Wasserstand von 10 cm gehalten, anschließend die Temperatur auf 25°C angehoben und in den meisten (auf keinen Fall immer!) Fällen erfolgte eine Paarung.

Eine Studie, welche die Bedingungen zur gezielten Laichabgabe ohne Hormoninjektion untersucht, wäre sicher für Froschliebhaber wünschenswert.

Die Paarung an sich beginnt mit dem Rufen der Männchen, meist schon Tage vorher, schließlich kommt es zum typischen Lendenamplexus. Die Paarung begann bei mir meistens in den späten Nachmittagsstunden und endete in den Morgenstunden. Oftmals wiederholte sich die Paarung in der nächsten Nacht und zog sich bis zu 5 Tage hin, danach trat eine Pause von ca. 4 Wochen ein. 

Die abgelegten Eier sind klein und weiß. Ihre Größe beträgt ca. 2 mm (gemessen ohne umgebende Geleehülle). Die klebrigen Eier findet man meistens verteilt im ganzen Becken, an den Scheiben, an Pflanzen und Wurzeln, aber auch am Boden liegend. Die Eier sauge ich immer am nächsten Tag mit einem Schlauch heraus und transferiere sie in ein anderes Becken. Laich und Kaulquappen sind vor ihren Eltern zu schützen. Die Elterntiere beginnen bereits wenige Stunden nach dem Ablaichen mit dem „Aufsammeln“ des Laiches, wobei sie ihre Vorderfüße zum Einschaufeln einsetzen.

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Aufzucht der Kaulquappen

A.) Schlupf

Die Larven schlüpfen in Abhängigkeit von der Temperatur bereits 2-3 Tage nach dem Ablaichen. Die Aufzucht Kaulquappen erwies sich zunächst schwieriger als erwartet. Die anfängliche Entwicklung verläuft relativ schnell. Die geschlüpften Larven liegen zunächst am Boden oder hängen an den Glasscheiben. Erst nach weiteren 2 – 4 Tagen braucht man mit der ersten Fütterung beginnen. 

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B.) Temperatur

In der Literatur findet man für die Aufzucht Temperaturangaben von 15 - 25 °C. Bei Temperaturen unter 20 °C soll die Entwicklung verzögert sein. Die besten Erfahrungen konnte ich bei der Aufzuchttemperatur von 22-24°C machen. Erstaunlicherweise starben relativ viele Kaulquappen bei Temperaturen über 26 °C. Bei der Temperatur von 22 °C schließen die ersten Tiere bereits nach 5 Wochen (durchschnittlich 8 Wochen) ihre Metamorphose ab, jedoch beendeten einige Larven ihre Entwicklung unter gleichen Bedingungen erst nach 6 Monaten. 

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C.) Larvenfutter

Die Larven beginnen erst 2-4 Tage nach dem Schlüpfen mit der Nahrungsaufnahme. Sie sind auf schwebende, pflanzliche Partikel angewiesen, da sie ihre Nahrung nur durch Filtration aufnehmen. Empfohlen werden Brennesselpulver, Haferflockenaufschwemmungen und Trockenhefe, auch Algenpulver, welche alle als Alleinfutter verwendet werden können. Besonders das Algenpulver soll den Vorteil bieten, daß es jederzeit standardisiert erhältlich ist und von den Kaulquappen gut aufgenommen wird. Leider hatte ich bisher nicht das Glück Algenpulver käuflich erwerben zu können. Bei der Gabe von zu großen Futterpartikeln kann es zu Verstopfungen des Filterapparates kommen, was zur Verzögerung der Entwicklung oder auch zum Hungertod führt. Bewährt haben sich bei mir besonders hartgekochtes Eigelb und Bäckerhefe, sowie Futtertabletten für Welse. Gefüttert wurde bei mir 2 x täglich. Das Wasser war nach der Fütterung trübe und die nächste Fütterung erfolgte sobald das Wasser wieder klar war, meist 12 Stunden später.

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D.) Aufzuchtbecken

Als Aufzuchtbecken wählte ich zunächst kleine, handliche 30 l Becken, wechselte dann aber zu möglichst großen Becken (120 l). Auf Einrichtungsgegenstände wurde völlig verzichtet. Der Wasserstand liegt bei den großen Becken zwischen 20-60 cm, was scheinbar keinen Einfluß auf die Sterberate oder Entwicklung hatte.

Eine Filterreinigung kann nur dann angewendet werden, wenn sichergestellt wird, dass keine Kaulquappen mit angesaugt werden. Da aber auch das im Wasser schwebende Futter durch eine Filterung schnell eliminiert wird, praktiziere ich eine manuelle Reinigung durch vorsichtiges Absaugen grober Schmutzpartikel. Ich habe täglich, vor einer erneuten Fütterung mit einem dünnen Schlauch die abgesetzten Futterreste abgesaugt. Das Wasser wurde durch Sprudelsteine belüftet, was auch ein zu schnelles Absinken des Futters verhinderte. Die entnommene Wassermenge sollte unbedingt durch abgestandenes und streng temperiertes Wasser ersetzt werden. Niemals habe ich mehr als 1/3 der Gesamtwassermenge ausgetauscht. 

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Schutzstatus

Den Afrikanischen Krallenfrosch konnte ich in keiner Schutzkategorie finden, und zählt derzeit nicht zu den geschützten Arten. Lediglich der Kap-Krallenfrosch (Xenopus gilli) ist aufgrund seines Anspruches auf sehr sauberes Wasser  gefährdet. Südafrikanische Naturschützer sind derzeit bemüht, die Lebensräume zu erhalten. 

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Literatur

 

Davies, R. und Davies, V. Das BLV Terrarien Buch (1997) BLV Verlagsgesellschaft mbH München

Herrmann, H.-J. Amphibien im Aquarium (1994) Ulmer Verlag

Iglauer, F., Dimigen, J., Hilken Tierschutzgerechte Haltung von Wasserfröschen („Rana esculenta“) und Südafrikanischen Krallenfröschen (Xenopus laevis), TVT-Empehlungen (TVT = Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.) (1994)

Kobel, H.R., Tinsley, P. The biology of Xenopus Symp. Zool. Soc. London, (1996) Vol.66 Oxford University Press

Kunz, K. Zur Haltung und Vermehrung von Krallenfröschen (Silurana spec.) Reptilia 29 (2001): 68-72 

Kunz, K. Zur Haltung und Vermehrung von Krallenfröschen (Silurana spec.) Reptilia 28 (2001): 68-73

Measey, G.J., Tinsley, R.C. Feral Xenopus laevis in South Wales. Herpetological J. 8 (1998): 23-27

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