 |
|

|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
|
Kreuz des Südens |
Bleich in des Himmels Südgefild ein Himmel, dessen Sternensaat, wie Weisheit, hellt, nicht wärmt den Pfad- Kreuz, vielgedeutet, Bild der Gnad-verblaßt auch du, wenn Dämmerung naht, mit Zeichen, mit Zeichen, die einst sinnerfüllt, und Göttern, nun erstarrt zum Bild? |
Fremd, fremd-du einst als Freund bewährt, Sinnbild, so hoch, sofern, ein Traum: o wie entrückt, göttlicher Baum, des Erntes niederhing zur Erd- Eden, das neu von Früchten schwillt!- Kommende Völker fernes Heer geschart ums weite Südenmeer. |
Schaun in Äonen sie dein Bild, wards ihnen dann bedeutungsleer? Nicht anders als Orions Schwert? Wenn von den Sternen, unbekehrt, Christ wie der Riese ihnen gilt? Muß sein denn ewige Wiederkehr? Und wer sind Söhne- Väter wer? |
Hermann Melville |
|
 | |
 | |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
|
Ostrau |
Hundert Jahre lebt ich im Schacht voll Harm, hundert Jahre hab ich Kohlen gegraben, bis sich zu Eisen in fleischlosem Arm meine Muskeln gehärtet haben. |
Mit Kohlenstaub sind meine Augen gefüllt, meine Lippen verkohlt mit den Jahren, und Kohlenzapfen hängen mir wild aus Brauen und Bart und Haaren. |
Von Robot zu Robot gehts ohne Rast, Brot mit Kohle ist meine Speise, an der Donau türmt sich Palast an Palast aus meinem Blut, meinem Schweiße. |
Hundert Jahre schwieg ich im Schacht voll Not,- wer vermag sie mir wett zu machen? und als ich den Herrn mit dem Hammer gedroht, begannen sie höhnisch zu lachen. |
Ich solle doch klug sein, zum Schacht zurück, und mich schinden unverdrossen,- ich schwang den Hammer,- im Augenblick ist Blut in Ostrau geflossen. |
Ihr alle in Schlesien, merkts euch all, sei Peter , sei Paul euer Namen, schirmt eure Brust mit Panzern von Stahl, ruft tausend zum Angriff zusammen. |
Ihr alle in Schlesien,- euch sag ichs auch, die über die Schächte schalten-: es kommt ein Tag voll Flammen und Rauch, ein Tag, wo wir Rechnung halten. |
Peter Bezru`c |
|
|
|
|
 | |
 | |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
|
|
|
 | |
 |
|