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Hymne an die Göttin Nemesis |
Göttin der geflügelten Rache! Die du ernsten Blickes, Tochter der Gerechtigkeit, der Taten Waage hebst, die du der Sterblichen Frevel zähmst mit demantenem Gebiß! Die du hassest die verderbende Hoffart, und bannest hinweg den blassen Neid. Deinen Winken gehorchet des Glücks, sich stets wendendes gefürchtetes Rad. Unbemerkt, nahet,Göttin, dein Fuß, aber du kommst, und beugest des Stolzen Nacken. Immer schaut dein Blick herab auf der Menschen Geschlecht, und es mißt dein Maßstab ihr Leben! Göttin, die du das Joch auflegst und lösest, sei mir günstig, du Gerechtigkeitswalterin, Nemesis, die du schwebst auf vergeltungsbringenden Fittich! Dich sing ich, ewige Göttin! Dich der Wahrheit Vertrauteste, Dich, und die Genossin deines Tempels, die furchtbare Gerechtigkeit mit den schnelle Schwingen, Sie die der sterblichen Missetat, durch deine Vergeltung, tilget oder im schrecklichen Tartaros bestraft. |
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Spruchgedichte |
Erheb dich nicht Nachts, noch geh aus dem Haus, es sei den zur Not und zur Nachschau; dann treib auch den Fremden nicht scheltend vom Tor, sondern gib dem Bedürftigen gerne. Behandle nicht höhnisch mit Hochmut und Spott den fahrenden Mann oder Fremden, nicht immer errätst du`s und schwer gehst du irr, sind edler Geburt deine Gäste. Zum Augengespötte nicht mache den Mann, der zu dir als Gast ist gekommen; leicht dünkt sich der klüger, den keiner ausfragt, der mit trockener Haut sitzt zu Hause. Die Angel muß stark sein, die ewig sich dreht, um aller Welt Einlaß zu geben; und schiebst du den Riegel vor, wünscht dir der Schwarm der Bettler nur Unheil und Arges. |
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Aus der Voluspa |
So seh ich auch Balder als blutenden Gott: des Wotans- sohn Schicksal entschieden längst war! Sein harrte, gewachsen in heimlichem Wipfel, der Zweig jener Mistel schon, zierlich und zart. Ihm wurde das Schößlein, so schwach es auch schien, zum haßvollem Schafte, von Hader geschleudert. Doch Wali, sein Bruder, der kaum noch geboren, einnächtig erst, naht schon zur Rache herbei; das Haar er nicht kämmte, noch wusch er die Hände, bevor er nicht Balder zum Brandstoß gebracht. Doch Frigga beweint nun im Fensal der Welten und Walhalls Verlust. |
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