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Seetang |
Wenn hernieder auf dem atlantischen Meer die gigantischen Stürme der Tag-und Nachtgleiche wehn, tragen die aufgewühlten Fluten, gepeitscht wie von Ruten, landwärts den Tang durch die gischtenden Seen. |
Von dem Saum der Bermudas gerissen, von Felsenkulissen aus der Azoren leuchtendem Tor, von Bahama und den blitzenden, Silber spritzenden Wellengewoge bei San Salvador-, |
Von den Orkneys, gerottet in Rudeln, aus heiseren Strudeln der Brandung um den Hebriden her, von den Kanten, Klippen und Kliffen, verwrackten Schiffen über das öde, regnichte Meer-, |
Treibend, treibend, treibend immer, einsame Schwimmer, schwanken die Büschel dahin auf der Flut, kommt der Tang im Strom der Wogen rastlos gezogen, bis er am Sande der Buchten ruht. |
H.W. Longfellow |
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Sehnsucht |
Es schienen so golden die Sterne, am Fenster ich einsam stand und hörte aus weiter Ferne ein Posthorn im stillen Land. Das Herz mir im Leibe entbrennte, da hab ich mir heimlich gedacht: ach, wer da mitreisen könnte in der prächtigen Sommernacht. |
Zwei junge Gesellen gingen vorüber am Bergeshang, ich hörte im wandern sie singen die stille Gegend entlang: Von schwindelnden Felsenschlüften, wo die Wälder rauschen so sacht, von Quellen, die von den Klüften sich stürzen in Waldesnacht. |
Sie sangen von Marmorbildern, von Gärten die überm Gestein in dämmernden Lauben verwildern, Palästen im Mondenschein,wo die Mädchem am Fenster lauschen, wenn der Lauten Klang erwacht und die Brunnen verschlafen rauschen in der prächtigen Sommernacht. |
Joseph von Eichendorff |
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