Sicherheit
Einleitung
Oberstes Gebot ist Sicherheit, ganz besonders wenn man sich selber in kritische Situationen
wie Selfbondage begibt. Nur wer im Voraus alles plant und sich alle Risiken überlegt,
kann recht sicher sein.
Es folgen Hinweise und Tricks wie man auf der sicheren Seite steht.
Vorbereitung
Spielt die wichtigste Rolle! Je besser vorbereitet, um so weniger kann schiefgehen.
Unbedingt Zeit lassen. "Was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen!"
Ausprobieren!
Nicht nur Anfänger sollten alles was neu ist ausprobieren.
Statt sich gleich Anfangs voll einzuwickeln, sollte man sich erst zu einem Teil fesseln
und sich in die Position begeben, aus der man sich danach befreien muss. So lässt
sich z.B. eine sich selbst zuziehende Schlaufe auf dem Rücken ohne Zug gut
lösen, aber wehe es zieht zu fest daran, oder der Knoten ist all zu fest
zusammengezogen.
Auch sehr sinnvoll ist das Austesten der Befreiungsfunktion. Gerade bei der
Anordnung sollte man prüfen, ob nichts hängenbleiben kann. Am besten,
man probiert z.B. die Tricks mit den Eis-Würfeln vorher aus, um zu sehen,
ob sich die Schnur nicht verknotet. Wenn man einen Erfolg zu verzeichen hat,
sollte man ihn nicht einfach hinnehmen, sondern noch zweimal wiederholen, bis
man drei gelungene Versuche zu verzeichen hat.
Gerade beim Knebeln ist darauf zu achten, dass man genug Luft kriegt, am besten sind
Knebel die auch das Atmen durch den Mund erlauben. Mit einem Rohr im Mund ist da
Sprechen zwar schwierig, doch die Luft lässt sich immernoch "schnorcheln".
Mehrere Sicherheiten
Nur ein Schlüssel in einem Eiswürfel als einzige
Befreiungsmöglichkeit ist schlichtweg leichtsinnig. Zwei Sicherheiten sind zwar besser, langsam sicher ist
man aber erst mit drei Sicherheiten.
Doppelt hält besser
Statt nur einen Schlüssel einzufrieren, friert man am besten zwei ein, und
zwar nicht in denselben Würfel (!) sondern in zwei seperate, die auch seperat auf-
gehängt werden.
Zwei Techniken zum Befreien ist besser als eine doppelt!
Geht es mit der einen Technik nicht, hilft diese doppelt auch nicht viel. Darum am
besten mehrere verschiedene Techniken einsetzten.
Not-Ausgang
Hast
du einen Gegenstand, den du magst. Ist er auch noch zerbrechlich, oder lässt er sich
leicht verreissen? Gut, dies ist dein Not-Ausgang: Jederzeit verfügbar, aber wenn
du die Tür aufmachst, fällt die Vase dahinter auf den Boden.
Nun ein paar Gegenstände die du besonders gern hast, und was mit ihnen im Notfall
zu tun ist:
Geldschein - Wenn du an der Schnur mit Notschlüssel ziehst, reisst der Geldschein,
wird rot eingefärbt oder wird vom Hamster gefressen....
Das Gleiche lässt sich auch mit Fotos, Identitätskarten, Ausweisen usw.
erreichen, allerdings ist da der Preis schon recht hoch!
Die Schnur mit dem Schlüssel wird an deine beste Vase gebunden; neben der zerstörten
Vase gibt die Sauerei mit dem Wasser darin auch noch Arbeit (Vorsicht
Verletzungsgefahr! Besser mit einem Kunstoffeimer, der mit Wasser gefüllt ist
versuchen)
Telefon: Du kannst noch Telefonieren, aber zu was für einem Preis?!
Eine Hilfsperson
Das Beste ist immer zu wissen, dass jemand vorbeikommt um im
Notfall einzugreifen. Entweder ist diese Person eingeweiht oder sie kommt unter einem
anderen Vorwand vorbei. Dies ist natürlich äusserst unangenem für beide!
Eingeweiht: Am einfachsten, aber schwer zu finden (Ich kann ja hier eine Kontaktanzeige
anbieten, in der Gleichgesinnte die Hilfspersonen suchen können, bei
Intresse
einfach eine e-mail senden.
Nicht eingeweiht: z.B. kommt deine Mutter immer Dienstags zu dir um deine Wäsche
(und vielleicht auch noch ihr Lohn dafür) abzuholen. Dann richte es doch so ein,
dass du noch genug Zeit hast, bis sie vorbeikommt.
Oder du wohnst noch bei deinen Eltern und sie gehen weg, hier musst du sowieso stressen,
um überhaupt etwas Rechtes anzufangen, bis sie wieder kommen.
Mach mit deinem/deiner Kolleg/Kollegin ab, er soll dich abholen oder besuchen oder sonst was und sag ihm,
dass er eintreten darf (oder wo der Schlüssel für die Tür ist) wenn du
ihm nicht öffnen kannst (Vorwand: Du bist vielleicht gerade unter der Dusche).
Das Problem hier: er muss absolut zuverlässig sein.
Was kann sonst noch Schiefgehen?
Brandgefahr!
Das Verwenden von Kerzen und ähnlichem (z.B. um die Schnur mit dem Schlüssel
durchzubrennen) verbietet sich von selbst. Wenn ein Feuer entsteht, kann du gar nichts
tun!
Ein Feuer kann aber auch anders entstehen:
- Durch Elektrogeräte
- Ist der Herd abgestellt?
- Sind Fernseher und Stereoanlage nicht nur im Stand-By,
sondern am besten Ausgesteckt? Hilfreich eine Steckdosenleiste, mit der
man dies schnell erledigen kann.
- Wenn möglich alles Licht aus
- PC ausstecken (Moderne
haben eine Stand-by Leitung)
- Durch Kerzen (alle Löschen und Docht mit nassem Finger
löschen)
- Durch Nachbarn!
- Durch andere heisse Quellen
Unvorgesehene Ereignisse
Sind von Fall zu Fall anders und sollten mitberücksichtig werden.
Was du vermeiden musst
Besonders gefählich sind Kerzen.
Auch ungetestete Techniken sind
gefährlich: Wenn du im Internet eine neue Technik siehst, heisst das noch
lange nicht, dass sie auch funktioniert!
Schnüre sind zum Fesseln nicht geeigent und Schneiden leicht ein. Sie können
sogar ernsthafte Verletzungen verursachen.
Auf keinen Fall die Luftzufuhr unterbrechen!
Elektrische Stromstösse
Ich rate generell von allen
Geräten ab, welche elektrische Impulse durch den Körper abgeben (selbst solche mit
Batteriebetrieb), als Elektriker
kann ich auch erklähren warum:
- Elektrischer Strom merkt man ab rund einem Miliampere (mA)
- ab 10mA kribbelt es schon heftig
- bei 15-20mA ist die Loslassgrenze, d.h. die Finger ziehen sich so
fest zusammen, dass man nicht mehr aus eigener Kraft loslassen kann
- ab 20mA beginnt es zu Schmerzen
- bei 20-30mA wird es langsam gefährlich, besonders wenn das
Herz durchflossen wird
- Um die 30mA ist es gefährlich, können erste Störungen auftreten, die
Schmerzen sind unerträglich, der Körper zieht sich
krampfhaft zusammen.
- 50mA sind ziemlich sicher tötlich, führen sie doch zu
Herzkammernflimmern
- bei 80mA treten die ersten
grossen Verbrennungen auf
Wie man sieht ist der Bereich, der interessant währe sehr klein, da
zwischen 15 und 25mA oder anders ausgedrückt: zwischen Kribbeln und Tod!
Auch ein
batteriebetriebenes Gerät kann tötlich sein! Zudem sind diese Geräte meist
auch nicht getestet worden, die wenigsten haben ein richtiges Qualitätssigel.
Was passiert, wenn bis zu 20mA
durch Unterarm und Hand fliesst, lässt sich an
manchen Veranstaltungen testen. In unserer Region hatte
man schon mehrmals die Möglichkeit auf
Veranstaltungen dieses Experiment
durchzuführen. Meist wird dazu ein sogenannter
FI-Koffer eingesetzt (Eine Firma in unserer Stadt baut
solche, wir haben auch einen in der Lehrwerkstatt), der
eindrücklich zeigt, wo bei einem persönlich
die Loslassgrenze ist. Dieser Koffer kostet eine Unsumme
und wurde mit besten Bauteilen (Fi-Schutzschalter usw.)
ausgerüstet und getestet, dennoch darf auch damit
kein Strom durch das Herz
fliessen! Ich selber habe schon mal auf 18mA geschraubt und
bin dort nicht allzulange verweilt, da dies höchst unangenem ist.
Weitere Infos zu diesem Thema auf
BDMANS Homepage.
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