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Vielfach wird für den Unterricht in der Schule auf Computer aus Supermarktketten zurückgegriffen. Der Preisvorteil ist klar sichtbar, ein technischer Unterschied zu teueren Produkten nicht erkennbar und ...gute Testberichte liegen auch noch vor. Doch 700 MHz sind nicht gleich 700 MHz und die Soundkarte spielt doch eigentlich keine Rolle, oder?
Eine gute Soundkarte ist im Unterricht kreativ einsetzbar. Einige Beispiele:
Eine Soundkarte guter Qualität ersetzt, in Verbindung mit einem CD-Rom oder DVD Laufwerk, vollwertig einen CD Spieler (den kann man sich dann sparen)
Qualitativ hochwertige Soundkarten sind in der Lage Sprache klar und unverfälscht wiederzugeben. Eine hervorragende Möglichkeit zum Üben von Diktaten und Vokabeln wird hiermit eröffnet. Sprechen sie ihren Text einfach auf den Computer und lassen sie ihre Schüler das Wiedergabetempo selbst bestimmen.
Gleiches gilt für Leseübungen. Ihre Schüler haben eine enorm motivierende Quelle, wenn sie die Möglichkeit haben die Soundkarte für das Lesetraining einzusetzen.
Sie können ein Keyboard oder ein E-Piano an ihre Soundkarte anschließen. So eröffnet sich die Chance, ihre Musik nicht nur über die Soundkarte in HiFi Qualität auf dem Computer aufzunehmen, sondern auch die Noten, über ein zusätzliches Notationsprogramm, am Computer sichtbar zu machen.
Ein Hörspiel in der Klasse zu produzieren ist auch eine schöne Idee, genauso wie das vertonen einer Bildfolge, ähnlich einer Ton-Dia-Show. Eine sehr motivierender, weil spaßmachender Aspekt von guten Soundkarten ist die Möglichkeit digitale Effekte auf die Stimmen oder Klänge zu geben. Ein Rapgesang ist ebenso möglich wie verschiedene Echos und Hallräume oder die Möglichkeit die Sprache einmal rückwärts zu hören.
Phantasie wird erst durch die Summe vieler Möglichkeiten entflammbar.
Und noch ein letzter, mir persönlich sehr wichtiger Gesichtspunkt, der für gute Soundkarten spricht. Schüler mit auditiven Wahrnehmungsschwächen, für die z.B. das Richtungshören oder die akustische Lautdifferenzierung (sie wissen schon, die g und k Verwechsler) ein Problem ist, haben durch den Einsatz entsprechender Software (etwa "Auditives Wahrnehmungstraining" aus dem Trägerverlag) eine gute Chance auf Verbesserung ihrer Schwäche. Nur brauchen sie dazu eben eins, eine gute Soundkarte und natürlich gute PC Lautsprecher.
Noch besser (und günstiger) als hochwertige PC Lautsprecher ist folgende Lösung: Ein einfacher, billiger (auch alter) HiFi Verstärker mit den (magnetisch abgeschirmten) Monitorboxen JBL Control 1. Diese Lösung ist klanglich ein Optimum! Die Boxen kosten zur Zeit gerade mal 99,- DM pro Stück.
Haben sie schon mal versucht im Geometrieunterricht einen Zylinder oder einen Würfel in 3D am Bildschirm zu präsentieren, die Räume der Körper mit den Kindern nicht nur von außen zu entdecken und zu bemessen sondern mit Hilfe des PCs auch von innen zu betrachten. Falls sie die Idee schon hatten und sie nicht umsetzen konnten, liegt das an der Grafikkarte in ihrem PC . Wir wissen, wie wichtig räumliche Erfahrung für das verstehen von Zahlenräumen ist. Doch der oft verwendete Zahlenstrahl kann auf Papier nur zweidimensional dargeboten werden. Es entstehen bei den Kindern ausgeprägte "Aha" Erkenntnisse über die Entfernung zwischen den Zahlen " 2 und 11" wenn diese Strecke am PC räumlich sichtbar gemacht werden kann. Erste Rechenoperrationen fallen gerade den Matheschwachen Kindern damit ungeheuer leicht.
Eine gute Grafikkarte ist vielseitig einsetzbar. Die bekannten Bilder mit dem Titel "Suche den Unterschied" oder "Wie viele Unterschiede findest du" lassen sich wunderbar selber erstellen und mit Unterschieden im Detail versehen, so dass diese Bilder zu einer guten Konzentrationsübung oder Übung zur visuellen Wahrnehmung werden. Noch ein Beispiel: Sie erstellen mit Corel Draw ein Foto und stehlen daraus einzelne Farbpigmente, die die Kinder wieder einsetzen sollen. Das geht natürlich nur wenn die Grafikkarte die Farben auch wirklich detailliert wiedergeben kann.
Können sie an ihren Computer einen Videorekorder anschließen? Wenn ja, dann hört das ewige Geschiebe mit diesen "Medienwagen" in den Gängen endlich auf.
Die Grafikkarte steht natürlich in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Monitor. Doch hier sind es in erster Line noch andere Faktoren als die klare und eindeutige Präsentation von Bildern und Text die für einen guten Monitor sprechen.
In den Schulen werden vielfach Geräte betrieben, die noch mit Bildwiederholraten von 60 Hz flackern. So was macht aggressiv, verursacht schon nach 10 Minuten Kopfscherzen und die Augen nehmen dauerhaft Schaden. Monitore und Grafikkarten müssen sich auf eine Bildwiederholrate von mindestens 85 Hz einstellen lassen! In allen Wirtschaftsbetrieben die mir bekannt sind, sind inzwischen alle billigen und alten Monitore herausgeflogen. (Die stehen jetzt als Spende in den Schulen) Jeder Arbeitsmediziner bekommt bei alten Monitoren regelrechte Anfälle, aber wir müssen uns in der Schule mit dem Satz abfinden ... "für die Kinder tun die es die billigen Monitore erst einmal". Gesundheitserziehung spielt eine große Rolle in Schule. Wir achten auf die Ernährung, Bewegung im Unterricht, betrieben Suchtprävention achten auf die richtigen Beleuchtungsverhältnisse beim Lesen und Schreiben. Wir lassen auch die Kinder an Computern arbeiten, deren Monitore eindeutig die Gesundheit schädigen? ! Um an dieser Stelle nichts durcheinander (Computerspende - Neuanschaffung) zu bringen sei hinzugefügt: Nicht jeder neue Monitor erfüllt die Vorstellung von einem idealen Monitor für Schule. Achten sie einmal auf die Angabe der Größe der Lochmaske. Wenn sie hier Angaben finden die über 0,26 mm hinausgehen, dann vergessen sie diesen Monitor. Für die Augen der Kinder lohnt sich hier jede Mark mehr.
Aber selbst wenn gutes Geld für einen guten Monitor ausgegeben wurde, wird oft eines vergessen. Abhängig von Jahres- und Tageszeit sowie dem Standort eines Monitors müssen Kontrast und Helligkeit immer wieder neu eingestellt werden. Gute Monitore mit einen guten OSD (On-Screen-Display) machen dies in wenigen Sekunden möglich.
Weniger dramatisch aber nicht weniger wichtig ist die Tastatur. Den Rechnern von Supermärkten, Tankstellen und Kaffeehändlern sind häufig Tastaturen beigelegt, die einzeln knapp 20,- DM kosten. Haben sie auch schon Schüler erlebt, die mit der Faust auf die Tastatur geschlagen haben, oder bei Reaktionsspielen am PC dauerhaft eine Taste malträtiert haben? Eine gute Tastatur kostet nicht 20,- DM sondern 80,- DM aber ich bin der Meinung:
Bei der Wahl der Tastatur sollte man unbedingt Wert auf eine hohe Bruchsicherheit legen. Um den Anforderungen im Unterrichtsalltag über Jahre hinaus gewachsen zu sein, macht sich hier ein beim Kauf höherer Preis für eine robuste Lösung, wie beispielsweise eine Cherry Tastatur G83-6105, im laufe der Jahre durch die Verwendung stabiler Materialien mehrfach wieder bezahlt.
Ich erinnere mich noch gut an eine Kollegin, die mir sagte, ihre Kinder seinen wohl niemals in der Lage den Umgang mit der Maus richtig zu erlernen. Es sei auch sehr wirklich schwierig die Sache mit dem Doppelklick usw, fügte sie hinzu. Ein Blick auf diese Maus und es war klar warum die Kinder (und die Kollegin) Probleme damit hatten. Das Ding kostete keine 5,-DM Die beiden Maustasten schlackerten lose auf der Maus. Von Klicken konnte hier keine Rede sein. Die Maus wurde ausgetauscht gegen eine Pilotmaus von Logitech und schon klappte es in der Klasse auf Anhieb. Die Frustrationen waren einfach verschwunden.
Kennen sie das Programm "Wahrnehmung" aus dem Trägerverlag? Ein hervorragendes Programm zum Training der visuellen Wahrnehmung. Vieles darin ist in Anlehnung an die Ergebnisse von Marianne Frostig umgesetzt. Die Software bietet eine hervorragende (ergänzende) Methode zur Verbesserung der visuellen Wahrnehmung. Rechnerleistung braucht dieses Programm kaum, zum erfolgreichen Einsatz benötigen sie nur eine gute Maus.
Eine Festplatte ist nicht gleich einer Festplatte. Selbst wenn die Speicherkapazitäten zweier Festplatten identisch seien sollten. In der Schule gilt auch hier: Aufgrund des begrenzten Finanzbudgets, das den Schulen zur Verfügung steht, sollte hier in Qualität investiert werden. Vermeintliche Billigangebote aus den Supermarktketten bauen hier häufig mindere Qualitäten ein, die die Lebensdauer' einer Festplatte wesentlich früher beenden können. Somit hätten Sie dann am falschen Ende gespart.... .
Die Eingangs erwähnte Prozessorleistung ist nicht das alles entscheidende Kriterium für den Kauf eines Computers für die Schule. Sicher macht es mehr Spaß, wenn z.B. die Eule auf der CD-Rom "Löwenzahn 3" wirklich schnell fliegt und eine echte Bedrohung für den Igel darstellt oder Fotos von letzten Schulfest sich wirklich zügig auf dem Monitor aufbauen, aber dazu braucht es keine 700 Megahertz oder mehr.
Ein letztes: Echtes Geld sparen können sie, wenn sie auf den Mitkauf eines Betriebssystems (Windows 98 etc) sowie auf die häufig mitangebotene Software verzichten. Sie als Lehrer/in haben ebenso die Möglichkeit, wie auch die Schule selber eine Schullizenz der Softwarehersteller zu erwerben. Diese ist nicht selten um 70 bis 80% günstiger. Nur Schullizenzen gibt es nicht im Supermarkt.... .
Die Schule hat kein Geld! Das weiß ich auch. Ich plädiere nur dafür die zur Verfügung stehen Gelder für den Bereich "Neue Medien" sinnvoll einzusetzen.
Ich habe im Auftrag für das "Institut für Neue Medien und Schule" (http://www.inmus.de) einen Computer zusammengestellt, der den allen Kriterien entspricht. Ihr Computerhändler, wird ihnen sicher ebenso diese Bauteile zu einem "pädagogischen" Rechner zusammenbauen können. Mein(!) Computer für den Betrieb im Schulalltag enthält folgende Bestandteile:
Gehäuse: Midi Tower ATX 300 Watt
CPU: AMD Athlon 850.
Motherboard: MSI MS6195
Festplatte: 20,5 GB IBM
Arbeitsspeicher: 128 MB SDRAM
Grafikkarte: 3dfx Voodoo 3-3000
Soundkarte: Terratec DMX
Lautsprecher JBL Control 1
DVD 10x
3,5 Diskettenlaufwerk
Tastatur: Cherry G83-6105
Maus: Logitech Pilot Wheel
Mikrofon
alter HiFi Verstärker
Monitor: Elsa Ecomo 530
Drucker: HP 930 C
Scanner: Agfa Snap Scan Touch
Natürlich ist dieser PC ein absoluter Traum. Den bezahlbaren Rahmen allerdings könnte folgende Zusammenstellung entsprechen, ohne die genannten Kriterien zu sehr zu verlassen.
Big Tower PIII 700 MB
ASUS P3C2000,
128 MB SDRAM,
Matrox G 400 DH 32 MB AGP,
SoundBlaster 128 PCI,
Festplatte 20 ,5 GB WD,
DVD 10x
3,5" Laufwerk,
Tast.Cherry G83-6105
Intellipoint Maus MS.
Drucker: HP 640
Monitor: Acer 78c
Scanner: Agfa Snap Scan Touch
Creative Aktiv Boxen SB52
Berthold Halbwachs
Nov. 2000
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