Bulgarien
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Die Bulgarische Sprache

Das Bulgarische ist eine slawische Sprache und gehört dabei zum südslawischen Zweig der (indogermanischen) slawischen Sprachfamilie.
Die altslawische Substantiv- und Adjektivdeklination hat das Bulgarische aufgegeben, dafür aber die reichhaltige alte Verbalflexion
beibehalten und sogar noch ausgebaut.

Die ersten (gesicherten und systematischen) Aufzeichnungen der bulgarischen Sprache wurden von den beiden heiligen Brüdern Konstantin und Metodij angefertigt. Dabei hatte Konstantin um ca. 860 n.Chr. eine eigene Schrift für das Bulgarische geschaffen:
die Glagolica oder glagolitische Schrift. Diese hat sich aber letztendlich nicht durchgesetzt, sondern eine von der damaligen griechischen Schrift abgeleitete und mit einigen aus der älteren Glagolica übernommenen Zeichen für die speziell slawischen Laute bereicherte Schrift: die Kyrillica oder kyrillische Schrift. Sie wird heute noch in Bulgarien als einzige Schrift für
das Bulgarische verwendet.

Mit dieser kyrillischen Schrift wurden erstmalig systematisch slawische Texte aufgezeichnet und andere Texte ins Bulgarische übersetzt. Und von Bulgarien gingen diese Texte dann weiter nach Serbien, Russland und sogar bis Mitteleuropa.
Das bedeutet, dass die früheste Aufzeichnung slawischer Texte überhaupt in Bulgarien stattfand und Bulgarien deshalb als die
Wiege aller slawisch-orthodoxen Kultur.

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Bulgarien

Während der Völkerwanderung zogen viele Stämme durch Bulgarien: Goten, Hunnen, Bulgaren und Awaren. Im 7. Jahrhundert gewannen
die Bulgaren die Oberhand. Das byzantinische Reich erkannte die bulgarische Herrschaft an. Khan Boris I. nahm 864 das Christentum
an. 1396 wurde Bulgarien von den Osmanen erobert und war rund 500 Jahre Teil des türkischen Reiches. Erst 1908 wurde das Land
ein unabhängiges Königreich.

Sofia

Die Geschichte Sofias reicht Tausende von Jahren in die Vergangenheit zurück. Durch die Jahrhunderte gab die Stadt vielen verschiedenen Völker Unterschlupf. Jede dieser ethnischen Gruppen hat ihre Spuren in der Stadt hinterlassen und ihr Kapitel zu ihrer reichhaltigen Geschichte hinzugefügt.

Mit den ersten steinzeitlichen Dörfern auf dem Gebiet des heutigen Sofia beginnt die Geschichte der Stadt. Bei Ausgrabungen kam eine Siedlung aus der Jungsteinzeit mitten im Zentrum des modernen Sofia ans Licht, die sich in eine ganze Reihe von Funden aus der Frühzeit der Besiedlung einreiht. Eine richtige Stadt gründeten die Siedler zu dieser Zeit noch nicht.

Spuren der ersten Stadt finden sich aber vor fast 3.000 Jahren. Der thrakische Stamm der Serden ließ sich im 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in dieser Region nieder und gab der neuen Stadt den ersten urkundlich erwähnten Namen des heutigen Sofia-- Serdika. In Byzanz nannte man die Stadt Triaditsa, die Slawen nannten sie Sredets. Im 3. Jahrhundert vor Chr. endete die Herrschaft der Thraker mit der Eroberung durch römische Truppen.

Die Römer drückten denn nun auch Serdika ihre architektonischen Stempel auf und bauten starke Mauern um Serdika, das sie zur Hauptstadt der Provinz Inneres Thrakien machten. Die Stadt wurde auch zu einem wichtigen Haltepunkt entlang der römischen Straße von Naisus, dem heutigen Nish in Jugoslawien, nach Konstantinopel. An vielen Stellen sind heute archäologischen Reste der Thraker und Römer in Sofia zu sehen. Die Tore und Türme der Stadtmauer von Serdika, öffentlichen Gebäude und Tausende von Jahren alte Straßen geben ein Bild der Zeit wider.

Einen großer Teil der Altstadt von Serdika findet sich heute unter wichtigen modernen Gebäuden. Das alte Rathaus liegt heute unter dem Hotel Sheraton, unten dem Nationalen Historische Museum liegen Reste eine Basilika. Ein wichtiger in jeder römischen Stadt waren die Thermen, deren Reste man zusammen mit einem römischen Wohnhaus mit gut erhaltenen Mosaiken man nun unter dem Hotel Rila besichtigen kann.

Das römische Reich zerfiel, nach der Invasion der Hunnen im Jahr 441 wurde die Stadt von Byzanz wiederaufgebaut. Für die Slawen spielte Sredets eine Schlüsselrolle im ersten bulgarischen Reich, bis Byzanz im Jahr 1018 Triaditsa wieder zurückeroberte. Am Ende des 12. Jahrhunderts gründete sich der zweite Staat der Bulgaren zurück, Sredets wurde zu einem bedeutenden Handelszentrum. Den heutigen Namen erhielt die Stadt im 14. Jahrhundert nach der Basilika der Heiligen Sofia benannt, was auf Griechisch Weisheit bedeutet.

Mit der Eroberung durch die Türken im Jahr 1382 hörte Bulgarien auf zu existieren, Sofia wurde zur Provinzhauptstadt. Mit der Gründung des Dritten bulgarischen Reiches im Jahr 1879 wurde Sofia einmal mehr Hauptstadt Bulgariens. Schnell wandelte sich das Bild der Stadt von einer orientalischen zu einer europäischen Metropole.

Heute sind aus der Blütezeit Bulgariens zwischen Staatsgründung und erstem Weltkrieg viele Straßen, Gebäude und Parks erhalten, ganze städtebauliche Ensembles bewahren den architektonischen Stil um den Jahrhundertwechsel. Zwischen 1879 und 1939 wuchs die Bevölkerung von Sofia von 20.000 bis 300.000 Einwohner an, heute leben 1.250.000 Menschen in der Stadt.

Berühmt war Sofia schon in der Antike für seine Quellen mit kaltem und heißem Mineralwasser. Auch heute noch lobt man die Qualität und Heilwirkung des Wassers, Quellen findet man im Zentrum der Stadt sowie in den Vierteln Kniazevo, Gorna Bania, Bankia, Ovcha und Ivaniane.