Reiseberichte

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Reisebericht von Klaus

 

Reise nach V r a h o s .

Es hat alles damit angefangen, das mich Detlef vor ein paar Wochen mit der Frage überraschte, ob ich nicht Lust hätte, drei Wochen Urlaub im Griechenland zu machen. Er selbst war vor 18 Jahren schon einmal mit Renate dort und kennt die Gegend und einige Leute aus dieser Zeit.

 Detlef hat vor, evt. ganz dorthin zu ziehen und will sich dort umsehen. Ferner hat er vor, am Strand in einer der Pensionen oder auch in eigener Wohnung einen  Stützpunkt für Gruppen bis zu 10 Motorrädern oder mehr einzurichten und dann von dort aus geführte Touren durch Westgriechenland anzubieten. Evt. später auch Motorräder zu vermieten. Also hatte ich reichlich Stoff zum Nachdenken und um Detlef Löcher in den Bauch zu fragen, was dann auch geschah. Wie sich nach unserer Ankunft ergab, waren es noch nicht genug. Doch davon später. Ich selbst suchte in dieser Zeit mal wieder einen Ort für meinen jährlichen Urlaub und hatte mich noch nicht entschieden. So fiel es mir nicht schwer, ja zu sagen und nach einigem Hin und Her waren wir uns einig und der Termin wurde festgelegt. Am          29.09.2006 sollte es los gehen ab Manubach mit Kombi und Hänger mit 2 Motorrädern.

 Das hat auch alles prima geklappt und ging gut bis wir im feindlichem Ausland waren. Dort gab es dann von vor Würzburg bis hinter Nürnberg einen Stau nach dem anderen, was uns schon mal 1½ Stunde kostete. Danach ging es eigentlich recht flott weiter, wenn man mal von den recht vielen Mautkassen und Grenzübergängen absieht. Natürlich zog sich die Fahrt durch Österreich, Slowenien, Serbien und Mazedonien so richtig lang hin, aber das richtige Problem begann dann in Griechenland. In Saloniki angekommen, suchten wir dann die richtige Straße in Richtung Igoumenitsa. Da auf den normalen Karten die innerörtlichen, oft recht komplizierten Schleifen, Brücken und Unterführungen  in die richtige Richtung  nicht zu finden sind, waren wir erstmal auf der richtigen Strasse, aber in der falschen Richtung  unterwegs. Nach einer ½ Stunde haben wir unseren Fehler bemerkt; das heißt, eine Stunde war wieder weg. Die dann erreichte, auch wieder Mautpflichtige Autobahn Richtung Igoumenitsa  war über eine lange Strecke prima zu befahren. Ohne große Steigungen, mit vielen Tunneln und wenigen Abfahrten. Leider, und da hat Detlef´s Karte Recht gehabt, hat diese Strasse noch viele Lücken und so ging es irgendwo also ab auf die Landstrassen und in die Berge Griechenlands.

 Es war mitten in der Nacht, die Strassen nicht beleuchtet und die Schilder selten und kaum zu sehen. So brauchten wir für etwa 100 Km sagenhafte 5 Stunden und glaubten schon, wir hätten uns gründlich verfahren, fanden eine Tankstelle und bekamen dort Auskunft und frischen Kaffee. Die Umleitung war eine einzige Baustelle mit Kurven, die wir dann nicht mehr gezählt hatten. Es war 07.00h und wieder hell geworden und so ging es wieder in die Berge. Auf dieser Strecke wurden wir dann für alle Strapazen der Nacht mit herrlichen Ausblicken auf eine grandiose Landschaft entschädigt. Am Sonntag gegen Mittag hatten wir dann auch unser Ziel erreicht, uns in den Zimmern eingerichtet und fielen ins Bett. Irgendwann war dann auch der Schlaf nachgeholt und wir waren wieder frisch und munter.

 Mit Detlef besuchten wir am Montag erstmal Kanallaki (das ist hier so was wie der Sitz der Verbandsgemeinde, Provinzhauptstadt). Danach erledigten wir die ersten notwendigen Einkäufe, um in den nächsten  Tagen nicht zu verhungern. In Kanallaki bekommt man fast Alles, was diese Gefahr abwendet.

 Jetzt sind ein paar Worte zu unserer Unterkunft wichtig. Wir bewohnten 2 Apartments mit folgender Ausstattung: Küche mit kleinem Herd, Kühlschrank, Spüle, Tisch mit 4 Stühlen und ausreichendem Geschirr. Toilette mit Waschtisch und Dusche. Schlafzimmer mit Doppelbett, kleinem Schreibtisch, Schrank und eine kleine Couch. Davor ein Balkon mit Tisch und Stühlen. Handtücher und Bettwäsche werden gestellt. Für 2 bis 3 Personen ausreichend, bei 4 wird’s sicher etwas eng. Alle Apartments sind mit Klimaanlage ausgestattet. Ebenerdig ist unter dem Haus viel Platz für Motorräder und Autos.

 In den nächsten Tagen erkundeten wir die Gegend, in der einen Richtung ca. 40km bis Preveza, in der anderen Richtung ca. 40km bis Igoumenitsa, der nächsten  Hafenstadt im Norden, gegenüber der Insel Korfu. Es gibt hier Berge und Täler mit wirklich überwältigenden Aus- und Ansichten, wie ich sie noch in keinem Prospekt gesehen habe. Sogar schon von den Fernstrassen aus. Noch besser, wenn man mal rechts oder links abbiegt und die kleineren Strassen nutzt. Gute Karten sind dann aber von Vorteil.

 Zum Wetter  ist zu sagen, dass es in einer Nacht ein kräftiges Gewitter mit ebensolchem Regen gab. Der nächste Vormittag war noch etwas verhangen. Das war in den zwei Wochen die einzige Störung des wirklich schönen Wetters mit Temperaturen bis 25°. Auch die Adriatemperatur war Mitte Oktober noch angenehm zum Schwimmen. Der Strand ist recht breit und besteht aus sehr feinem Kies bzw. etwas groberen Sand und ist sauber, ca´ 2 Km lang und zu dieser Jahreszeit sehr leer.

 Preveza ist eine Hafenstadt mit einem Flugplatz mit Terminal und einer Landebahn, die auch für einen A 310 ausreicht, ist aber nur selten geöffnet. Die Stadt ist recht lebhaft, mit vielen Möglichkeiten Geld auszugeben. Im der Hafengegend sind viele kleine Gassen mit vielen Läden und unzähligen Straßenkaffee´s. Der Yachthafen ist nicht gerade klein und sieht sauber und gepflegt aus.

 Leider ergab es sich, dass wir früher als geplant zurück mußten. Wir haben uns entschieden, von Igoumenitsa mit der Fähre nach Ancona überzusetzen. Das sind zwar etwa 700 Km und 14 Stunden an Deck, aber man muss sie nicht selbst fahren und spart etliche Kilometer Strasse. Das gleicht die Kosten für die Fähre wieder aus. Unsere Rückreise lief dann recht gut ab. Unsere Passage hatte wir schon am Mittwoch gebucht und sind dann am Freitag Nachmittag zum Hafen gefahren. Wir hatten noch Zeit, um uns kräftig den Bauch zu füllen - wir hatten ja 14 Stunden an Bord vor uns.  Die Fähre kam pünktlich an und legte ebenso pünktlich um 22.30h ab. Wir standen mit unseren Fahrzeugen auf Deck 6, dem obersten von 4 Fahrzeugdecks, für Camper jederzeit zugänglich. Die Überfahrt nach Ancona war bei schönem Wetter und ruhiger See problemlos. Beachtlich war die Geschwindigkeit dieses Blechkastens. Das Navi von Detlef zeigte erstaunliche 52 Km/h an. Man kann sich an Bord auch in verschiedenen Lokalen satt essen , aber die Preise sind dann auch so.

 In Ancona von Bord zu fahren war kein Problem und ging auch recht flott. Zollkontrolle gab es keine und so ging es los Richtung Schweiz. Die Mautgebühr durch Italien war angemessen. Den Schock gab es dann an der Schweizer Grenze. Für die Durchfahrt mussten 2 (!) mal Maut a´ 30 € bezahlt werden. Für Fahrzeug und Anhänger. Der Rest der Heimfahrt ab Basel verlief dann bei zunehmender Müdigkeit ohne Probleme. Eine Rast haben wir noch für einen Kaffee und etwas zu essen eingelegt. In Manubach haben wir dann meine Sachen in meinen Kombi umgeladen, die Sachen von Renate und Detlef ausgeladen. Ich hatte dann noch mal gute 40 Km bis nach Boos, meinem Heimatdorf. So gegen 04.30h am Sonntagmorgen hatte ich die wichtigsten Sachen wieder im Haus, genehmigte mir noch ein Bier und verzog mich dann in meine Koje und holte Schlaf nach bis Sonntagabend.

 Ein großes Lob muss ich Detlef zollen. Er hat die meiste Zeit am Steuer gesessen und uns gut hin und zurück gebracht. Ein Lob verdient auch Renate, die dafür sorgte, dass wir nicht verhungerten und die Finanzen stimmten. Mit Detlef  werde ich noch Bilder austauschen und gemeinsam in diesen Bericht einbauen. Alles in Allem kann ich sagen, dass diese Fahrt nach GR für mich eine sehr positive Erfahrung war und sich mir ein neues Urlaubsland nicht nur erschlossen hat, sondern sich von einer einzigartigen Seite gezeigt hat.

Ich hoffe Text und Bilder geben einen Überblick über unsere Reise.

Klaus Fritsch, Boos