
Löwe
23. Juli - 22. August
Der Löwemann
Der Löwemann wünscht beachtet zu werden, wo immer er geht und steht. Er wirkt auf Frauen sehr anziehend, und das weiß er. Betritt er einen Raum, so wenden sich ihm die Blicke der Frauen zu, und die Männer betrachten ihn mit Neid.
Er bewundert schöne Frauen, mag aber nicht, wenn sie laut reden oder sich auffallend kleiden. Seine Begleiterin muß sich immer züchtig benehmen. Er selbst will im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen!
Er hält sich gern im freien auf, besonders bei Tag, wenn die Sonne, seine Gebieterin, scheint. Und er liebt sportlichen Wettbewerb, bei dem er sich auszeichnet. Man könnte meinen, er würde die unvermeidliche Niederlage fürchten, die jeder irgendwann einmal erlebt. Aber der Löwe weiß sogar die Niederlage in einen Sieg zu verwandeln. Das ist sein großer Auftritt! Dem glücklichen Sieger gegenüber erweist er sich mit königlicher Haltung als ein Mensch, der über allem steht. So großartig macht er das, daß manche Zuschauer ihn in der Verwirrung für den Sieger halten! Jedenfalls werden sie genau wie er glauben, nur ein unglücklicher habe ihn um den Triumph gebracht, der seinen überlegenen Talenten eigentlich gebührte.
Der Löwemann ist ausgesprochen extrovertiert. Er lacht gern. Er ist ein Großmaul oder Bluffer, doch gelegentlich kann er ein Tyrann sein. Er schwelgt in Luxus und findet das Beste nicht zu gut für sich. Damit klappt es gewöhnlich, denn was ihm gehört, ist in seinen Augen das Beste. Darüber läßt er nicht mit sich streiten.
Halbe Maßnahmen sind nichts für ihn. Wenn er in den Kampf zieht, wird es wahrscheinlich eine glorreiche Schlacht werden. Wenn es ums Verlieben geht, müssen die Funken sprühen - oder noch besser, ein Freudenfeuer daraus werden.
Er spielt mit dem Leben, mit der Liebe, mit dem Geld. Er findet es nicht leichtsinnig, auf ein Hasardspiel einzugehen, denn er fühlt, es sei einfach sein Schicksal zu gewinnen.
Männer mögen ihn, weil er sich nicht lumpen läßt. Frauen mögen ihn, weil er überlegen, feurig, intensiv ist.
Er hat eine offene Hand und ist ein wertvoller Freund. Wenn Not am Mann ist, nimmt er Risiken und Gefahren auf sich, um die Sicherheit der Menschen, die er liebt, zu gewährleisten.
Gewöhnlich ist er beliebt. Auch diejenigen, die es auf die Dauer hart finden, mit seinem Ego zu leben, haben nichts Persönliches gegen ihn. Sie haben ihn gern - aus sicherer Entfernung.
Anfangs mag man von seiner alles überwuchernden Selbstsicherheit vor den Kopf gestoßen werden. Aber der Einfühlsame spürt, daß der Löwemann seltsam verwundbar ist. Er braucht Menschen, die seine hohe Meinung von sich selbst teilen, und er strengt sich gewaltig an, sie für sich zu gewinnen.
Man kann nie fehlgehen, wenn man ihm schmeichelt, denn was man ihm auch sagt, nichts kann seine eigene hohe Meinung von sich selbst übertreffen. Das ist seine Achillesferse, denn ein Redegewandter kann so seine Entscheidungen beeinflussen. Er ist leicht zu überreden, zu einer Lohnerhöhung, einer Anleihe, einem Gefallen, soagr zu einer Heirat.
Ständig verliebt und entliebt er sich. Liebesgeschichten sind sein Lebenselement. Er ist nur glücklich, wenn er ein reizvolles weibliches Wesen, das ihn bewundert, ausführen kann. Früher oder später wird er eine Frau finden, ohne deren Bewunderung er nicht leben kann - und sie heiraten. Unter den Löwemännern gibt es nicht viel Junggesellen, aber ach, ihre Frauenkenntnis läßt oft zu wünschen übrig, Obwohl er königliche Verachtung über Frauen mit lockerem Lebenswandel verhängt, wird er leicht das Opfer gerade dieses Typs. Sie wissen seine Riesenschwäche auszunutzen - die Eitelkeit.
In der Arbeit ist er oft nachlässig, aber das kann er gut vertuschen. Hastig und impulsiv Erledigtes tarnt er mit dekorativem Anstrich. Wenn das nicht möglich ist, entschuldigt er sich, es fehle im die Geduld für Kleinkram, und läßt durchblicken, daß sich Geringere mit derartigem Zeug abgeben sollen. Irgendwie gelingt es ihm, alles immer so hinzustellen, als ob andere schuld wären. Das kann Mitarbeiter mit der Zeit zur Verzweiflung bringen, aber der Löwe kümmert sich nicht allzusehr um die Gemütsverfassung anderer Leute.
Obwohl er schöpferisch sein kann, fehlt es ihm gewöhnlich an Tiefe und Bedeutung. Er ist ein Mann des Schaugeschäfts, ein Produzent, der immer die blendende oberflächlichle Wirkung sucht. Das genügt, ihn zu befriedigen.
Er wird zornig, wenn es nicht nach seinem Kopf geht, und er duldet keinen Widerspruch.
Ist etwas schiefgelaufen, so wird er mürrisch. Man muß sehr vorsichtig sein, ihn nicht zu provozieren, wenn er in dieser Stimmung ist. Aber lange hält die Depression bei ihm nicht an. Es warten auf ihn so viele Gelegenheiten, sich als königlicher Eroberer zu beweisen!
Der Löwemann ist eifersüchtig. Er thront zwar auf dem Gipfel, befürchtet jedoch, hinabgezogen zu werden ins Tal des Wettbewerbs mit geringeren Sterblichen.
Die Frau, die einen Löwen zum Liebhaber oder Ehemann hat, sollte sich davor hüten, ihn eifersüchtig zu machen. Er kann sehr heftig reagieren.
Das Sexleben des Löwemannes
Er braucht Frauen, wie er Nahrung und Wasser braucht.
Er stellt sich auf eine neue Beziehung ein, als wäre es ein Heldendrama, ein unvergeßliches Erlebnis, eine Gelegenheit, seine Meisterschaft zu beweisen.
Er ist eine starke sexuelle Persönlichkeit. Über Konventionen und Regeln setzt er sich majestätisch hinweg.
Eine Frau, die mit einem Löwen in Beziehung tritt, muß sich einen Ratschlag merken: Nie, niemals ihn an der Nase herumführen. Was man ihm versprochen hat, sollte man halten. Der Löwemann liebt keine Tändeleien. Wer nicht gewillt ist, ihm bis ans Ende zu folgen, lasse sich erst gar nicht mit ihm ein. Er glaubt, die Frau müsse für ihn da sein, weil er selbst immer bereit ist.
Andrerseits kann dieser ungemein selbstsichere Mann durch den Anschein von Geheimnis und Zurückhaltung betört werden. Er meint, die meisten Frauen seien so versessen darauf, seine Gunst zu erringen, daß sie sich kaum zurückhalten können. Diejenige, die ihn fühlen läßt, er müße sich ihretwegen anstrengen, wird am ehesten bei ihm Erfolg haben.
Als Liebhaber huldigt er dem Sprichwort *Dem Mutigen gehört die Welt*. Zweilfel an sich selbst, Schüchternheit, vorsichtige Annäherung gibt es bei ihm nicht. Nichts mit zeitraubendem Herumfummel! Mit einer einzigen, umfassenden männlichen Bewegung reißt er die Beute in seine Arme und in sein Bett.
Manchmal schadet er sich damit selbst. Seine Partnerin erhält den Eindruck, er sei darauf aus, die sexuelle Olympiade zu gewinnen, und hegt Zweifel, ihm gewachsen zu sein. Die Sache wird dadurch, daß er mit dem Vorspiel wenig Zeit verliert, nicht besser. Der Löwemann interessiert sich nur für seine eigenen sexuellen Bedürfnisse. Da erwartet er von der Frau ein Lob für seine Technik. Das ist für ihn die angenehme Nachglut des sexuellen Erlebnisses.
Seine Ausdauer ist bemerkenswert, und er hat großen Appetit aufs Liebemachen. Das heißt jedoch nicht, daß er mehr als einmal am Tag will - wer braucht denn ein da capo, wenn der König sich betätigt hat? Er tritt vielleicht nur einmal auf, das aber mit Gusto.
Die Frau muß sich anpassen, um seinen herrischen Forderungen zu begegnen. Sie darf nicht schweigsam und zimperlich sein. Das mag hinhauen, wenn man ihn auf sich aufmerksam machen will; aber wenn es soweit ist, behagt dem Löwemann eine Frau, die zeigt, daß sie es genießt. Wenn sie unbeherrscht stöhnt, schreit und vor Wonne atemlos wird, sagt sie ihm damit, daß er der allmächtige Meister ist.
Einem Löwen darf man sich nie versagen, sonst zieht er einfach in andere Jagdgründe. Wenn er nicht durch Liebesbande gekettet ist, behandelt er alle Frauen mit majestätischer Unparteilichkeit. Seines Erachtens sind sie samt und sonders nichts anderes als offene Flaschen, in die ein Kork gehört.
Er schätzt unterwürfige Frauen und findet die Mann-oben-Fraun-unten-Position absolut angemessen. Sie hat ihm buchstäblich zu unterliegen. Er kennt seine Potenz und sieht keinen Grund, sie mit Variationen zu verzieren oder in andere Kanäle abzulenken.
Eine Frau in *hilfloser* Lage stachelt ihn an. Daher gefällt ihm besonders, wenn die Frau vor dem Bett kniet, er kniet dahinter, dringt in sie ein, umfaßt ihre Hüften und steht langsam auf. Auf diese Weise beutzt sie nur ihre Scheidenmuskeln, während er die andern Bewegungen bestimmt, auch die ihrer Hüften.
Oraler Sex ist für ihn nur annehmbar, wenn er der empfangende Teil ist. Für ihn vereint Fellatio sinnliches Vergnügen mit dem Zollen der Bewunderung, die seiner männlichen Eitelkeit schmeichelt. Cunnilingus hingegen ist nicht seine Sache. Noch irgendwelche andere ausgefallene Variationen. Die Normalstellung ist ihm gerade recht, und er wird sich höchstens im Bett umdrehen, damit er mit den Füßen am Kopfteil besseren Halt findet.
Seine natürliche Fähigkeit zum Liebhaber verkerht sich in Perversität, wenn die Frau seiner Ichbezogenheit nicht Genüge tut. Dann nimmt er zu etwas merkwürdigen Formen der Selbstverherrlichung Zuflucht, indem er etwa den eigenen Penis mit schmückendem Beiwerk versieht oder in endlose Selbstpreisungen verfällt. Da hilft nur, ihn kräftig mit Komplimenten zu traktieren. Wie jeder Löwe will er eben königlich bewundert werden.
Er ist sehr stolz auf die Größe seiner Geschlechtsorgane und kann sogar elektrische Geräte benutzen, um den Penis zu vergrößern und der Partnerin vor dem Verkehr Eindruck zu machen. Exhibitionisten sind oft unter dem Zeichen des Löwen geboren.
Wenn ihm die sexuelle Bewunderung, die er so nötig braucht, längere Zeit nicht zuteil wird, wird er von dem Problem besessen. Er kann an nichts anderes mehr denken. Er wird Freunde, Familie und Beruf vernachlässigen und schließlich Erleichterung in einem gehobeneren Bordell suchen, wo die Mädchen sich drauf verstehen, seiner Besessenheit Genüge zu tun.
Erogene Zonen
Gesetzt den Fall, der Löwe befindet sich in der ihm angemessenen königlichen Umgebung. Wo soll der Anfang gemacht werden ?
Man könnte im Bad beginnen. Man reibt ihm mit einem Luffaschwamm den Rücken, bis sich die Haut rötet. Der Rücken ist bei ihm ein besonders empfindlicher Körperteil. Die Bewegungen führen von oben nach unten, behutsam, und man verweilt ein wenig im Kreuz. Der Löwe wird schnurren und den Partner wahrscheinlich in die Badewanne einladen.
Dem Löwemann fährt man beim Liebesakt mit den Fingernägeln leicht über den Rücken. Das regt ihn zu größerer Anstrengung und zu meisterhafter Leistung an.
Der Löwefrau fährt man mit den Fransen eines Schals von den Schultern bis zum Kreuz hinab. Dieselbe Beahndlung mit einer ganz weichen Bürste hat den gleichen Erfolg. Dem empfindsamen Kreuz ist dabei besondere Beobachtung zu schenken. So wird sie zur leidenschaftlichen Löwin werden.
Nützlicher Wink: Beim Vorspiel mit einer Löwefrau erkennt man die sexuelle Erregung an der Hautrötung, die am Bauch beginnt und sich allmählich über Brüste und Hals ausbreitet. Die Intensität der Rötung steht in direktem Verhältnis zum Grad ihrer Erregung.
So fängt es an
Bei seinem Auftritt zielt der Löwe darauf ab, jeden anderen Menschen im Raum in den Schatten zu stellen. Man sollte also gebührend beeindruckt sein. Der Löwe braucht Scheinwerferlicht, damit seine Einzigartigkeit und Überlegenheit erkannt wird. Man sollte ihm also jegliche Möglichkeit geben zu glänzen. Man lasse ihn wissen, daß man so jemand wie ihn noch nie kennengelernt hat.
Schmeichelei ist ein Muß, viel Schmeichelei. Der Löwe hat einen unersättlichen Appetit auf Beifall.
Niemals verdränge man ihn von der Mitte der Bühne. Er muß genügend Raum haben, seinen königlichen Glanz zu entfalten. Unterwürfigkeit ist geboten. Es nützt, wenn man ihn spüren läßt, daß man von ihm abhängig ist, daß die eigene Glückseligkeit, ja das Leben selbst in seiner königlichen Hand liegt. Vorsicht vor Übertreibung? Beim Löwen nicht. Vielleicht bei jedem andern, beim Löwen nie. Er nimmt es als Bestätigung einer schlichten Tatsache hin.
Wenn man sich bei derartigem Benehmen lächerlich vorkommt, kann man es verfeinern, aber ganz darauf verzichten darf man nicht. Der Löwe kann ohne das nicht leben.
Wenn sich ein Streit ergibt, bei dem man unbedingt im Recht ist und nicht klein beigeben kann, gibt es einen möglichen Ausweg! Man appeliere an seinen Humor. Der Löwe lacht wirklich gern. Aber nie auf eigene Kosten.
Löwen lieben Kunst, Theater und Literatur, und sie sind gern dort, wo etwas los ist. Eröffnung einer Ausstellung, Premiere im Kino oder im Theater, ein literarischer Vortrag - da sind sie jederzeit dafür zu haben.
Bei gemeinsamen Unternehmungen darf man sich nicht knauserig zeigen. Wenn man um eine Löwefrau wirbt, sollte man nicht auf die Brieftasche schauen. Sie bewundert Extravaganz und findet, daß das Beste kaum gut genug für sie sei. Man hole sie ja nicht in einem zerbeulten Volkswagen ab. Sie zieht schnittige Autos vor. Ja, sie hat eine Schwäche für Luxus, für prahlerisches Zurschaustellen und hegt tief im Innern die Überzeugung, ihr Platz sei bei den oberen Zehntausend. Will man ihr etwas schenken, so sollte es ins Auge fallend sein. Am besten etwas, das sich für einen dramatischen Auftritt eignet. Ihr Lieblingsstein ist der Rubin.
Die Frau, die einen Löwemann umgarnen möchte, lädt ihn am besten als Ehrengast auf eine Party, auf der er der attraktive Star des Abends sein kann. Wenn man sich das nicht leisten kann, nimmt man ihn zu einem Besuch bei Freunden mit, wo er umworben und gepriesen wird. In jedem Fall bringe man das Gespräch auf ihn und seine Leistungen. Das ist alles, was der Löwe wirklich verlangt, und das kostet nicht viel. Außer vielleicht Nerven!
Der große Augenblick sollte im Schlafzimmer des Löwegeborenen stattfinden. Das gebührt einem König oder einer Königin. Läßt sich das nicht machen, sollte man es mit dem besten Zimmer im besten Hotel versuchen. Je prunkvoller, desto besser. Der Löwe braucht zu seiner Entfaltung die ihm gemäße Umgebung. Das zahlt sich dann aber auch aus.