Sternzeichen Zwilling

Sternzeichen

 

Der Zwillingmann

 

Er ist andauernd unterwegs, von einem Ort zum andern, von einem Menschen zum andern, von einer Tätigkeit zur andern. Ruhelos, nervös, begnügt er sich nicht damit, jeweils einen Tag zu erleben, sondern sucht eine Woche oder einen Monat in einen Tag zu pressen und auf verschiedenen Ebenen zugleich zu leben. Was immer er gerade tun mag, er sehnt sich danach, etwas anderes zu tun. Er schwelgt in Widersprüchen.

Die Frau kann nicht einmal sicher sein, ob er sie wirklich mag, denn seine Ausdrucksweise ist immer widersprüchlich. Während es den Anschein hat, daß er nicht mal weiß, ob sie lebt oder nicht, ist er vielleicht tief durchdrungen von ihrem Vorhandensein. Während er sie mit Aufmerksamkeiten überschüttet, ist sie ihm möglicherweise völlig gleichgültig. Welcher Art seine Gefühle auch sein mögen, in erster Linie sucht er sie instinktiv zu tarnen.

Er erträgt keinen Stundenplan. Man darf von ihm nicht verlangen, die Mahlzeiten einzuhalten oder zu einer festgesetzten Stunde zu schlafen oder wach zu sein. Er mag kein Gefangener der Uhr sein.

Er ist außergewöhnlich intelligent und hat ein gutes Mundwerk. Und wie gern redet er! Er jongliert mit mehreren Themen und läßt sie alle gleichzeitig in der Luft schweben.

Man versuche ja nicht, ihn im Wortkampf zu besiegen. Er ist höchst beredsam, und Wörter sind für ihn Waffen, die er  mit vernichtender Wirkung anzuwenden weiß.

Auch im Gespräch macht sich eine merkwürdige Ruhelosigkeit bemerkbar, denn er springt von einem Thema zum anderen wie von Eisscholle zu Eisscholle. Das wirkt elektrisierend und magnetisch und keineswegs unkontrolliert, denn was er sagt, sprüht vor Geist und Witz. Er ist ein faszinierender, vielseitiger , intellektueller Mensch, der sich fortwährend fast schmerzvoll bewußt ist, wie andere auf ihn reagieren.

Seine Begeisterung führt dazu, daß er nach allen Seiten ausfächert und zuviel unternimmt. Bei der Inangriffnahme eines Planes entfaltet er große Tatkraft, aber dann fällt es ihm schwer, bei der Stange zu bleiben. Allzuoft gerät der schlagfertige, scharfsinnige Zwillingsmann ins Hintertreffen, überholt von weniger phantasievollen Konkurrenten, ein Leonardo da Vinci der Diletanten.

Mißerfolge bekommen ihm schlecht. Er zerfleischt sich vor Selbstvorwürfen und versinkt in eine Depression, die seine geheime Furcht vor Unzulänglichkeit bestätigt.

Aber diese Stimmung dauert nicht lange. Ein neues Interesse stachelt ihn an und gibt seinen Lebensgeistern kometenhaften neuen Aufschwung.

Er interessiert sich für Spiel und Sport, Liebhabereien und alle Arten von Zerstreuung. Er reist gern, um immer wieder etwas Neues zu sehen. Er arbeitet angestrengt, doch nur für kurze Zeit. Seine besten Leistungen erzielt er, wenn die Arbeit eine anregende geistige Herausforderung bedeutet. Er braucht häufige Pausen, Ferien, Unterbrechungen der Routine. Im Grunde machen ihm seine Liebhabereien mehr Spaß als irgendeine Arbeit.

Er ist gern verliebt und nimmt dazu jede Gelegenheit wahr. Aber er sucht auch seine Freiheit und unterdrückt sein ICH nicht, um einer Frau zu gefallen. Auch in der Liebe langweilt ihn die Routine, und wenn er ihr ausgesetzt wird, kann er feindlich und streitsüchtig werden. Er muß immer wieder auf´s neue seine intellektuelle Überlegenheit beweisen. Akzeptiert die Frau dies allzu leicht, fühlt er sich frustriert. Widerstand muß sein, ob Protest oder Kampf, bevor er sich seines Sieges freut.

Seine größte Schwierigkeit ist seine Unschlüssigkeit. Weil es ihm schwerfällt, bei der Stange zu bleiben oder etwas bis zu Ende durchzuführen, beschuldigt man ihn oft, launisch und  unbeständig zu sein. Sobald er den Kern eines Problems herausgeschält hat, sucht er sofort etwas anderes, etwas Neues, etwas jenseits des Horizonts.

Das trifft auch auf sein Verhalten im Geschäftsleben zu. Gewöhnlich wird er als der hellste Kopf im Betrieb betrachtet, als ein Mann mit glänzenden Ideen, der das Zeug dazu hat, zur Spitze zu gelangen. Aber er bleibt nicht lange genug in der gleichen Firma, um seiner Begabung entsprechend aufzusteigen. Er wird ein Problem rasch erkennen und zu dessen Lösung die eigenen Fähigkeiten und die seiner Mitarbeiter richtig ensetzen und neue Wege gehen. In verhältnismäßig kurzer Zeit aber entdecken die Leute, daß ihn auch diese neuen Wege langweilen und er nach noch neueren sucht. Das führt zu so viel Widerständen, daß er schließlich geht. Am besten ist er als *Ausbügler* oder *Berater*, ständig mit neuen Problemen konfrontiert, deren Lösung er anregen, aber nicht überwachen muß. Der Zwillingmann ist ein großer Stratege, der Alltagstaktik aber gerne anderen überläßt.

Es fällt ihm schwer, das Geld zusammenzuhalten. Besitztümer schlüpfen ihm durch die Finger. Wenn sein Bankkonto angeschwollen ist, fühlt er sich ungemütlich und sucht Gründe, das Geld loszuwerden. Sicherheit findet er nur in der Unsicherheit.

Manche Menschen meinen, er habe die ewige Jugend gepachtet, mit der damit verbundenen nie erlahmenden Vitalität und Wißbegierde, Vergnügungssucht und Freude an Zerstreuung. Man nennt ihn den Peter Pan des Tierkreises, weil er nie erwachsen zu werden scheint.

Frauen spielen nicht die größte Rolle in seinem Leben, obwohl er sich bei ihnen mehr als seinen Anteil holt. Wenn er auf sie Jagd macht, geschieht es nicht aus übersteigertem Sextrieb, sondern weil er gern etwas Neues ausprobiert. Zu Beginn einer Affäre ist er wundervoll und alles, was eine Frau sich nur wünschen kann; aber seine Gefühlsaufwallung ist bald verpufft, und zur Aufladung braucht er dann Veränderung. Seine Gemütsbewegungen sind oft oberflächlich. Eine gemeinsame Zukunft mit ihm ist ungewiß, die Gegenwart jedoch macht zweifellos Spaß.

 

Das Sexleben des Zwillingmannes

Er gerät nicht außer Atem, ist nicht anstrengend oder leidenschaftlich. Er spielt eine Doppelrolle - in der einen ist er Teilnehmer, in der anderen Zuschauer. Wenn er will, kann er jede Frau in Stimmung bringen, denn er weiß genau, wie die richtigen Reaktionen hervorzurufen sind.

Die Idee als solche reizt ihn mehr als der Akt selbst, nicht so sehr die Wollust, die sexuelle Bestätigung beschert, als das, was die Psychologen Apperzeption nennen: die bewußte Wahrnehmung. Beim Tun stillt er also auch die Neugier nach der Frage, wie es getan wird; während er reagiert, studiert er gleichzeitig, wie er reagiert. Er ist immer sowohl der Tätige als auch der Zuschauer.

Sex mit ausgelöschtem Licht ist nichts für ihn. Spiegel überall, die ihm ermöglichen, das Liebesspiel aus jedem Blickwinkel zu sehen, stimulieren ihn. Dazu noch einen pornographischen Film - das entspräche seinen Vorstellungen und bringt ihn auf Touren.

Er erwärmt sich nur allmählich. Cunnilingus ist nicht seine besondere Stärke, und Fellatio macht ihn nicht wild; aber er liebt die andern Vorspiele. Er kann sie genußvoll in die Länge ziehen; er knappert am Ohr, streichelt den Rücken und spielt kunstvoll das Spiel der sexuellen Erregung, bevor er auf sein Ziel losgeht. Der eigentliche Akt ist dann meistens kurz und wild. Selbst wenn der Zwillingsmann bekommen hat, was er wollte, ist er zwiespältig, ob es sich wirklich gelohnt hat.

Wo er Liebe macht, ist ihm egal, und er kann sich fast bei jeder Frau den Weg ins Bett erschwatzen. Meistens liegt ihm mehr daran, sich selbst oder seine Neugier zu befriedigen als seine Partnerin. Nicht viele Frauen bemerken das, auch wenn sie manhcmal den Verdacht hegen, daß sie bloß zu seinen Erfahrungen beitragen; denn er ist in der Liebeskunst bewandert und kennt sich auf Gebieten aus, die von andern Männern so oft vernachlässigt werden. Er sagt einer Frau genau das, was sie zu hören wünscht, schafft eine besondere Atmosphäre aufregender Romantik, und gerade das bindet sie mehr an ihn als reines körperliches Vergnügen.

Eine Warnung: Selbst wenn es ihm gelunen ist, von seiner absoluten Aufrichtigkeit zu überzeugen, darf man ihm nicht allzusehr trauen. Er ist ein Rattenfänger von Hameln, der bald ein anderes Opfer dazu verführen wird, seiner bezaubernden Melodie zu folgen. Seine Aufrichtigkeit ist echt, aber nur in dem Sinne, daß er meint, was er gerade in diesem Augenblick sagt.

Gruppensex liebt er besonders, einschließlich bisexueller Betätigung, denn er genießt die Vielfältigkeit und die verschiedenen Gelegenheiten, die dabei auftauchen. Abwechslung ist seines Lebens Würze. Mit dem einen Partner Liebe machen und dem anderen gleichzeitig zuschauen, wie er sich selbst befriedigt, das ist eine Variante, die er bevorzugt.

Erotisierendes Zubehör reizt ihn, und er experimentiert gerne damit, inklusive Pillen, Sprays, Ölen und Salben. Was auch immer es auf diesem Gebiet gibt, der Zwillingsmann wird genau das herausfinden, was ihm den meisten Lustgewinn bringt.

Weil der Zwillingsgeborene in zwei Richtungen gezogen wird, hat er die Neigung zur Bisexualität. Manche, die an der Heterosexualität festhalten, werden Transvestiten, die ihr dualistisches Verlangen dadurch befriedigen, daß sie sich als Frauen verkleiden. Sie stellen auch allerlei Experimente an, um zu ergründen, wie man sich als Frau fühlt.

Das Verlangen des Zwillingsmannes nach immer ungewöhnlicheren Formen der Befriedigung treibt ihn auch zu starken Formen des Sadismus, bei denen es sich immer um eine klar umrissene Herren-Sklaven-Beziehung handelt. In der Literatur findet man das treffendste Porträt eines Zwillingsmannes im Roman des amerik. Dichters Robert L. Stevenson *Dr. Jekill und Mr. Hyde*. Die Dualität seiner Natur führt ihn als Wissenschaftler zu den gewagtesten Experimenten, als Mann zu ungewöhnlichen Ausschweifungen. Ein klassisches Beispiel für das Verhalten eines Zwillinggeborenen.

 

Erogene Zonen

 

Die Hände und die Arme bis zu den Schultern hinauf sind besonders empfindsame Körperzonen. Zwillingsfrauen reagieren auf Handküsse, Zwillingsmänner haben es gern, wenn die Geliebte einzeln an ihren Fingern saugt.

Beide lieben es, wenn ihre Arme zart gestreichelt werden. Schon die flüchtige Berührung ruft bei ihnen eine Gänsehaut hervor, fast als ob die Nervenenden die Berührung zurückgeben wollten. Die zufällige Liebkosung ihrer Hände kann ihnen einen Wonneschauer über den Rücken jagen. Als besonderen Hochgenuß empfinden sie zarte Küsse auf die Innenseite der Arme.

Läßt man Lippen und Zunge leicht vom Ellenbogen zur Achselhöhle gleiten, so blitzen die Signale ihrer Begierde auf.

 

So fängt es an

Schon in der ersten Minute hat man das Gefühl, den Zwillingsgeborenen seit ewigen Zeiten zu kennen. Das Gespräch fließt über von Gedankenblitzen, Witz und interessanten Erfahrungen. Man lacht, bevor man sich´s versieht. Das Leben scheint viel aufregender zu sein als kurz zuvor.

Ein vorsorglicher Gastgeber sollte darauf bedacht sein, bei einer Einladung mindestens zwei Zwillingsgeborene unter den Gästen zu haben. Ihr vibrierender Magnetismus erhellt den Raum wie ein funkelndes Feuerrad, und sie begegnen Langeweile wie einem persönlichen Feind.

Es ist immer am besten, Zwillinge im ungewissen zu lassen. Das reizt ihre Neugier. Man treffe mit ihnen eine Verabredung, ohne daß sie wissen, was unternommen werden soll. Aber es darf keine Enttäuschung werden! Mit ihnen einfach essen zu gehen, genügt nicht; es muß ein neuer und ungewöhnlicher Ort sein. Es braucht kein teures Lokal zu sein - dieser Punkt kümmert Zwillinge nicht-, aber es muß anders sein!

Wer Zwillinge anziehen will, muß gewandt und lebhaft wirken, lasse sie aber nicht zu bald fühlen, daß er bezaubert von ihnen ist. Sie rätseln gern am Geheimnisvollen herum, und es spannt sie auf die Folter, wenn sie verborgene Tiefen oder zurückgehaltene Geheimnisse spüren. Immer daran denken: Zwillings sind stets neugierig.

Das Schlüsselwort ist Phantasie. Sie lieben aus dem Rahmen fallende Gesellschaften mit berühmten Leuten, geistreichen Gesprächen oder unterhaltsamen Spielen. Wenn alles fehlschlägt, versuche man es mit einem Maskenball. Die Herausforderung, sich ein extravagantes Kostüm einfallen zu lassen, ist für den Zwilling unwiderstehlich.

Tagesereignisse, Kunstausstellungen, Konzerte, aktuelle Veranstaltungen gehören ins Gespräch und ins Programm. Zwillinge sind intellektuell!

Die üblichen Kinos, Restaurants und Treffplätze sind zu  meiden, überhaupt alles, wohin man geht. Zwillinge interessieren sich nicht sehr für Dinge, die *in* sind, sie suchen das Originelle. Etwas merkwürdige Freunde, deren wahre Qualitäten nie jemand richtig entdeckt hat. Der Zwilling wird bald alle Seiten ihres Charakters ausloten und Dinge über sie wissen, die kein Mensch geahnt hat.

Das Reden überläßt man ihnen. Sie sind spontane Selbstzünder, und man braucht nur ein aufmerksamer Zuhörer zu sein. Man lasse sie reden, bis sie sich einreden, sich verliebt zu haben!