Astrofotografie - Planeten

Astrofotografie - Planeten

Merkur - Venus - Mars - Jupiter - Saturn - Uranus - Neptun - Pluto

Merkur

BEOBACHTUNG:

Die Beobachtung des Merkurs gestaltet sich als schwierig, da er selten mehr als eine Stunde vor Sonneaufgang auf bzw. nach Sonnenuntergang unter geht. Trotz seiner scheinbaren Helligkeit die -0,2 mag erreichen kann, wird er oft von der Sonne überstrahlt. Die günstigsten Beobachtungsbedingungen ergeben sich für einen Beobachter auf der Nordhalbkugel im Frühjahr in den Abendstunden oder im Herbst in den Morgenstunden. Dann sind (bei ruhiger Luft, die leider selten in Horizontnähe auftritt) bereits mit Teleskopen von 100mm Durchmesser Oberflächenschattierungen zu erkennen. Außerdem sollte man gegen einfallendes Streulicht der Sonne das Teleskop mit einer Blende schützen.

FILTER:

Einen Orange - oder Rotfilter zu verwenden ist empfehlenswert. Die Regionen um den unregelmäßigen Terminator erscheint dann dunkler als andere Bereiche.

FOTOGRAFIE:

Auf Fotos erscheint Merkur nur als strukturloses Scheibchen unterschiedlichen Durchmessers mit variierender Phasengestelt. (Das Auge gleicht die Luftunruhe besser aus als ein Film). Mit CCD Technik allerdings sollten bessere Ergebnisse erreichbar sein.

Interessant dagegen sind die Konstellationen von Merkur mit Mond, Venus oder hellen Sternen, die man bereits mit einer einfachen Kamera + Fotostativ festhalten kann. 

Besonders interessant sind die leider seltenen Durchgänge vor der Sonnenscheibe. Als Regeln für die Fotografie eines Merkurdurchganges können die der Sonnenflecken übertragen werden. Merkur sieht wie ein 10" großer extrem dunkler Sonnefleck aus. Seine Kreisform kann sich am Sonnenrand verziehen, (sog. Tropfenphänomen).

Merkurdurchgang vom 9.5.1970. Beide Fotos wurden mit einem Refraktor 125mm/ 1300mm und Herschelkeil von L. Dahlmark aufgenommen. Quelle: "Astrofotografie" von Robert Koch

Venus

BEOBACHTUNG:

Mit einer Helligkeit von ... mag gehört ist die Venus das hellste Objekt am Himmel nach Sonne und Mond. Auch als Abend- bzw. Morgenstern bekannt entfernt sich die Venus maximal 48° von der Sonne. Durch den sich verändernden Abstand zw. Erde und Venus schwankt ihre relative Größe zw. 10" und 60". Selbst tagsüber kann sie bei Kenntniss des Standortes gesichtet werden.

Bereits in einem kleinen Teleskop kann die variierende Phasengestalt der Venus erkannt werden, Details in ihrer Atmosphäre allerdings sind kaum auszumachen, da diese zu unauffällig sind.

FILTER:

Hilfreich hierbei sind Farbfilter z.B. der W47 bzw. der hellere Blaufilter W38A für Teleskope unter 6". (UV Filter siehe Fotografie)

FOTOGRAFIE:

Ähnlich wie Merkur, ist Venus meist nur eine Scheibe mit variierenden Phasen. Mit UV Filter allerdings lassen sich einige Details aus der Venusatmosphäre locken.

Mars

BEOBACHTUNG:

Im Gegensatz zur Venus bietet der Mars mit seiner viel dünneren Atmosphäre einige Oberflächenstukruren. Sein relativer Durchmesser schwankt zwischen 22,66" und 14,4". Im Jahr 2003 erreicht der Mars sogar eine maximale Größe von 25". In seiner Helligkeit schwankt der Mars stark, je nach Entfernung zur Erde zwischen 2facher Leuchtkraft des Sirius und kaum mit blosem Auge auszumachen. Lohnenswert zu beobachten sind die Polkappen des Mars die jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen sowie das sog. "Auge des Mars". Durch große Sandstürme jedoch wird der ungetrübte Blick auf die Oberfläche oft erschwert.

Die 2 Monde des Mars Phobos und Deimos sind schwierig zu beobachten, da sie trotz ihrer Helligkeit von 11,5 und 12,5 mag meist von dem mehr als 14 Größenklassen helleren Mars überstrahlt.

FILTER:

Grundsätzlich sind Rot- oder Orangefilter geeignet um Oberflächenstrukturen kontrastreicher darzustellen. Blaufilter hingegen zeigen Details in der Marsatmosphäre deutlicher.

FOTOGRAFIE:

Um Details deutlicher darstellen zu lassen empfiehlt sich die Verwendung von Farbfiltern (siehe oben). Ansonsten gelten die allgemeinen "Regeln".

Jupiter

BEOBACHTUNG:

Der größte Planet im Sonnensystem hat trotz seiner gewaltigen Entfernung eine beachtliche relative Größe von 44" - 50". Mit einer Helligkeit von meistens über -2 mag gehört auch er zu den hellsten Objekten am Himmel.

Durch ein Teleskop Jupiter, seine Monde und Wolkenbänder zu betrachten gehört wohl zu den schönsten Anblicken am Nachthimmel. Ein weiteres markantes Merkmal Jupiters ist der sogenannte große rote Fleck (GRF) der zu bestimmten Zeiten beobachtet/ fotografiert werden kann. Doch auch Monddurchgänge oder Mondbedeckungen sind interesannte Ereignisse. Neben den 4 Galileischen Mond liegen noch weitere Jupitermonde in "Reichweite" von Amateurteleskopen.

FILTER:

Vor allem photografisch sinnvol: Blaufilter (W80A, W82A) zur kontraststeigerung zw. den Bändern. Ein Gelb- oder Orangefilter für Polnahe Brücken zw. den Bändern. Für den GRF lohnt sich der Einsatz eines hellblauen - oder eines Grünfilters (W58)

FOTOGRAFIE:

Paradeobjekt der Planetenphotografie. Neben Wolkenbändern und GRF lassen sich auch Mondkonstellationen oder Verdeckungen durch den Erdmond leicht photografien. Beispiele sehen sie hier: bzw. in der Planeten-Galerie.

Saturn

BEOBACHTUNG:

Den wohl schönsten und erhabensten Anblick unter den Planeten bietet Saturn. Seine faszinierende Ringstruktur kann man bereits bei kleinen Vergrößerungen deutlich erkennen. Im Gegensatz zu Jupiter ist die Atmosphäre des Saturns fast strukturlos. Dafür kann man bereits mit kleineren Teleskopen ab ca. 80mm die sog. Cassiniteilung erkennen, eine Teilung des Ringes. Ab etwa 10" und gutem Seeing ist auch die Encke-Teilung möglich, die noch weiter außen auf dem Ring liegt wie die Cassiniteilung. Durch die gekippte Rotationsachse wechselt die Ansicht des Saturns. In extremen Positionen (z.B. zw. dem 22.05 - 11.08.1995) kann der Ring garnicht erblickt werden. Im Jahr 2003 erreicht Saturn seine vorerst größte Ringöffnung , was die Beobachtung und Fotografie der Ringteilungen erleichtert.

Saturns Durchmesser ist ungefähr halb so groß wie die des Jupiters, was eine Äquivalentbrennweite von mind. 10 für sinnvolle Bilder vorraussetzt (bei chemischer Fotografie). Für CCD Fotografie oder WebCam reichen viel weniger (um die 1000) zur Abblidung der Cassiniteilung.

Auch etliche Monde Saturns (der auffälligste ist Titan) sind mit Amateurteleskopen beobachtbar

FILTER:

Hellblaue Filter (W80A, W82) verbessern den Kontrast zwischen den dunklen Bändern und hellen Zonen.

Orange- bis Hellrotfilter (W21, W23A) um die Polregionen hervorzuheben und einen Gelbgrünfilter (W57, W11) dunkelt die rötlich gefärbten Bänder ab.

FOTOGRAFIE:

Saturn ist wie Jupiter hervorragend zur Fotografie geeignet Lediglich die Belichtungszeit steigt etwas. Neben den Ringstrukturen kann man auch Mondkonstellationen oder Verdeckungen durch den Erdmond leicht photografien. Beispiele sehen sie hier: bzw. in der Planeten-Galerie.

Uranus + Neptun + Pluto

BEOBACHTUNG:

Die 3 äußersten Planeten sind undankbare Objekte, da die scheinbaren Durchmesser sehr klein sind (Uranus 3,6" bei 6,0 mag Neptun 2,5" bei 7,7mag)

Pluto ist visuell wenn überhaupt nur mit Hilfe von Umgebungskarten erkennbar, da er selbst bei höchster Vergrößerung nur wie ein stellares Objekt erscheint (14 mag).

FILTER:

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FOTOGRAFIE:

Bei Uranus und Neptun lassen sich Mondkonstellationen fotografieren.

Pluto kann durch Fotos indirekt nachgewiesen werden: