| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
Heinrich Heine
Gedichte
1819 - 1822
Teil 3
|
Ich geh nicht allein, mein feines Lieb, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Die Mitternacht zog näher schon; |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Zu dem Wettgesange schreiten |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Meiner schlafenden Zuleima |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Der bleiche Heinrich ging vorbei, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Ich weiß eine alte Kunde, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Ich stand gelehnet an den Mast, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Herr Ulrich reitet im grünen Wald, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Meine güldenen Dukaten, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Hörst du nicht die fernen Töne, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Güldne Sternlein schauen nieder |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Stolz und gebietend ist des Leibes Haltung, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Wie ich dein Büchlein hastig aufgeschlagen, |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Göttingen, den 3. Februar 1821 |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Göttingen, den 29. Januar 1821 |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
|
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
|
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |
|
Ich tanz nicht mit, ich räuchre nicht den Klötzen, Die außen goldig sind, inwendig Sand; Ich schlag nicht ein, reicht mir ein Bub die Hand, Der heimlich mir den Namen will zerfetzen. Ich beug mich nicht vor jenen hübschen Metzen, Die schamlos prunken mit der eignen Schand; Ich zieh nicht mit, wenn sich der Pöbel spannt Vor Siegeswagen seiner eiteln Götzen. Ich weiß es wohl, die Eiche muß erliegen, Derweil das Rohr am Bach, durch schwankes Biegen, In Wind und Wetter stehn bleibt, nach wie vor. Doch sprich, wie weit bringts wohl am End solch Rohr? Welch Glück! als ein Spazierstock dients dem Stutzer, Als Kleiderklopfer dients dem Stiefelputzer. In einen Lumpenkerl, damit Halunken, Die prächtig in Charaktermasken prunken, Nicht wähnen, Ich sei einer von den Ihren. Gib her gemeine Worte und Manieren, Ich zeige mich in Pöbelart versunken, Verleugne all die schönen Geistesfunken, Womit jetzt fade Schlingel kokettieren. So tanz ich auf dem großen Maskenballe, Umschwärmt von deutschen Rittern, Mönchen, Köngen, Von Harlekin gegrüßt, erkannt von wengen. Mit ihrem Holzschwert prügeln sie mich alle. Das ist der Spaß. Denn wollt ich mich entmummen, So müßte all das Galgenpack verstummen. Die mich anglotzen mit den Bocksgesichtern; Ich lache ob den Füchsen, die so nüchtern Und hämisch mich beschnüffeln und begaffen. Ich lache ob den hochgelahrten Affen, Die sich aufblähn zu stolzen Geistesrichtern; Ich lache ob den feigen Bösewichtern, Die mich bedrohn mit giftgetränkten Waffen. Denn wenn des Glückes hübsche Siebensachen Uns von des Schicksals Händen sind zerbrochen, Und so zu unsern Füßen hingeschmissen; Und wenn das Herz im Leibe ist zerrissen, Zerrissen, und zerschnitten, und zerstochen - Dann bleibt uns doch das schöne gelle Lachen. Und in dem Märchen klingt ein feines Lied, Und in dem Liede lebt und webt und blüht Ein wunderschönes, zartes Mägdelein. Und in dem Mägdlein wohnt ein Herzchen klein, Doch in dem Herzchen keine Liebe glüht; In dieses lieblos frostige Gemüt Kam Hochmut nur und Übermut hinein. Hörst du, wie mir im Kopf das Märchen klinget? Und wie das Liedchen summet ernst und schaurig? Und wie das Mägdlein kichert, leise, leise? Ich fürchte nur, daß mir der Kopf zerspringet - Und, ach! da wärs doch gar entsetzlich traurig, Käm der Verstand mir aus dem alten Gleise. Umklingen mich die längst verschollnen Lieder, Und Tränen fließen von der Wange nieder, Und Blut entquillt der atten Herzenswunde. Und wie in eines Zauberspiegels Grunde Seh ich das Bildnis meiner Liebsten wieder; Sie sitzt am Arbeitstisch, irn roten Mieder, Und Stille herscht in ihrer selgen Runde. Doch plötzlich springt sie auf vom Stuhl und schneidet Von ihrem Haupt die schönste aller Locken, Und gibt sie mir - vor Freud bin ich erschrocken! Mephisto hat die Freude mir verleidet. Er spann ein festes Seil von jenen Haaren, Und schleift mich dran herum seit vielen Jahren. Küßtest du mich nicht in der Willkommstund. « So sprach ich, und der Liebsten roter Mund Den schönsten Kuß auf meine Lippen drückte. Und lächelnd süß ein Myrtenreis sie pflückte Vom Myrtenstrauche, der am Fenster stund: »Nimm hin, und pflanz dies Reis in frischen Grund, Und stell ein Glas darauf«, sprach sie und nickte. - Schon lang ists her. Es starb das Reis im Topf. Sie selbst hab ich seit Jahren nicht gesehn; Doch brennt der Kuß mir immer noch im Kopf. Und aus der Ferne triebs mich jüngst zum Ort, Wo Liebchen wohnt. Vorm Hause blieb ich stehn Die ganze Nacht, ging erst am Morgen fort. Doch schlimmer sind die sanften Engelsfrätzchen. Ein solches bot mir einst ein süßes Schmätzchen, Doch wie ich kam, da fühlt ich scharfe Tatzen. Hüt dich, mein Freund, vor schwarzen, alten Katzen, Doch schlimmer sind die weißen, jungen Kätzchen. Ein solches macht ich einst zu meinem Schätzchen, Doch tät mein Schätzchen mir das Herz zerkratzen. O süßes Frätzchen, wundersüßes Mädchen! Wie konnte mich dein klares Äuglein täuschen ? Wie konnt dein Pfötchen mir das Herz zerfleischen? O meines Kätzchens wunderzartes Pfötchen! Könnt ich dich an die glühnden Lippen pressen, Und könnt mein Herz verbluten unterdessen! Wo man mich bei den Füßen aufgehangen Und mir gezwickt den Leib mit glühnden Zangen Und eingeklemmt in enger Eisenklammer. Wild schrie ich auf vor namenlosem Jammer, Blutströme mir aus Mund und Augen sprangen, - Da gab ein Mägdlein, das vorbeigegangen, Mir schnell den Gnadenstoß mit goldnem Hammer Neugierig sieht sie zu, wie mir im Krampfe Die Glieder zucken, wie im Todeskampfe Die Zung aus blutgem Munde hängt und lechzet. Neugierig horcht sie, wie mein Herz noch ächzet, Musik ist ihr mein letztes Todesröcheln, Und spottend steht sie da mit kaltem Lächeln. Geschminkten Katzen und bebrillten Pudeln, Die mir den blanken Namen gern besudeln, Und mich so gerne ins Verderben züngeln. Du sahest oft, wie mich Pedanten hudeln, Wie Schellenkappenträger mich umklingeln; Wie giftge Schlangen um mein Herz sich ringeln; Du sahst mein Blut aus tausend Wunden sprudeln Du aber standest fest gleich einem Turme; Ein Leuchtturm war dein Kopf mir in dem Sturme, Dein treues Herz war mir ein guter Hafen. Wohl wogt um jenen Hafen wilde Brandung, Nur wenge Schiff erringen dort die Landung, Doch ist man dort, so kann man sicher schlafen. Ich möcht mich rüstig in die Höhe heben, doch kann ichs nicht; am Boden muß ich kleben, Umkrächzt, umzischt von eklem Wurmgezücht. Ich möchte gern mein heitres Lebenslicht, Mein schönes Lieb, allüberall umschweben, In ihrem selig süßen Hauche leben - Doch kann ichs nicht, mein krankes Herze bricht. Aus dem gebrochnen Herzen fühl ich fließen Mein heißes Blut, ich fühle mich ermatten, Und vor den Augen wirds mir trüb und trüber. Und heimlich schauernd sehn ich mich hinüber Nach jenem Nebelreich, wo stille Schatten Mit weichen Armen liebend mich umschließen. |
| Seitenanfang | Register Gedichtanfänge | Heine Übersicht | Gedichte - Homepage |