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Heinrich Heine
Gedichte
1824 - 1826
Teil 2
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Ihr Lieder! Ihr meine guten Lieder! |
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Am blassen Meeresstrande |
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Die glühend rote Sonne steigt Böse, zischelnde Zungen Brachten also Schmerz und Verderben Selbst über ewige Götter. Und die armen Götter, oben am Himmel Wandeln sie, qualvoll, Trostlos unendliche Bahnen, Und können nicht sterben, Und schleppen mit sich Ihr strahlendes Elend. Ich aber, der Mensch, Der niedriggepflanzte, der Tod-beglückte, Ich klage nicht länger. |
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Sternlos und kalt ist die Nacht, |
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Die Sonnenlichter spielten |
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Herangedämmert kam der Abend, |
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Das Meer hat seine Perlen, An die blaue Himmelsdecke, Wo die schönen Sterne blinken, Möcht ich pressen meine Lippen, Pressen wild und stürmisch weinen. Jene Sterne sind die Augen Meiner Liebsten, tausendfältig Schimmern sie und grüßen freundlich Aus der blauen Himmelsdecke. Nach der blauen Himmelsdecke, Nach den Augen der Geliebten, Heb ich andachtsvoll die Arme, Und ich bitte und ich flehe: Holde Augen, Gnadenlichter, O, beseligt meine Seele, Laßt mich sterben und erwerben Euch und euren ganzen Himmel! Aus den Himmelsaugen droben Fallen zitternd goldne Funken Durch die Nacht, und meine Seele Dehnt sich liebeweit und weiter. O, ihr Himmelsaugen droben! Weint euch aus in meine Seele, Daß von lichten Sternentränen Überfließet meine Seele. Eingewiegt von Meereswellen, Und von träumenden Gedanken, Lieg ich still in der Kajüte, In dem dunkeln Winkelbette. Durch die offne Luke schau ich Droben hoch die hellen Sterne, Die geliebten, süßen Augen Meiner süßen Vielgeliebten. Die geliebten, süßen Augen Wachen über meinem Haupte, Und sie blinken und sie winken Aus der blauen Himmelsdecke. Nach der blauen Himmelsdecke Schau ich selig lange Stunden, Bis ein weißer Nebelschleier Mir verhüllt die lieben Augen. An die bretterne Schiffswand, Wo mein träumendes Haupt liegt, Branden die Wellen, die wilden Wellen. Sie rauschen und murmeln Mir heimlich ins Ohr: »Betörter Geselle! Dein Arm ist kurz, und der Himmel ist weit, Und die Sterne droben sind festgenagelt, Mit goldnen Nägeln, - Vergebliches Sehnen, vergebliches Seufzen, Das beste wäre, du schliefest ein.« Es träumte mir von einer weiten Heide, Weit überdeckt von stillem, weißem Schnee, Und unterm weißen Schnee lag ich begraben Und schlief den einsam kalten Todesschlaf. Doch droben aus dem dunkeln Himmel schauten Herunter auf mein Grab die Sternenaugen, Die süßen Augen! und sie glänzten sieghaft Und ruhig heiter, aber voller Liebe. |
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Es wütet der Sturm, |
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Meeresstille! Ihre Strahlen |
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Ich aber lag am Rande des Schiffes, |
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Bleib du in deiner Meerestiefe, |
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Hoch am Himmel stand die Sonne, |
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