Stöckelschuh-Freundin - Wie man erfolgreich Stöckelschuhe trägt

Wie man erfolgreich Stöckelschuhe trägt

=

Probleme und Fehler

Auch bei richtiger Schuhwahl, trotz Übung und richtiger Tragetechnik können trotzdem immer Probleme auftreten, besonders wenn Stöckelschuhe über längere Zeit getragen werden. Davon, und von einigen Lösungsmöglichkeiten, die Sie sich aneignen können, handelt dieser Abschnitt. Einige der Probleme wurden schon in den Abschnitten über das Gehen und Stehen erwähnt, aber ich werde sie jetzt mehr im Detail behandeln.



=

Falsche Laufstile

Schauen Sie sich einmal an, wie Models gehen. Sie tun es auf eine ganz besondere Weise. Sich diese Praxis zu eigen zu machen führt zu einem weit verbreiteten Fehler im Laufstil, den ich am ehesten mit "Laufsteg-Stolzieren" beschreiben würde. Wenn Sie Ihre Füße in einer geraden Linie voreinander setzen, dann führt das zu einem pendelnden Gang, wobei die Pobacken weit herausgestreckt sich auf und ab bewegen und der Körper deutlich von einer Seite zur anderen wiegt. Man könnte es auch mit dem Watscheln einer Ente vergleichen. Die Fußplatzierung wird Ihnen in der folgende Skizze verdeutlicht:

Walking on a straight line


Für einen natürlicheren Gang sollten Sie die Füße auf zwei parallelen Linien platzieren, wie es in der folgenden Skizze zu sehen ist:

Walking correctly on two parallel lines

Sie können natürlich auch die erste Gangart praktizieren, wenn Sie unbedingt die Aufmerksamkeit der Männerwelt auf sich ziehen wollen. Allerdings ist dies recht ermüdend. Sie können in diesem Stil wie die Models einen Laufsteg auf- und abgehen, aber den ganzen Tag lang so laufen? Vergessen Sie's! Wie immer findet sich eine viel nützlichere Anwendung dieses Wissens um die rechte Fußplatzierung zwischen den beiden Extremen. Wenn Sie Ihren Gang nur ein wenig betonen und dabei zeigen wollen, dass Sie Stöckelschuhe tragen, dann nehmen Sie Ihre Füße ein klein wenig mehr zusammen, so dass die Linien zwar immer noch parallel sind, nur ein wenig näher beieinander. Das ist ganz gut für einen "Auftritt" oder wenn Sie näher an jemanden herantreten, den Sie zum ersten Mal treffen. Es ist eine wirkungsvolle Technik und ein derartiger Gang symbolisiert Sicherheit und Weiblichkeit. Es funktioniert aber nur in wenigstens 8 cm hohen Absätzen. In flacheren Schuhen wirkt es etwas geziert und feenhaft. Je nachdem, wie groß Sie den Abstand der Linien wählen, auf denen Sie Ihre Füße bewegen, können Sie den Grad der Akzentuierung fein abstimmen.

Ein anderer Fehler hat nichts mit der Fußplatzierung zu tun, sondern mit der Balance. Die Wichtigkeit der richtigen Gewichtsverteilung haben wir ja schon behandelt. Tacchi a spillo bezeichnet den Laufstil, bei dem man sich mit übermäßigem Beugen der Knie zurücklehnt, als "Die Gans". Die Pobacken neigen sich nach unten und es braucht Anstrengung, um sich in dieser Position zu halten. Denken Sie an Skiläufer oder Golfer – die beugen bei ihren Bewegungen ihre Knie viel mehr, als Sie es zum ordentlichen Gehen in Stöckelschuhen gebrauchen können. Zum Gehen brauchen Sie nur ein ganz klein wenig die Knie zu beugen – nur ein klein wenig, nicht mehr! Um es nochmal zu sagen: Es gibt drei Hauptursachen für diesen Gehfehler: 1. Falsche Gewichtsverteilung, 2. Zu hohe Absätze und 3. Ungenügende Flexibilität in den Fußgelenken.

Letztendlich sollten Sie daran denken, Ihre Muskeln zu entspannen und sich auf eine natürliche Haltung konzentrieren. Sonst werden Sie recht verspannt sein, weil Sie wahrscheinlich nicht daran gewöhnt sind, eine unnatürliche Haltung zu bewahren. Aber Verspanntheit – vor allem in den Waden und Fußgelenken – kostet viel Nerven und führt schon bald zur Erschöpfung. Sie führt auch dazu, dass Waden und Sehnen hervortreten – wo Sie doch eigentlich eine sanftere Silhouette haben wollen. Um den Vergleich mit der Vogelwelt noch einmal zu bemühen: Wenn Sie Ihre Waden und Sehnen nicht entspannen, dann bekommen Sie mit der Zeit Hühnerbeine! Sie können das zwar eine Weile mit Strümpfen kaschieren, aber es ist allemal besser, die richtige Gangart zu lernen.


Zum Inhaltsverzeichnis

=

Schlupfen des Fußes

Schlupfen oder Rutschen des Fußes im Schuh: Das ist ein Problem, das für alle pumpsartigen Schuhe gilt, in die man hineinschlüpft. Man kann nicht ordentlich gehen, wenn so etwas passiert, denn die Bewegung der aus dem Schuh herausrutschenden Ferse bringt Sie außer Balance und stört Ihren Rhythmus. Obendrein weist der Schuh nicht die korrekte Stellung relativ zum Boden auf, was ganz wichtig ist, wie wir bereits gesehen haben. Das Schlupfen kommt auch meist mit dem Problem drückender Zehen einher. Es gibt einige Methoden, um diesem Übel beizukommen. Einige Frauen kaufen ihre Stöckelschuhe eine halbe oder gar eine ganze Nummer kleiner als sie es mit flachen Schuhen tun würden, so dass auch dann ein fester Sitz garantiert ist, wenn sich die Zehen beim Tragen ein wenig nach vorn arbeiten – solange, bis der Schuh gut eingetragen ist. Wenn es Ihnen passiert, dass Sie schlupfen und Sie gerade dünne Strumpfhosen oder Strümpfe tragen, dann ist es eine ganz gute Lösung, selbige auszuziehen. Barfuß in Stöckelschuhen bringt einiges mehr an zusätzlicher Reibung zwischen Fuß und Schuh. Machen Sie sich aber darauf gefasst, dass das Problem wiederkommt, sobald Ihre Füße ein wenig zu schwitzen beginnen. Man kann es auch genau andersherum machen und eine dickere Strumpfhose oder gar Socken tragen um damit die Lücke aufzufüllen. Nun, kurze Söckchen und Stöckelschuhe passen überhaupt nicht zueinander, tragen Sie deshalb welche, die bis zum Oberschenkel gehen – notfalls mit Strumpfhaltern.

Es gibt obendrein einige spezielle Problemlösungen, die Sie in der Fußpflegeabteilung von Drogerien finden können. Fersen-Haftpflaster können effektiv und unauffällig sein. Ein Nachteil davon ist die oftmals mangelhafte Qualität der Klebschicht. Oftmals knüllen sie sich unten zusammen oder fangen gar selber an zu rutschen. Wenn so etwas passiert, dann werfen Sie diese nicht gleich weg. Kleben Sie sie lieber mit einem ordentlichen starken Leder/Stoff-Kleber wieder an. Das sollte dann das Problem beheben. Ebenso gibt es in der Fußabteilung von Drogerien kleine Polster, die dazu da sind, Ihre Zehen am Rutschen und Einquetschen und damit letztlich Ihre Fersen am Schlupfen zu hindern.

Nun, ich muss sagen, dass all diese Methoden irgendwie nur ein Kompromiss sind. Sie funktionieren nicht überall und wenn ein Paar Schuhe angefangen hat zu schlupfen, dann ist es oftmals nicht möglich, dies wirklich zu beheben. Das einzig wirklich Sichere ist, ein Paar wirklich gut gemachte und stramm sitzende Pumps zu haben.

Ich habe schon einige Paar schlupfende Schuhe wiederbelebt, indem ich sie mit einem Fesselband versehen habe. Sie können das recht einfach tun, indem Sie ein paar elastische ringförmige Samtbänder nehmen, wie sie auch zum Binden der Haare bei einem Pferdeschwanz üblich sind. Nehmen Sie zwei davon in gleicher Farbe und halten Sie diese so, dass sie in der Mitte zusammen kommen und so eine Acht bilden. Nun schlingen Sie eines davon um das andere und durch sich selbst hindurch, so dass beide miteinander verbunden sind. Ein Ring davon verläuft um Ihr Fußgelenk und der andere entweder um den Fuß mitsamt dem Schuh oder – was ich vorziehe – hinten am Schuh herunter und um den Absatz herum, so dass man nur ein Band um Ihr Fußgelenk sieht. OK – ich bevorzuge Schuhe ohne solche Bänder, aber es kann ja ganz nett aussehen und es wäre eine Schande, ein Paar einfach wegzuwerfen, besonders wenn es sich Ihren Füßen gut angepasst hat und sonst in Ordnung ist. [1]


Stop slipping using a terry band

Hier sehen Sie eine Illustration, wie Sie das Schlupfen bei Pumps mit einem doppelten Samtband – wie oben beschrieben – beheben können. Der Verlauf der Bänder ist der Deutlichkeit halber in rot eingezeichnet. Natürlich würden Sie für diese Schuhe schwarze Bänder benutzen und man könnte sie kaum auf dem schwarzen Schuh sehen – das können Sie mir glauben! Wenn Sie keine Samtbänder finden können, dann versuchen Sie es mit Schnürsenkeln. Dickere Schnürsenkel sind am besten, denn sie drücken sich nicht so ein. Natürlich fehlt ihnen die Elastizität der Bänder und Sie werden sie mit einer netten Schleife eng binden müssen, damit sie tun was sie sollen. Wenn Sie künstlerisch Schleifen binden können, dann können Sie sogar das Aussehen eines alten Paares Schuhe damit verbessern. Ich mag die Art am liebsten, wie sie der Fuß im Vordergrund zeigt, weil es da nur ein Band um das Fußgelenk zu sehen gibt – und ich glaube, es ist der Minimalismus, der den Eindruck verstärkt, den ein solches Paar Stöckelschuhe erzeugen kann. Bei 'Reparaturen' dieser Art können Sie die Schuhe wieder mit Strümpfen tragen und das Paar wird für Sie wieder nutz- und brauchbar.


plaintie

Simpel, aber eine Kur für Ihre schlupfenden Lieblingsschuhe

[1] Anm. d. Übers.: Ich glaube nicht, dass eine Frau freiwillig mit solchen Behelfsbändern herumläuft – außer in einer Notsituation. Wenn man es wirklich ordentlich haben will, dann sollte man die Schuhe zum Schuster geben, der einem eine passende Lederschlaufe hinten einsetzen kann, wo man dann ein ordentliches Knöchelband aus Leder durchziehen kann.

Zum Inhaltsverzeichnis

=

Drückende Zehen

Drückende Zehen und Rutschen der Zehen habe ich schon zusammen mit schlupfenden Fersen erwähnt. Der größte Teil des Fußes in einem hochhackigen Schuh befindet sich auf etwas, das wie eine recht steile schiefe Ebene wirkt. Die Schwerkraft bewirkt nun, dass der Fuß dazu neigt, auf dieser schiefen Ebene herabzurutschen – besonders dann, wenn bei jedem Schritt Gewicht von oben auf ihn einwirkt. Je höher der Absatz, desto größer die Kraft, die ihn rutschen lässt. Die Folge davon ist, dass die Zehen in den vorderen Teil des Schuhes hineingedrückt werden und sich eine Lücke zwischen Ferse und Schuh öffnet. Dieses Zehendrücken kann außerdem noch Hammerzehen und entzündete Ballen verursachen. Lücken an der Ferse sind häufiger bei billigen, schlecht gefertigten Schuhen, wo sich das Oberleder ausdehnt, verzieht oder sich gar vorn etwas von der Sohle ablöst.

Das ist ein schwieriges Problem, was man ganz allgemein kaum so recht mildern kann, denn es hängt doch sehr vom inneren Aufbau des Schuhes ab. Es gibt Polster und Einlagen zu kaufen, die man vorn in die Schuhe stecken kann. Man hofft immer, dass sie die nötige Reibung bringen, um den Fuß nicht nach vorn rutschen zu lassen – und manchmal haben sie auch einen passablen Effekt. Aber es ist immer das Beste, sich ein Paar Schuhe von guter Qualität zu kaufen, um dem Problem drückender Zehen möglichst aus dem Weg zu gehen. Wenn es aber passiert, dass Ihnen die Zehen drücken, dann setzen Sie sich ein wenig hin, ziehen den Schuh aus, wackeln mit den Zehen, um die Steifigkeit zu beseitigen und ziehen ihn wieder an, wobei Sie auf die richtige Position Ihres Fußes im Schuh achten. Wenn Sie mit einem Paar Schuhe heftiges Zehendrücken bekommen oder wenn es ihnen damit öfter passiert, dann werfen Sie dieses Paar Schuhe weg! Fußdeformationen oder Entzündungen können sich nämlich sehr schnell entwickeln, wenn Ihre Zehen in eine zu unnatürliche Position gequetscht werden.


Zum Inhaltsverzeichnis

=

Verbiegen

Verbiegen ist ein Problem, bei dem der Absatz in eine schräge Lage verbogen wird anstatt senkrecht zu bleiben. Eine entsprechende Verbiegung erleidet dann auch der gebogene Teil der Schuhsohle. Das ist ein Problem, das meist bei Pantoletten (mules) und Sandaletten vorkommt, denn bei diesen Stöckelschuh-Typen können Fuß, Sohle und Absatz sich nur wenig gegenseitig unterstützen. Es kann aber auch bei anderen Stöckelschuhen vorkommen, wenn die Befestigung des Absatzes an der Sohle sich gelöst hat oder anderweitig irgendwie defekt ist. [1] Man kann da nicht viel machen. Selbst Schuhe, die beim Kauf völlig in Ordnung waren, können mit der Zeit dieses Problem bekommen, wenn die Metallverstärkung in der Sohle sich löst oder der gebogene Teil der Sohle an Steifigkeit verliert. Wenn Ihnen also derartiges passiert, dann lassen Sie die Schuhe ordentlich reparieren oder werfen Sie diese weg. Tragen Sie niemals Stöckelschuhe, die schlecht gefertigt, abgetragen oder irgendwie kaputt sind. Es ist schlecht für Ihre Füße – und es ist schlecht für Ihr Ansehen.

[1] Anm. d. Übers.: Oder wenn die Stahlverstärkung in der Sohle zu billig gefertigt wurde.

Zum Inhaltsverzeichnis

=

Wackeliger Stand

Wackeln mit dem Fuß ist der Vorgang, bei dem das Fußgelenk beim Gehen oder Stehen seitlich hin und her schwingt. Das ist oftmals ein Fehler der Trägerin, die ihren Waden und Fußgelenken nicht genug Kraft und Technik antrainiert hat, um dem Wackeln entgegenzuwirken. Es kann manchmal aber auch ein Fehler des Schuhes sein – meistens dann, wenn die Absatzspitze schief abgelaufen ist und damit eine Schräge zum Boden bildet. Vielleicht ist aber auch der ganze Absatz aus der Senkrechten verbogen. Wenn es am Schuh liegt, dann sehen Sie zu, dass er repariert wird.


Zum Inhaltsverzeichnis

=

Sohlendrücken

Man kann der Tatsache nicht ausweichen, dass ein Großteil Ihres Gewichtes nach vorn schiebt und auf dem vorderen Teil Ihres Fußes lastet, wenn Sie Stöckelschuhe tragen. Wenn Sie sich entschließen, trotz Neigung zu drückenden Fußsohlen Absätze von 7..8 cm oder mehr für längere Zeit zu tragen, dann leidet der vordere Teil Ihrer Füße am meisten. Bei solchen Schuhen ist es dann für Sie ganz wichtig, Schaumstoffeinlagen im Vorderteil des Schuhes zu tragen. So etwas gibt es in der Fußabteilung von Drogerien. Sie helfen Ihnen, den Druck auf Ihre Ballen abzupolstern. Wenn's nötig ist, kann man manchmal einen größeren Polstereffekt erreichen, wenn man zwei davon aufeinander legt. Sie helfen übrigens auch gegen drückende Zehen. Überraschenderweise kommen selbst sehr gute Qualitätsschuhe standardmäßig ohne jegliche Polsterung im Vorderschuh daher. Die Auswahl eines Schuhes, der möglichst gut mit der Kurve Ihres Spannes in erhobener Position übereinstimmt (also Schuhsohle innen anschmiegend an Fußsohle), hilft Ihnen ebenfalls, Ihr Gewicht über den ganzen Fuß verteilt auf die Sohle des Schuhes zu bekommen und den Druck ganz vorn auf Ihre Sohle zu mildern.

Es ist natürlich auch möglich, dass sich Ihr Fuß an diese neue Gewichtsverteilung gewöhnt, wenn Sie ihn regelmäßig darin üben – allerdings ist der Grad der erreichbaren Gewöhnung individuell doch sehr verschieden. Für Neulinge im Stöckelschuhtragen ist eine gute Polsterung der Sohle ganz wichtig – besonders damit sich Ihre Ballen nicht irgendwie verhärten. Diese Art von Schmerzen gehören nämlich zu den Dingen, die einem am häufigsten das Stöckelschuhtragen verübeln. Im übrigen ist es auch ganz wichtig, wenn man sehr hohe Absätze regelmäßig trägt, dass man öfter auch barfuß geht, sich auf die Zehenspitzen stellt, barfuß auf Zehenspitzen geht und all die anderen schon besprochenen Übungen macht.


Zum Inhaltsverzeichnis

=

Abnutzung der Schuhe

Ich habe es Ihnen schon ein paarmal gesagt: Es ist nutzlos, mit kaputten Schuhen gehen zu wollen. Das bringt Ihren Füßen und dem Rücken nicht nur überflüssigen Stress, es bietet auch einen lumpigen Anblick, der Ihnen Ihr Ansehen ruiniert. Hier ist eine kleine Zusammenstellung der häufigsten Defekte, die schon am Anfang im Schuh stecken oder sich über die Zeit hin durch Abnutzung beim Tragen entwickeln können. All diese Defekte kann man entweder schlechter Machart, falscher Lauftechnik oder allgemeiner Abnutzung zuschreiben. Bei letzterem kann man nicht viel machen. Aber – um Probleme möglichst klein zu halten – sollten Sie immer die beste Qualität kaufen, die sie sich leisten können und Sie sollten Obacht geben, dass Sie das korrekte Laufen in diesen Schuhen auch wirklich gemeistert haben.

Kosmetische Fehler

  1. Die Spitze der Absätze ist zwar benutzbar, aber abgenutzt.
  2. Die Absätze sind abgewetzt, zerschrammt, oder das Bezugleder abgenutzt.
  3. Das Obermaterial ist zerkratzt.

Strukturelle Fehler

  1. Die Spitze der Absätze ist lose, oder ist sehr stark abgenutzt und muss ersetzt werden.
  2. Die Absätze sind aus ihrer ursprünglich senkrechten Lage verbogen (meist nach vorne hin).
  3. Die Befestigung zwischen Absatz und Sohle ist lose oder beschädigt.
  4. Die Metallverstärkung im schrägen Teil des Schuhs ist gebrochen oder ist lose geworden.
  5. Das schräge (Mittel-)Teil des Schuhs hat seine Steifigkeit verloren, so dass sich der Absatz aus der Senkrechten verbiegen kann.
  6. Der Absatz zeigt Neigung, sich zu verdrehen. Ursache kann ein Fertigungsfehler oder Abnutzung sein.
  7. Das Oberleder hat sich verzogen, ausgedehnt, ist abgegangen oder sonstwie in einer Art und Weise beschädigt, so dass Fuß und Schuh nicht mehr befriedigend miteinander arbeiten können.

Wenn irgendeiner dieser Defekte auftritt, dann können Sie entweder versuchen, die Schuhe selbst zu reparieren (siehe anderswo in meiner Webseite), sie irgendwo reparieren zu lassen oder sie wegzuwerfen, insbesondere wenn sie ihre besten Zeiten schon hinter sich haben. Wenn es Ihre Lieblingsschuhe sind, die Sie um keinen Preis entbehren wollen (und ich selber hänge mehr an einigen meiner Schuhe als an allem anderen, was ich habe), dann lassen Sie sie ordentlich reparieren und tragen Sie sie nur noch daheim.


Zum Inhaltsverzeichnis

=

Rennen

Davon kann ich Ihnen aus leicht ersichtlichen Gründen nur abraten! Es ist eine gute Methode, sich die Fußgelenke zu brechen oder die Absätze – oder beides. Das Problem ist, dass sich beim Rennen beide Füße vom Boden lösen und dann schlägt der Fuß beim Landen auf den Boden mit einer ganz erheblichen und unkontrollierbaren Wucht. So etwas kann Ihnen die Achillessehne demolieren und – wenn Sie dünne Absätze tragen – kann sich der Schuh unter Ihnen wegdrehen. Es gibt keine befriedigende Lösung für dieses Problem. Ich kann in Schuhen mit bis zu 7..8 cm hohen, aber dicken Absätzen rennen. Das meinen wohl manche Leute, wenn sie fragen, "Können Sie in hohen Absätzen rennen?" Ich würde Ihnen nicht einmal dieses empfehlen.

Wenn Sie in Eile sind, dann ist es das Beste, sich mit schnellem Gehen zu behelfen. Um das zu erreichen, lehnen Sie sich ein wenig mehr nach hinten als sonst, um Ihre Schritte größer machen zu können. Nun bewegen Sie Ihre Arme und Beine ein Stück schneller – und machen Sie wieder die Bewegungen aus der Hüfte heraus. Denken Sie daran, Ihre Arme etwas schneller und weiter zu schwingen, damit Sie die Balance behalten. Mit etwas Übung werden Sie dieses schnellere Ausschreiten ganz natürlich hinbekommen – jedenfalls dann, wenn Sie das einfache Gehen gemeistert haben. Es ist nur ein klein wenig langsamer als all die Versuche, auf sehr hohen Absätzen rennen zu wollen, wobei dann die Arme wie Dreschflegel herumrudern. Sie sollten jedenfalls so etwas nicht versuchen, solange Sie nicht wirklich das einfache Gehen perfekt beherrschen und Ihre Muskeln trainiert haben. Der Grund dafür ist, dass die Spitze Ihres Absatzes auf den Boden mit etwas mehr Wucht als sonst auftrifft – und wenn Ihre Beinmuskeln nicht daran gewöhnt sind, damit umzugehen, dann könnte Ihr Schuh umkippen und Ihnen das Fußgelenk verdrehen.

AHA! Sie wollen also wirklich mal in hohen Absätzen rennen? Ja? Nun, hier gibt es eine kleine Filmsequenz, die eine Flug-Hostesse zeigt, wie sie gerade so die Gangway herunterläuft. Klicken Sie einfach auf das Bild und laden den Film in Ihren Rechner.



Airhostess

Zwei Bitten hab ich an Sie:
Erstens: Bitte probieren Sie solche Sachen niemals selber aus – es sei denn, Sie sind eine wirklich sehr erfahrene Stöckelschuhträgerin. Es kann ja ganz gut aussehen, aber es braucht dazu – genauso wie Skifahren oder Eislaufen – verdammt viel Übung, dass man sich dabei nicht die Beine bricht. Und zweitens: dieses Video wurde mir freundlicherweise von Stephen (Tight Skirts Page) zur Verfügung gestellt. Also verwenden Sie es bitte nicht irgendwo anders ohne seine Zustimmung. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie ihn finden können, dann benutzen Sie diesen Link hier: Tight Skirts Page. Ich verspreche Ihnen, es ist keine Pornoseite, sondern eine komplett freie Quelle von wunderhübschen Moden, mit Stil und Geschmack zusammengestellt.


Zum Inhaltsverzeichnis

=

Sich drehen

Wenn Sie den hinteren Teil Ihres Schuhes hochheben, so dass der Absatz gerade abhebt, dann bildet die Sohle Ihres Fußes nur noch eine kleine Kontaktfläche zum Boden, auf der man sich recht leicht drehen kann: Der Schuh macht es möglich. Das ist die Basis für eine Art sich in Stöckelschuhen zu drehen, die effektiv auf Zehenspitzen gemacht wird. Aber es gibt noch mehrere Techniken.

Schwenk-Drehungen

Die erste Art Drehungen ist die Schwenkdrehung, die man machen kann, wenn man gerade steht oder beim Gehen zum Halt kommt. Es ist eine 45 bis 180 Grad-Drehung. Angenommen, Sie wollen sich rechts herum (im Uhrzeigersinn) drehen. Platzieren Sie Ihren linken Fuß direkt vor Ihren rechten Fuß, stellen sich dann auf die Zehen, so dass Ihre Absatzspitzen vom Boden abheben. Nun drehen Sie sich auf Ihren Zehenspitzen einfach so weit herum, wie Sie wollen. Die beiden Drehpunkte sind direkt unter Ihren Zehen. Wenn Sie sich halb herumdrehen (180 Grad), dann sehen Sie, dass sich danach Ihr rechter Fuß direkt vor dem linken Fuß befindet. Um sich anders herum (entgegen dem Uhrzeigersinn) zu drehen, beginnen Sie einfach mit dem rechten Fuß vor dem linken. Üben Sie diese Schwenkdrehung in verschiedene Richtungen und mit verschiedenen Drehwinkeln. Aber probieren Sie es erst dann, wenn Ihre Beine an hohe Absätze gewöhnt sind, denn dieses Verdrehen bringt Ihren Waden und Fußgelenken zusätzliche Spannung, mit der ein untrainiertes Bein nicht zurechtkommen könnte.

Allmähliche Drehungen

Die zweite Technik ist die allmähliche Drehung, die man nur beim Gehen ausführen kann. Angenommen, Sie wollen nach rechts schwenken. Gerade bevor Ihr linkes Bein beim Gehen den Boden berührt ist der rechte Fuß in einer Position, wo die Zehen noch Bodenkontakt haben, der Absatz jedoch bereits abgehoben ist. In genau diesem Moment drehen Sie Ihren rechten Fuß auf den Zehenspitzen ein klein wenig in die Richtung, wo Sie hin wollen (so etwa 5 Grad – nun, der exakte Winkel hängt wohl davon ab, wie eilig Sie es haben). Wiederholen Sie diese Aktion jedesmal wieder, wenn Ihr rechter Fuß in obiger Position ist. Sie können es natürlich bei jedem Schritt oder bei jedem zweiten etc. machen – das hängt davon ab, wie eng der Bogen ist, den Sie machen wollen. Die Prozedur für einen Linksschwenk ist genau die gleiche – außer, dass die beschriebene Drehung mit dem linken Fuß gemacht werden muss, bevor er den Boden verlässt.

Drehung auf den Absätzen

Eine andere Drehmethode, die nur im Stand möglich ist, ist das Drehen auf den Absätzen. Das ist zwar nicht besonders empfehlenswert, aber ich habe schon Frauen gesehen, die es taten und ich erwähne es deshalb hier – der Vollständigkeit halber. Ich praktiziere es jedenfalls kaum. Im Prinzip schwenkt man sein Gewicht soweit nach hinten auf die Absätze, dass die Sohlen eben gerade nicht mehr auf den Boden lasten und dann besorgt eine Drehung des Oberkörpers auch das Drehen der Beine und Füße mit den Absatzspitzen als Angelpunkt. In Stilettos birgt das eine ganz erhebliche Zusatzbelastung für den ganzen Schuh und lässt den Absatz sich in den Boden bohren. Wenn überhaupt, dann ist das Ganze nur außer Haus zu gebrauchen. Obendrein kann man sich auf diese Weise nur um ein paar Grad drehen. Wenn man sich auf diese Art drehen will, dann ist es das Beste, es nur nacheinander mit jeweils einem Fuß zu tun und das Gewicht auf den anderen Fuß lasten zu lassen – in einer Art Schrittbewegung erst auf dem einen Absatz drehen, dann auf dem anderen. Es ist auf jeden Fall graziöser und effektiver, die oben beschriebene Schwenkdrehung auf den Zehenspitzen zu benutzen.

Einfache Drehungen

Zweifelsohne ist es möglich sich zu drehen, indem man einfach seine Füße entsprechend setzt und sich nicht mit irgendwelchen Drehungen weiter befasst. Das bedarf wirklich keiner weiteren Erläuterung und ist auch die Methode, die Sie als Neuling im Stöckelschuhtragen benutzen sollten. Nun, wenn Sie die nötige Sicherheit und Stärke erreicht haben, dann erweisen sich die oben erläuterten Drehtechniken als sehr viel stilvoller und graziöser. Natürlich werden Sie im normalen Alltag wenig Muße für kunstvolles Drehen haben. Aber begreifen Sie das Potential, was darinnen steckt. Es gibt durchaus Augenblicke, wo Sie etwas Haltung und Gewandtheit zeigen wollen. Das Tragen von hohen Absätzen kann ein Kunststück sein. Das gehört zum Vergnügen am Tragen von Stöckelschuhen und ist Herausforderung zugleich. Je höher die Absätze sind, desto mehr Bewunderung in den Blicken werden Sie ernten, wenn Sie sich gewandt darin bewegen. Wenn Ihnen daran etwas liegt, dann ist es am Ende der Mühe wert.

Als eine Illustration – und ich will mich hier nicht dafür entschuldigen, dass ich mich selbst wiederhole – studieren Sie dieses Video-Clip, das am Ende eine Kombination aus Schwenkdrehung und allmählicher Drehung beim Rennen zeigt. Klicken Sie auf das Bild, um es zu laden.


Airhostess

Und wie schon mal gesagt: Probieren Sie so etwas nicht, bis Sie sehr erfahren mit Stöckelschuhen sind. Und noch mal: das Video hat Stephen von der Tight Skirts Page freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Benutzen Sie es nicht woanders ohne ihn zu fragen. Wenn Sie die Tight Skirts Page nicht kennen. Hier der Link: Tight Skirts Page.


Zum Inhaltsverzeichnis

=

Hinhocken

Die hockende Stellung kann frau auch als Vorstufe nutzen, sich auf den Boden zu setzen oder zu legen. Es ist wird oft angenommen, dass es in engem Rock und Absätzen nicht so einfach ist, sich in graziöser und femininer Manier auf den Boden zu setzen oder zu legen. Mit der folgenden Technik ist das aber kein Problem mehr: Platzieren Sie Ihre Füße nebeneinander und begeben sich herab in eine Hockstellung, wobei Ihr Hintern auf Ihren Fußgelenken ruht. Beugen Sie Ihren Körper nun nach vorn, indem Sie sich über die Zehenspitzen rollen, bis Sie auf Ihren Knien ruhen. Entspannen Sie Ihre Füße durch Anziehen der Waden, lassen Sie Ihre Zehenspitzen rückwärts rutschen und Sie auf den Spitzen Ihrer Zehen ruhen. Nun strecken Sie eine Hand aus und lassen sich darauf fallen, was Ihr Gewicht auf die Seite eines Ihrer Beine verlagert. Nun können Sie sitzen, liegen oder Ihre Beine nach Belieben ausstrecken.

A girl crouching

Aus dieser Lage wieder aufzustehen, geht genau in der umgekehrten Reihenfolge. Bringen Sie Ihre Beine dicht am Körper aneinander, schubsen Sie sich mit der Hand, mit der Sie sich abgestützt haben, auf die Knie, strecken Sie die Waden und ziehen Ihre Zehenspitzen unter die Fußgelenke. Schließlich schwenken Sie sich zurück auf Ihre Absätze und dann strecken Sie Ihre Beine, um in einer glatten Bewegung sich zu erheben.

Falls Sie meinen, das alles sei doch ganz klar, dann schauen Sie mal, wieviele Mädchen das alles falsch machen und zum Schluss mit weit geöffnetem Rock und irgendwohin zeigenden Absätzen dasitzen. [1]

[1] Anm. d. Übers.: Das Hinsetzen mag ja noch gehen, aber wieviele Frauen haben so geübte Beine, sich ohne Weh und Ach allein aus der Kraft ihrer Schenkel wieder zu erheben? Wohl eher wenige. Ein paar Pfund Übergewicht tun das übrige.


© German Version