Sie sind jung, begabt, dynamisch - und sie kommen trotzdem aus Deutschland! Die Rede ist von Thalion, jenem deutschen Softwarehaus, das bislang besonders durch seine technischen Fähigkeiten begeistern konnte. Von den Spielkonzepten her ging es bislang jedoch nur in gewohnten Bahnen. Aber das soll sich jetzt ändern! Leavin' Teramis soll nun das "etwas andere" Ballerspiel werden, geeignet für Neurotiker, Melancholiker oder einfach auch nur für Leute, die guten Humor immer zu schätzen wissen. Schon die Hintergrund-Story dieses Weltraum-Epos liest sich von der ersten bis zur letzten Seite witzig und soll hier nicht allzu breit ausgewalzt werden. Nur so viel: Das Forschungsraumschiff Teramis befindet sich irgendwo im Universum (wo sonst?) und bekommt plötzlich Besuch von seltsamen Lebensformen, die es ganz schön doll treiben. Erst sah es nämlich so aus, als ob man diese Wesen auf ihrem Planeten ganz locker aus der Distanz beobachten könnte, doch als die Crew bemerkte, dass die Viecher sprunghaft mutieren können, war es bereits zu spät - die Aliens waren bereits an Bord und verursachten ein grenzenloses Chaos. Da blieb nur noch eine Möglichkeit: Die Teramis musste gesprengt werden! Der Captain des Schiffes stellte den Zeitzünder allerdings etwas knapp ein, so dass McGibbons, der Held des Spiels, versuchen muss, den Zünder zu verlangsamen. Was jetzt kommt, ist leider weniger witzig, denn Mc Sowieso muss in guter, alter Ballermanier acht vertikal scrollende Levels meistern, bis er sein Ziel erreicht hat. Die Gestaltung der einzelnen Levels ist wiederum recht gut gelungen, oder zumindest spaßig. Ihr müsst mit eurer kleinen Spielfigur über labyrinthartige Sackgassen latschen und dabei aufpassen, nicht von feindlichen Geschwadern oder miesem Viehzeugs gekillt zu werden. Extrawaffen gibt es selbstredend auch, doch diese befinden sich in Seitenarmen der Teramis, zu denen man durch eine Tür gelangt. Bevor jedoch die Extrawaffe (oder Extrazeit, ganz wichtig!) ihrem neuen Besitzer übergeben wird, muss noch ein "Mittelgegner" besiegt werden. Und natürlich kann es noch passieren, dass nach hartem Kampf nur 'ne Loserwaffe erscheint. Viel Mühe haben sich die Autoren mit dem Design der Endgegner gegeben, die mir in diesen Formen noch nie begegnet sind. Da gibt es lustige Anspielungen auf echte Spieleklassiker, auf die Spieler selbst und auf das Spiel selbst. Ein paar Beispiele: In einem Level gibt es einen Space-Invaders-Automaten, der erst dann Ruhe gibt, wenn man ihm den Stecker herausgezogen bzw. zerschossen hat. In den weiteren Levels erscheinen noch ein Break-Out-Gegner sowie ein großes Stück Sch...., also ein riesiger, brauner, stinkender Klumpen, bestehend aus xxxx. Und in diesem Stil sind alle acht Levels gestylt. Thalion hat sich jedoch nicht nur darauf beschränkt, der Sch.... eine ansprechende Form und Farbe zu geben, sondern prägte das Spiel (wieder einmal) mit technischen Glanzleistungen. Zum ersten Mal gibt es auf dem Atari ST ein Hardware-Scrolling, so dass das gesamte Spiel, unabhängig von der Anzahl der bewegten Objekte und dem Sound, völlig ruckelfrei über die Bühne geht. Einen kleinen Seitenhieb auf die werte Konkurrenz konnten sich die Programmierer ebenfalls nicht verkneifen: Um zu zeigen, wie auf dem ST sonst gescrollt wird, wurde eine "Zwei-VBL-Zone" implementiert, in der das gewohnte Ruckeling für kurze Zeit bestaunt werden kann. Und auch Soundfreak Jochen Hippel schwingt sich auf dem ST zu ungewohnten Höhen auf, denn der Sound ist endlich mal nicht disco-poppig, sondern besteht aus sahnemäßig komponierten und technisch hervorragend umgesetzten Jazz. Warum der Sinneswandel? Nun, wie wir aus sicherer Quelle wissen (hi, Marc!), ist Jochen gerade auf dem Jazz-Trip. Es sei ihm und mir gegönnt. Schade nur, dass Leavin' Teramis ausser dem tollen Sound, der tollen Story und dem tollen Scrolling nix Tolles mehr zu bieten hat. Die Ballerei ist ja anfangs ganz witzig, doch schon nach kurzer Zeit fällt die geringe Variabilität des Games auf. Viel Geschick und Lernfähigkeit werden vom Spieler halt nicht gefordert. Wie soll das bei dieser konfusen Konzeption auch funktionieren. Die Technik ist eine Meisterleistung, doch schöne Effekte allein tun es eben nicht. Also Jungs, setzt Euch nochmal an die Kisten und programmiert ein affengeiles, hammerhartes Ballerspiel, das die Nerven kitzelt und nicht das Zäpfchen. Dass Ihr das könnt, habt Ihr ja bei Leavin' Teramis bewiesen! Michael Suck
Der Weltraum - ein einziges Chaos. Glaubt man nämlich den unzähligen Storys der Ballerspiele, findet dort oben ein einziges Gemetzel statt, bei dem mittlerweile keiner mehr so genau durchblicken dürfte, wer mit wem und überhaupt. Und dann wird auch noch das Forschungsraumschiff Teramis von mutierten Aliens überfallen! Die Crew verlässt das Schiff fluchtartig und hinterlässt eine Zeitbombe. Da aber immer einer der Loser ist, rafft McGibbons die Evakuierung zu spät. Seine einzige Chance: Den Zeitzünder verlangsamen. Was folgt, ist eine vertikale Balleraktion in acht Levels, die mäßig Abwechslung bietet. Die Levels sind jedoch hübsch aufgeteilt und nicht ohne Humor - das betrifft besonders das Styling der Endgegner. Trotzdem ist Leavin' Teramis im Wesentlichen nichts anderes als ein Labyrinthspiel, in dem sich kleine Angreifer tummeln, Extrawaffen gesammelt und Monster besiegt werden müssen. Der Spieler muss jedoch aufpassen, dass er nicht in böse Fallen hineinläuft oder mal 'ne Loserwaffe ergattert, denn für die Extras muss erstmal ein Duell Mann gegen Monster ausgetragen werden - und das dauert. Mag das Spiel auch arg durchschnittlich sein, üppig ausstaffiert ist es allemal. Da gibt es wieder einen Multicolorscreen, sauberes Scrolling und Animation, tolle Zwischenbilder und unzählige Sounds von Jochen Hippel. Letztere sind wieder recht jazzig angehaucht, wenn mir auch die verwendeten Instrumente nicht so ganz gefielen; klingt nämlich so'n bissel nach ST-Gedudel. Also Leute, Leavin' Teramis muss man nicht haben. Michael Suck
Originelle Hintergrundstory, übliches Spielschema: So könnte man in kurzen Worten den Inhalt von Thalions neuem Ballergame zusammenfassen! Nach einer feucht-fröhlichen Weltraumparty erwacht der Held Nigel Mac-Gibbon aus seinem Rausch und stellt fest, dass er alleine auf dem Schiff ist. Der Rest der Besatzung hat in weiser Voraussicht die Flucht ergriffen, jetzt bevölkern nur noch böse Aliens die (10 Level langen) Gänge. Also nix wie ab in Richtung Ausgang, in wenigen Minuten fliegt nämlich der ganze Kahn in die Luft! In "Gauntlet"-Manier (Vogelperspektive, Hindernisse satt) steuert man das blaue Nigel-Sprite über den vertikal scrollenden Bildschirm; dabei scheinen am Boden angebrachte Richtungspfeile recht hilfreich zu sein - nur die führen einen des öfteren auch in die Irre! Ständig von einem (zumindest anfangs) wahnsinnig eng bemessenen Zeitlimit gehetzt, geht man auf die Jagd nach Punkten und Extrawaffen. Hat man sich bis zu einem Endgegner durchgeballert, braucht man außer Schussstärke auch noch einiges an Köpfchen, die Biester sind nämlich unglaublich zäh und nur sehr schwer zu knacken. Die Grafik ist farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail erstellt, allerdings hätten die Sprites ruhig ein Deut größer ausfallen dürfen. An Sound stehen wahlweise Musik oder Effekte zur Verfügung, die beide gut zum Spielablauf passen. Fans des Action-Genres werden mit dieser humorvollen Variante sicher ihre Freude haben. Gelegenheitsspieler sollten aber vor dem Kauf eine kleine Probesitzung einlegen. (ur)
Während die Mannschaft feucht-fröhlich feiert, besetzen Aliens das Raumschiff "Teramis". Der Captain stellt das Sektglas ab, räuspert sich und befiehlt die Räumung des Schiffs. Alle Crew-Mitglieder besteigen die Rettungskapsel. Bis auf Nigel MacGibbons, der völlig blau in einer Ecke liegt und seinen Rausch ausschläft. Als er aufwacht, bemerkt er, dass er nicht nur mit seinem Kater, sondern auch gegen Mutationen zu kämpfen hat. Sie steuern Nigel, der mit einer kleinen Knarre ausgestattet ist. Er ballert sich schrittweise nach vorne, um innerhalb eines Zeitlimits am Ende des Levels anzukommen. Dort sitzt breit und fett ein großes außerirdisches Tier, das ungebührlich viele Kugeln auf MacGibbons abfeuert. Wenn man bis dahin Extras (stärkerer Schuss, mehr Leben, mehr Zeit) eingesammelt hat, wird es leichter, dem Knaben zu widerstehen. In Seitengängen des Schiffs findet man weitere Gegenstände. Insgesamt stirbt man in 10 Levels tausend Tode, bevor man das Schiff mit der letzten Rettungskapsel verlassen darf. Schade: Leavin' Teramis bietet keine besonderen Überraschungen. Zwar ist die Grafik ganz flott und manche Details mit viel Liebe gezeichnet (mit dem Sound kann ich dagegen nicht viel anfangen - Geschmackssache), aber hier fehlt es am definitiv knackigen Spiel-Design. Technisch gibt es kaum was zu mäkeln, aber das Programm packt einfach nicht. Spätestens nach dem zweiten Level sehnt man sich nach "Xenon II" zurück, da helfen auch die glibbrigen Endmonster nichts. Außerdem fand ich Teramis ein wenig schwer: Nach dem dritten Level ist bei mir absolut Schluss. Fazit: Durchschnitt. al
Die Teramis ist von Aliens besetzt worden und Sie müssen nun natürlich versuchen, die Aliens dahin zu schicken, wo sie herkamen, und das geht in diesem Falle nur mit Waffengewalt. Die Teramis ist ein sehr großes Raumschiff, das sich in viele Sektionen unterteilt. Sie fangen mit ihrer Säuberungsaktion ganz hinten in der Hyperdrive-Sektion an, darauf folgen dann die Energie-, die Pflanzen- und die Freizeit-Sektion und so geht es weiter. Während Sie also durch das Schiff rennen und kräftig ballern, sehen Sie sich und Ihre nähere Umgebung aus der Draufsicht. An manchen Stellen, die durch Pfeile gekennzeichnet sind, können Sie eine Plattform betreten, die sich außen am Schiff befindet. Auf der Plattform befindet sich eine Falltür, die sich öffnet und einen mehr oder weniger nützlichen Gegenstand freigibt. Dies wäre zum Beispiel zusätzliche Zeit oder eine bessere Waffe. Auf manchen von diesen Seitengängen haben sich allerdings bereits Aliens eingenistet, die Sie vorher erst noch erledigen müssen. Doch Vorsicht, manchmal haben sie sich auch unter der Plattform versteckt und greifen erst an, wenn man sich in Reichweite befindet. Auch im Schiff selbst liegen Icons herum, die, wenn man sie aufnimmt, Extrawaffen, neue Leben oder Punkte bedeuten. Und natürlich hat jede Sektion ihren Oberalien, der erst besiegt werden muss, bevor es in den nächsten Level geht. Baller-Freunden kann man dieses Spiel nur wärmstens empfehlen, denn hier geht der Bär ab. (Robert Marz/ hs)
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Trivia | |
|---|---|
| "This picture was used to make
artwork for an end-of-level monster in Thalion's game
'Leavin' Teramis'. At the end of a level [level 2 -
Anmerkung des Webmasters] there was Jeff Minter's head
(drawn from this picture by Michael 'Mickey' Grohe) and
there were dozens of little llamas coming at you that
you'd have to obliterate (if only Jeff knew)." Die Erläuterungen und das Foto von Jeff Minter wurden der "ST News"-Homepage entnommen (Quelle). "Michael Bittner was trying to finish 'Leavin' Teramis' [at the STNICCC] at 4 o'clock in the morning, after crashing his master control program ('Leavin' Teramis' is a Thalion game in case you're so minddeafeningly stupid not to know)." Richard Karsmakers (Quelle) |
|
|