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Gesundheit

 

 

Wie viel Bewegung braucht unser Retriever-Welpe?

 

Frühkastration

 

Schäden am Kniegelenk

 

Haustaubmilbenallergie

 

Ein herzlicher Dank geht hier an Dr. med. vet. Susanne Wisniewski, die ihre medizinischen Beiträge aus der Retrievermailingliste für diese Homepage zur Verfügung gestellt hat.

 

Dr. med. vet. Susanne Wisniewski

Tierklinik an der Rennbahn

An der Rennbahn 16

76473  Iffezheim

Email: SWisniewski@tierklinik-an-der-rennbahn.de

 

 

Wie viel Bewegung braucht unser Retriever-Welpe? 

 

Ausgehend vom Urahnen Wolf sollte man sich vor Augen halten, dass der Junghund erst etwa im Alter von 8 bis 9 Monaten beginnt, das Rudel auf größeren Streifzügen zu begleiten. Bis dahin besteht der Tagesablauf aus kurzen Bewegungsintervallen mit größeren Schlaf- und Ruhepausen. Unsere Welpen hingegen werden (ganz anders als der Wolf) mit hoch kalorischem (sehr energiereichem) Futter ernährt und geraten daher oft in einen erheblichen Energieüberschuss und Bewegungsdrang, den der Besitzer nur mit ausgiebigen Spaziergängen zu befriedigen können glaubt. Dies führt in einen Teufelskreis, da der Junghund durch viel Bewegung natürlich immer bessere Kondition erhält, sprich, immer längere Spaziergänge benötigt, damit er endlich mal müde ist. Es gibt tatsächlich Hundebesitzer, die mit einem 6 Monate alten, 34 kg schweren Labrador-Junghund täglich 3-mal eine Stunde spazieren gehen und zusätzlich eine Stunde "Spielgruppe" erlauben (damit sich der Kleine auch ordentlich sozialisiert).

 

Die Kombination "gute" Fütterung (häufig gleichzusetzen mit Übergewicht) und viel zu starke körperliche Beanspruchung sind allerdings mit ein Grund dafür, dass sich bei großwüchsigen Rassen in diesem Alter degenerative Gelenksprobleme (HD/ED/OCD) entwickeln, die dem Hund ein Leben lang Problem bescheren können. Hier das richtige Maß zu finden, stellt für viele Besitzer ein großes Problem dar. Natürlich gibt es auch keine Pauschalregeln wie 5, 15 ,oder 30 Minuten. Schon gar nicht kann man auf den Hund hören nach dem Motto "der weiß schon, wann er genug hat..."; denn die meisten Welpen werden durch ihren Spieltrieb, ihr Temperament u. a. dazu getrieben, sich weit über ihre eigentliche Belastungsgrenze hinaus anzustrengen.

 

In jedem Falle gilt aber, dass man einen Hund (großwüchsiger Rassen mit Tendenz zu Gelenksproblemen) bis zu 12 Monaten eigentlich nicht zu wenig, sondern nur zuviel bewegen kann. Den Einwand, ein Welpe müsste sich schließlich sozialisieren und hierfür wären ausgiebige Welpenspielstunden geradezu ideal, kann man mit Blick auf die Entwicklungsphasen eines Welpen getrost vergessen, da sich in punkto Sozialisierung nach der 16. Woche nicht mehr viel tut. Das Einschränken dieser auf Hundeplätzen weit verbreiteten "Tobe-Orgien" muss auch nicht bedeuten, dem Junghund jeglichen Kontakt mit anderen Hunden zu verbieten. Allerdings sollte dieser dosiert und durchdacht erfolgen und nicht hauptsächlich dazu dienen, dass Herrchen und Frauchen in Ruhe den neuesten Klatsch austauschen können. Umfangreiche wissenschaftliche Studien zum Thema HD/ED haben gezeigt, dass man sogar bei genetischschlecht veranlagten Hunde durch strikte Bewegungseinschränkung in Kombination mit entsprechender Fütterung die Entwicklung von Gelenksproblemen verhindern oder zumindest stark reduzieren kann.

 

Dass dies ein großes Problem in Hinsicht auf die spätere Selektion von Zuchttieren darstellt, also aus einem schlechten Genotyp ein viel besserer Phänotyp gemacht werden kann, steht auf einem anderen Blatt und wird den "Normalbesitzer", dem es in der Regel um das Wohl seines gerade erworbenen Individuums geht, auch nicht interessieren.

 

Kurz: Die meisten Welpen großwüchsiger Rassen werden von ihren Besitzern im 1. Lebensjahr in punkto Bewegung unwissentlich massiv überbeansprucht. Ich persönlich halte einen 20-minütigen, flotten Spaziergang im ersten Lebensjahr schon eher für lang.

 

© Dr. med. vet. Susanne Wisniewski

 

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Frühkastration

 

Die Frage ob bei einer kastrierten Hündin nicht "Hormonstörungen" ähnlich wie bei der Frau auftreten, kann man klar mit Nein beantworten. Hündinnen haben einen komplett anderen Zyklus, stehen den allergrößten Teil des Jahres, abgesehen von der Phase um die Läufigkeit, sowieso nicht unter dem Einfluss Eierstockshormone. Die Natur hat die Läufigkeit der Hündin dafür vorgesehen, Welpen zu erzeugen. Da wir das unseren Hunden nicht pausenlos zumuten wollen, begehen wir einen schweren Eingriff in den Hormonhaushalt.

    

Mit jeder Läufigkeit und sich anschließender Scheinschwangerschaft (die im übrigen bei  jeder Hündin mehr oder weniger deutlich auftritt) steigt das Risiko für bösartige Veränderungen am Gesäuge (Tumore). Statistisch betrachtet, erkranken 70% aller nichtkastrierten Hündinnen über 7 Jahre an Gesäugetumoren. Davon sind über 95% bösartig. Da die Eierstockshormone für diese Veränderungen verantwortlich sind leuchtet es ein, dass frühkastrierte Hündinnen (d.h. vor der ersten Läufigkeit) Null % Risiko haben. Mit jeder Läufigkeit steigt das Risiko. Nachgewiesenermaßen hat einen Kastration nach dem 3. Lebensjahr keinen vorbeugenden Effekt mehr. Die Uni Zürich und die Uni München propagieren klar die Kastration vor dem 1. Zyklus. In den USA ist es absolut gängig, bereits 6 Monate alte Hunde zu kastrieren. Das Risiko der Inkontinenz, Fellveränderungen, Gewichtszunahme... wird dadurch wie man heute weiß- was aber anscheinend noch nicht  ganz durchgedrungen ist- nicht erhöht, sondern eher gemindert.

    

Noch vor 10 Jahren galt es als Kunstfehler, bei der Kastration einen Tei der Gebärmutter zu belassen, da man dachte, dadurch könnte eine Gebärmuttervereiterung weiterhin möglich sein. Ich selbst habe früher immer "alles entfernt". Andere Kollegen belassen schon lange einen Teil der Uterushörner, zum einen weil der Bauchschnitt wesentlich kleiner gehalten werden kann, zum anderen weil sie denken, dadurch könnte man der Inkontinenz vorbeugen. Das Risiko der Inkontinenz liegt- etwas abhängig von der Rasse - etwa zwischen 1 und 5 %. Ich habe den Eindruck, dass das Risiko am ehesten abhängig ist von der Routine und damit schonenden OP-Methode des Chirurgen. Die allermeisten inkontinenten Hündinnen entstehen klar bei Kastrations-Kampagnen von Tierschutzorganisationen, bei denen v.a. Jungkollegen (ihr Engagement in Ehren) oder Studenten operieren. Aber egal - Inkontinenz kann man heute mittels verträglicher Medikamente oder neuen OP-Methoden nahezu ausnahmslos gut behandeln. Fellveränderungen sind in meinen Augen tolerierbar, Übergewicht liegt definitiv am Besitzer, nicht an der Kastration ....gegenüber Mammatumoren stehen wir aber häufig ziemlich machtlos da.

    

Was das Argument betrifft, Hündinnen würden "jugendlich" bleiben wenn man früh kastriert, sollte man bedenken, was man mit dem Hund vorhat: eine Familie mit Kindern, ein Hund der im "Hunde-Ballungsgebiet" lebt, Agility-Freaks, etc.. Alle die den Spieltrieb ihres Hundes schätzen und die auf soziale Verträglichkeit angewiesen sind können davon natürlich nur profitieren. Auch Hündinnen, die sehr früh dominant unangenehm werden, steigern dieses Verhalten nach der 1. Läufigkeit und werden dann nach einer Kastration absolut ungenießbar. Auch das beobachten wir nicht, wenn wir früh genug operieren.

 

© Dr. med. vet. Susanne Wisniewski

 

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Schäden am Kniegelenk

 

Die Ursachen für Schäden am Kniegelenk des Hundes sind im Unterschied zum Menschen nicht vorwiegend Traumata (Skifahrer, Fußballer etc) sondern degenerative und manchmal immunlogische Prozesse, die die Kniegelenke unserer Hunde schneller verschleißen lassen.

 

Wir sehen chronisch degenerativ veränderte Kniegelenke mit deutlichen Röntgenveränderungen bereits bei Hunden im Alter von 6-8 Monaten. Hierfür verantwortlich ist in den meisten Fällen eine nicht korrekte Anatomie mit falscher Winkelung und/oder Dysplasie verschiedener Gelenksanteile. Infolgedessen werden einzelne Strukturen des Gelenkes z.B. die Menisken und/oder die Kreuzbänder überdimensional beansprucht und entwickeln schon früh fatale Verschleißerscheinungen. Der letztendlich stattfindende Kreuzbandriss mit oder ohne Meniskusschaden ist deswegen logischerweise eine Folge, nicht die Ursache der Kniegelenkserkrankung. Hält man sich diese Entstehungsweise des Kreuzbandrisses vor Augen wird verständlich, warum viele Hunde immer mal wieder milde, durch Entzündungshemmer zu lindernde Lahmheiten zeigen, bevor sie dann irgendwann doch einen Kreuzbandriss bekommen. Die Lahmheit tritt dann in der Regel hochakut auf und ist durch Medikamente nicht oder nur unbefriedigend zu beeinflussen. Betrachtet man das komplizierte dynamische Zusammenwirken der einzelnen Inneneinrichtungen des Kniegelenks wird auch deutlich, warum eigentlich immer zuerst der Kreuzbandriss und dann der Meniskusschaden auftritt, bzw. warum Hunde mit vermutetem isoliertem Meniskusschaden regelmäßig innerhalb kurzer Zeit auch einen Kreuzbandriss bekommen.

 

In jedem Falle sind diese Hunde OP-Kandidaten, wobei man auf eine möglichst optimale Wiederherstellung der Stabilität und funktionellen Strukturen sowie die Entfernung eindeutig (!) geschädigter Meniskusanteile achten sollte. Dies ist heutzutage per minimal invasiver Methode (Arthroskopie) (noch??) nicht möglich. Die Beurteilung des Meniskus bei nicht gerissenem Kreuzband ist schon gar nicht möglich, da das intakte Kreuzband die Sicht auf die betroffenen Meniskusanteile komplett verlegt. Im Unterschied zu Ellbogen- und Schultergelenk ist die arthroskopische Untersuchung und/oder Behandlung des Kniegelenks (im großen Unterschied zur Humanmedizin!) eine ziemlich frustrierende Angelegenheit weshalb die meisten Kollegen, die sich (wie ich) in ihrem ersten Enthusiasmus jahrelang damit abgemüht haben, heutzutage wieder davon abgekommen sind. Die Indikation für eine Arthroskopie des Kniegelenks sehe ich heutzutage eigentlich nur noch (wenn überhaupt) in einem vermuteten teilweisen Kreuzbandriss, dem Verdacht auf eine autoimmune Gelenkserkrankung, und in der Inspektion bereits operierter und dennoch schmerzhafter Kniegelenke. In diesen Fällen liegt der Vorteil klar in der viel schnelleren Rehabilitation und  dem geringeren postoperativen Schmerz.

 

© Dr. med. vet. Susanne Wisniewski

 

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Haustaubmilbenallergie

 

Diejenigen unter Euch, die einen Allergiker haben, wissen wie leidgeplagt  diese sich permanent juckenden Hunde und ihre hilflos daneben sitzenden Besitzer sind. Dauernder Juckreiz ist in meinen Augen eine echte Qual für den Hund und man sollte alles daran setzen, etwas dagegen zu tun. Hier liegt oft schon der erste Hund begraben, da man in der Regel lange gar nicht so genau weiß, wogegen man kämpft. Wir sehen viele Hunde, die mit einer auf mysteriösem Wege zustande gekommenen Diagnose zum "Allergiker" abgestempelt wurden, niemals aber eine systematische und gründliche Diagnostik erlebt haben.

 

Meiner Meinung nach gehört zur zweifelsfreien und endgültigen Diagnose "Allergie" zumindest eine Hautbiopsie (Stanze aus der Haut), ein guter Allergietest und der Ausschluss der meisten anderen möglichen Ursachen. Ein Diagnostikum alleine - wie etwa der Allergietest- reicht niemals aus, um die Diagnose zu stellen, da dieser recht unsicher und in vielen Fällen falsch positiv ausfallen kann (bei einer Qualitätskontrolle verschiedener Allergietests,  hatten z.B. drei unserer völlig gesunden klinik-eigenen Hunde die erstaunlichsten Allergiebefunde...). Hinzu kommt, dass eine große Zahl von Hautpatienten nicht nur unter einer Erkrankung leiden, sondern oft mehrere Probleme aufweisen, wie etwa eine allergische Disposition plus eine Schilddrüsenerkrankung, eine Milbenallergie und eine Räudemilben-Erkrankung etc. Im schlimmsten Falle liegen mehrere Krankheitsbilder parallel vor, die dann natürlich nur mit Mühe auszudiagnostizieren, vor allem aber zu behandeln sind. Das bedeutet für den geplagten Besitzer (insbesondere auch für den armen Tierarzt) einen manchmal mühsamen und frustrierenden Weg durch das diagnostische Labyrinth.

 

Beginnen und dabei keine Zeit und Mühe sparen sollte man mit einem ausführlichen Vorbericht, der so ziemlich alles umfasst, was die Lebensumstände des Hundes betrifft (natürlich nicht wie viele Grashalme auf dem Wege zum täglichen Dummyapport umgeknickt werden). Hierbei treten oft Dinge zutage, die der Besitzer als unwichtig einstuft, die aber eine einfache Lösung des Problems bedeuten können: Futter umgestellt, neues Waschmittel, neues Auto, Pensionshund (Flöhe!!!), andere Leckerli, Katze ins Haus gekommen, Wild apportiert etc. Eine besonders wichtige Rolle spielt hierbei das Futter, da nicht umsonst ca. 50% aller Hautprobleme dadurch ausgelöst werden. "Wir füttern immer das Gleiche" relativiert sich ein wenig, wenn man berücksichtigt, dass die allermeisten Futtermarken nicht konstant zusammengesetzt sind, oder dass die Konzentration von Futtermilben im Trockenfutter nach Öffnen des Sackes von Tag zu Tag ansteigt. Alleine diese Befragung dauert bei mir (und ich bin sonst nicht lahm) so 20-30 Minuten. In vielen Fällen stellt sich irgendein Verdacht ein, der dann zunächst einmal überprüft werden sollte: Futter wechseln oder besser gekochte Ausschlussdiät, Hund nicht mehr ins Auto, Entflohen (auch wenn man keine findet, denn die Biester sind schnell, Katze entflohen etc...

 

Kommt man auf diesem Wege nicht weiter, sollte- vorausgesetzt der Besitzer hat auch brav mitgespielt- eine eingehende Diagnostik eingeleitet werden, die, neben mehreren Hautbiopsien, eine Untersuchung auf Bakterien, Pilze, Parasiten, hormonelle Veränderungen etc beinhaltet. Erst wenn die Hautbiopsie für eine Allergie spricht und keine weiteren Probleme vorliegen, kann das Ergebnis des danach eingeleiteten Allergietest als aussagekräftig beurteilt werden!!!

 

Hört sich umständlich an, ist es auch, nervt nicht nur den Hund und seinen Besitzer, sondern allzu oft auch den Tierarzt; allerdings gibt es keine vernünftige Alternative und eine Fehldiagnose kann für den Hund fatal enden. So ist es etwa keine Seltenheit, dass räudemilbenbefallene Hunde jahrelang mit Cortison behandelt werden, man sie dann irgendwann wegen nicht behandelbarem Juckreiz einschläfert, oder noch besser sie die fünf Kinder der Familie angesteckt haben, die dann ebenfalls jahrelang von findigen Humandermatologen auf Neurodermitis behandelt werden. ...kein Witz!

 

So ich setze aber jetzt mal voraus, dass das alles bei euren Hunden gecheckt wurde und diese zweifelsfrei als Allergiker eingestuft werden können. Dennoch sollte man sich so verschiedene Dinge vor Augen halten, bevor man mit irgendwelchen zweifelhaften Mittelchen, Ölen, Farbtherapie oder Klassischer Musik versucht, den Juckreiz zu lindern:

 

1) Kaum ein Hund leidet nur unter einer Allergieform. Viel häufiger liegen Allergien auf eine Vielzahl von Allergenen vor, die leider nicht alle durch die kommerziellen Tests herauszufinden sind. Gerade Hausstaubmilben-Allergiker reagieren fast immer auch auf Vorratsmilben, die sich quasi in allem befinden, was trocken gelagert wird: Futter, Leckerli, Weihnachtskekse, Reis, Mais, Gries..... Bei diesen Hunden empfiehlt sich demnach, auf Trockenfutter etc zu verzichten! Auch die im Handel als sog. Allergiker- oder "Sensitive"-Futtermittel nützen logischerweise nur dem Händler. Die besten Erfolge sehen wir bei den Hunden, bei denen sich der Besitzer die Mühe macht, die für den entsprechenden Hund passende Diät selbst zu kochen (Aber Vorsicht bei sog. Kräutermischungen und anderem Allerlei, welches selbstverständlich auch Milbenverseucht sein kann).

 

2) Allergene wirken auch in "toter Form" allergieauslösend, d.h. es nützt nichts, Reis abzukochen, Milben-Sprays zu verwenden, Vet-Beds bei 60 Grad zu waschen.....sondern es nützt nur, den Hund diesen überhaupt nicht mehr auszusetzen! Das bedeutet für so manchen Hundebesitzer (mehr als für seinen Hund) einen tiefen Einschnitt in sein emotionales Leben, denn alles was Staub fängt, muss raus aus der Wohnung: Teppiche, Gardinen, Teppichboden, Federbetten, Trockenblumensträuße, Vet-Beds, Baumwolldecken...ich weiß nicht, was sonst noch so unnütz rumsteht. Gut bewährt haben sich mittlerweile lederbezogene Hundebetten (Fa Sabro) und Luftreinigungs-Geräte, die die Raumluft in einem Wasserbad filtern. Allergische Hunde neben oder gar im Bett schlafen zu lassen, ist allerdings völlig tabu.....Alleine das Verbannen aus dem Schlafzimmer nützt garantiert mehr als Bachblüten zu verabreichen. Optimal, wenn auch meist nicht durchsetzbar, ist ein Dauer-Aufenthalt im Garten oder Zwinger (igitt). ..natürlich nicht, wenn gleichzeitig eine Pollen oder Gräser-Allergie vorliegt....

 

3) Allergische Hunde leiden währen ihrer Schübe ( in der Regel im Sommer) oft unter einer bakteriellen oder pilzbedingten Superinfektion der Haut, die ihrerseits schlimmen Juckreiz verursacht. Diese bringt man manchmal mit desinfizierenden und rückfettenden Bädern, oft aber nur mit den entsprechenden Medikamenten, in den Griff. Ausgiebiges retrievertypisches Schlammbaden hat demnach oft verheerende Folgen, wohingegen Meerwasser sich günstig auswirken kann.

 

4) Allergische Hunde leiden viel mehr als andere unter Flohbefall. Da man diesen oft erst spät oder gar nicht erkennt (Flohkämme etc. sind der reine Witz) sollten diese Tiere (und ihre Wohnungsgenossen) konstant unter Flohprophylaxe gehalten werden...es sei denn sie reagieren auf Spot on oder Spray ebenso allergisch....na aber das wäre dann schon der Supergau...

 

Es gibt eine Menge erfolgversprechender Therapie-Methoden innerhalb derer die Hyposensibilisierung und Naturheilkunde ihren Platz haben, allerdings leider immer noch das Cortison die durchschlagendste Wirkung verspricht.... das vorrangige Ziel des Hundebesitzers sollte allerdings die Abstellung der Ursachen sein. 

 

© Dr. med. vet. Susanne Wisniewski

 

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