Apteryx australis
Apteryx australis
Streifenkiwi
SHAW, 1813


Der Streifenkiwi erreicht eine Größe von 55 cm und ist damit die größte Kiwiart. Das Weibchen wiegt 3,5 kg. Kiwis besitzen ein Brustbein ohne Kiel, ein haarähnliches bräunlich gestreiftes Gefieder, verkümmerte Flügel und einen sehr langen Schnabel mit weit vorne liegenden Nasenöffnungen. Sie haben einen schlecht entwickelten Sehsinn, was aber bei den nachtaktiven Tieren nicht so sehr ins Gewicht fällt. Der Geruchs- und Tastsinn dagegen sind sehr gut entwickelt. Beim Tastsinn ergibt sich diese Tatsache aufgrund der langen Tastborsten an der Schnabelbasis. Die Weibchen verfügen über paarige, funktionstüchtige Eierstöcke. Dies ist eine Besonderheit in der Vogelwelt, weil bei den meisten anderen Arten in der Regel nur noch der linke Eierstock funktionstüchtig ist und der rechte vollständig fehlt. Der Ruf der Männchen ist ein schriller Pfiff mit einer langen, ansteigenden Phrase an der einen und einer absteigenden auf der anderen Seite, worauf die Bezeichnung "Kiwi" zurückgeht. Die Weibchen haben im Unterschied dazu einen heiseren, tiefen Ruf.

Das Verbreitungsgebiet des Streifenkiwis beschränkt sich auf den Podocarpien-Wald der Nord- und Südinsel Neuseelands und die Stewart-Islands.

Tagsüber verbergen sich die Vögel in Höhlen zwischen Baumwurzeln und Gestrüpp. Nachts machen sie sich auf die Nahrungssuche. Dabei stochern sie mit ihren langen Schnäbeln im Boden herum. Die Nahrung besteht aus Wirbellosen, Würmern, Insekten, Spinnen und Beeren.

Im späten Winter und im Frühling bilden sich die Paare. Das Männchen gräbt eine Höhle, in die das Weibchen 1 - 3 weiße Eier legt. Ein jedes dieser Eier wiegt bis zu 25 % des Körpergewichts des Weibchens und ist damit das proportional größte Ei, das ein Vogel legt. Das Gelege wird vom Männchen 78 - 82 Tage lang bebrütet. Die Küken sind beim Schlüpfen völlig mit weichem Flaum bedeckt. Sie bleiben noch ca. 5 Tage im Nest, ohne etwas zu Fressen. Anschließend werden sie von ihrem Vater auf die Nahrungssuche geführt.

Die Waldvernichtung in Neuseeland in den vergangenen Jahrhunderten hat heute noch negative Auswirkungen auf die Kiwipopulation. Obwohl der Kiwi als Nationaltier unter strengem Naturschutz steht, ist er nach wie vor vom Aussterben bedroht.


Laufvögelsystematik Haastkiwi