Die
Anlage
Tiwanaku, oder auch Tiahuanacu, ist eines der wichtigsten Baudenkmäler
von ganz Bolivien. Die Kultstätte wurde sogar unter den Schutz der Unesco gestellt und
ist seither "Weltkulturerbe der Menschheit. Hier ist die Begründung der
Organisation:
Justification for Inscription:
Criterion (iii):
The ruins of Tiwanaku bear striking witness to the power of the empire that played
a leading role in the development of the Andean Prehispanic civilisation.
Criterion (iv):
The buildings of Tiwanaku are exceptional examples of the ceremonial
and public architecture and art of one of the most important manifestations of the
civilisations
of the Andean region.
Heute noch ist es für das ganze bolivianische
Nationalgefühl ein nicht zu vernachlässigender Faktor, dass ,man sich immer wieder auf
diese Kultur beruft und daraus sein Selbstverständnis ableitet. Eine ähnliche
Rückbesinnung, wie auch in Peru mit der Inka-Kultur stattfindet, von der man wohlgemerkt
aber um einiges mehr weiß.
Man ist sich nicht ganz klar, wann diese Kultur eigentlich
entstand, aus welcher Kultur sie entstand und wann und warum sie wieder verschwand.
Vermutlich ging die Tiwanaku-Kultur aus der Kultur von Huari, einer altperuanischen Kultur
hervor. Auch Einflüsse aus der noch älteren Chavin Kultur lassen sich nachweisen. So
sind etwa die alten Gottheiten und Figuren, die man in der Kultanlage Chavin de Huantar
findet, auch auf den Steinen und Gemäuern der Anlage von Tiwanaku wiederzufinden. Der
Zeitraum der Kultur ist so um 600-1000 n. Chr. Sie ist eine der ältesten Kulturen, von
der man in Bolivien weiß. Nur die altperuanischen Kulturen sind älter.
Die Kultstätte, die am Titicacasee, zwischen Peru und
Bolivien liegt, wahr vermutlich eine Tempelanlage. Darauf weisen die zahlreichen
Abbildungen von vermutlich Gottheiten hin. Die Anlage und die Steine sind mit einer
solchen Präzision gemacht, dass es sich nicht einfach nur um ein profanes Zentrum handeln
kann. Es ist unwahrscheinlich, dass es nur eine Stadtfestung oder Reste eines riesigen
Marktplatzes sind. Dennoch finden sich auch zentrale Versorgungseinrichtungen, wie zum
Beispiel Bewässerungsanlagen (für den Feldbau) und Trinkwasserversorgung.
Möglicherweise war Tiwanaku soetwas wie ein rituelles Zentrum für Ackerbau und Handel.
Aber das ist nur eine Vermutung von mir.
Die Anlage kann man wirklich schön von dem tempelartigen
Hügel im Süden der Anlage überblicken. Diese Tempelruine nennt sich
"Akapana".
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Die Anlage
Die Kalasasaya
Das Sonnentor (Intipunku)
Putuni
Puerta de la Luna / Mondtor
Pumapunku |
Die
Kalasasaya
Direkt vor einem sieht man nun die Sonnenwarte, oder Kalasasaya. Dieses
Wort bedeutet "stehende Steine" und weist daraufhin, dass hier einige stehende
Monolithen gefunden wurden. Der Begriff Sonnenwarte steht zwar in vielen Reiseführern,
aber das wort ist mit Vorsicht zu verwenden, denn es muss sich bei Tiwanaku nicht
unbedingt um eine Zentrum für Sonnengott-Verehrung und Sonnenbeobachtung gehandelt haben.
Auch der Begriff Sonnentor, auf den ich noch kommen werde, ist umstritten. Einige der
Monolithen kann man hier noch beoachten, wie z.B. den Ponce-Monolith oder den
Fraile-Monolith. Diese Steine kann man sich auch als kleine Stein-Nachbildung kaufen, und
während ich hier diesen Text schreibe, fallen meine Blicke immer wieder auf den schönen
kleinen Ponce, den ich mir dort gekauft habe. Deutlich zu erkennen sind die
Waffen/Kultgegenstände, die der Ponce in den Händen hält. Das interessante an den
Monolithen ist die Tatsache, dass sie äußerst menschliche Züge tragen, was bei den
meisten altperuanischen Gottheiten nicht der Fall ist. |
Die Anlage
Die Kalasasaya
Das Sonnentor (Intipunku)
Putuni
Puerta de la Luna / Mondtor
Pumapunku |
Das Sonnentor (Intipunku)
Nordwestlich, aber noch auf dem ganzen Platz, steht das Sonnentor. Man
höre und staune: Das Tor ist aus einem einzigen Steinblock mit den Maßen 2,80 - 3,60 -
1,40 geschlagen. Man kann mit Sicherheit eine ganze Handvoll von Archäologen für ein
ganzes Semester mit der Frage beschäftigen, wie dieser tonnenschwere Steinbrocken dort
hingelangt ist und wie er bearbeitet wurde. 10 Tonnen soll das gut Stück wiegen. Das ist
soviel wie ein richtig großer Lastwagen. Denn Riss, denn man in dem Stein sieht, kommt
daher, dass das ding irgendwann umgestürzt ist (eher haben es vermutlich zwei
Übermütige Jugendliche umgeworfen) und mittendurch entzweigebrochen ist.
In der Mitte strahlt einen der Sonnengott an. Bei diesem handelt es sich aber nach neueren
Forschungen eher um den Schöpfergott Viracocha handeln. Die Schlangen, die aus dem Kopf
kommen, wurden oft als Symbol für Haare interpretiert, in diesem Fall sind es allerdings
Jaguarköpfe am Ende. Auch Viracocha hält zwei Stäbe in der Hand, an deren Ende
Tierköpfe zu sehen sind. Im Gesicht kann man Tränen erkennen, die oft als Regen gedeutet
werden. Mann interpretiert Viracocha demnach auch oft als Fruchtbarkeitsgott. Das mag
richtig sein, allerdings dürfte die Ikonographie der alten Andenvölker offensichtlich
komplexer sein, so dass man nicht direkt solche Rückschlüsse ziehen darf. |
Die Anlage
Die Kalasasaya
Das Sonnentor (Intipunku)
Putuni
Puerta de la Luna / Mondtor
Pumapunku |
Putuni
Nennt mas auch den "Palast der Sarkophage". Denn in die
Steinblöcke hier würden exakt Menschenkörper hineinpassen. Man spricht auch oft von
Tiwanaku als Begräbnis-Zentrum. |
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Puerta de la Luna / Mondtor
Auch das Mondtor ist aus einem einzigen Stein gemacht, wenn auch nicht
ganz so wuchtig. Auch hier muss man dazusagen, dass der Begriff Mondtor vermutlich als
überholt gelten kann. |
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Pumapunku
Die Anlage liegt etwas außerhalb der eigentlich Anlage, man muss soagr
bis in das Dorf Tiwanaku zurück und folgt dann einer Beschilderung, die zu dem
tempelartigen Hügel führt. Dies ist der rätselhafteste Teil der ganzen Anlage, denn
hier finden sich Steinblöcke und Platten völlig ungeordnet herumliegen. Darunter auch
eine 1000 Tonnen schwere Steinplatte! Deshalb vermutet man berechtigterweise, dass diese
wohl nur durch eine Naturkatastrophe durcheinandergeraten sein können. Eine andere
Möglicheit ist selbstverständlich, dass dieser Bereich nicht vollendet wurde. Oder dass
hier die Arbeitsstätte lag. Denn hier sieht man Steine, die in komplizierte Form und
einer unglaublichen Genauigkeit geschliffen wurden, dass man aus dem Staunen nicht
herauskommt. Das tollste ist, dass die Steine zu den härtesten auf der Welt gehören und
eigentlich nur mit modernen Maschinen bearbeitet werden könnte. Mann hat übrigens erst
im Zeitalter der Computer berechnen könne, dass diese Steine nach einem ganz bestimmten
Muster zusammengesteckt gehören und sich dann eine völlig passende und lückenlose Mauer
ergibt.
Andere Theorien gehen auch hier wieder in Richtung einer Begräbnisstätte -
selbstverständlich nur für Könige oder Priester. |
Die Anlage
Die Kalasasaya
Das Sonnentor (Intipunku)
Putuni
Puerta de la Luna / Mondtor
Pumapunku |
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