Neue Seite 1

geschichte || photos || adressen || andere im www || ich

Titel.jpg (7688 Byte)

geschichte

Die Anlage
Tiwanaku, oder auch Tiahuanacu, ist eines der wichtigsten Baudenkmäler von ganz Bolivien. Die Kultstätte wurde sogar unter den Schutz der Unesco gestellt und ist seither "Weltkulturerbe der Menschheit. Hier ist die Begründung der Organisation:

Justification for Inscription:
Criterion (iii):

The ruins of Tiwanaku bear striking witness to the power of the empire that played a leading role in the development of the Andean Prehispanic civilisation.
Criterion (iv):

The buildings of Tiwanaku are exceptional examples of the ceremonial
and public architecture and art of one of the most important manifestations of the civilisations
of the Andean region.

Heute noch ist es für das ganze bolivianische Nationalgefühl ein nicht zu vernachlässigender Faktor, dass ,man sich immer wieder auf diese Kultur beruft und daraus sein Selbstverständnis ableitet. Eine ähnliche Rückbesinnung, wie auch in Peru mit der Inka-Kultur stattfindet, von der man wohlgemerkt aber um einiges mehr weiß.

Man ist sich nicht ganz klar, wann diese Kultur eigentlich entstand, aus welcher Kultur sie entstand und wann und warum sie wieder verschwand. Vermutlich ging die Tiwanaku-Kultur aus der Kultur von Huari, einer altperuanischen Kultur hervor. Auch Einflüsse aus der noch älteren Chavin Kultur lassen sich nachweisen. So sind etwa die alten Gottheiten und Figuren, die man in der Kultanlage Chavin de Huantar findet, auch auf den Steinen und Gemäuern der Anlage von Tiwanaku wiederzufinden. Der Zeitraum der Kultur ist so um 600-1000 n. Chr. Sie ist eine der ältesten Kulturen, von der man in Bolivien weiß. Nur die altperuanischen Kulturen sind älter.

Die Kultstätte, die am Titicacasee, zwischen Peru und Bolivien liegt, wahr vermutlich eine Tempelanlage. Darauf weisen die zahlreichen Abbildungen von vermutlich Gottheiten hin. Die Anlage und die Steine sind mit einer solchen Präzision gemacht, dass es sich nicht einfach nur um ein profanes Zentrum handeln kann. Es ist unwahrscheinlich, dass es nur eine Stadtfestung oder Reste eines riesigen Marktplatzes sind. Dennoch finden sich auch zentrale Versorgungseinrichtungen, wie zum Beispiel Bewässerungsanlagen (für den Feldbau) und Trinkwasserversorgung. Möglicherweise war Tiwanaku soetwas wie ein rituelles Zentrum für Ackerbau und Handel. Aber das ist nur eine Vermutung von mir.

Die Anlage kann man wirklich schön von dem tempelartigen Hügel im Süden der Anlage überblicken. Diese Tempelruine nennt sich "Akapana".

 

Die Anlage
Die Kalasasaya
Das Sonnentor (Intipunku)
Putuni
Puerta de la Luna / Mondtor
Pumapunku
Die Kalasasaya
Direkt vor einem sieht man nun die Sonnenwarte, oder Kalasasaya. Dieses Wort bedeutet "stehende Steine" und weist daraufhin, dass hier einige stehende Monolithen gefunden wurden. Der Begriff Sonnenwarte steht zwar in vielen Reiseführern, aber das wort ist mit Vorsicht zu verwenden, denn es muss sich bei Tiwanaku nicht unbedingt um eine Zentrum für Sonnengott-Verehrung und Sonnenbeobachtung gehandelt haben. Auch der Begriff Sonnentor, auf den ich noch kommen werde, ist umstritten. Einige der Monolithen kann man hier noch beoachten, wie z.B. den Ponce-Monolith oder den Fraile-Monolith. Diese Steine kann man sich auch als kleine Stein-Nachbildung kaufen, und während ich hier diesen Text schreibe, fallen meine Blicke immer wieder auf den schönen kleinen Ponce, den ich mir dort gekauft habe. Deutlich zu erkennen sind die Waffen/Kultgegenstände, die der Ponce in den Händen hält. Das interessante an den Monolithen ist die Tatsache, dass sie äußerst menschliche Züge tragen, was bei den meisten altperuanischen Gottheiten nicht der Fall ist.
Die Anlage
Die Kalasasaya
Das Sonnentor (Intipunku)
Putuni
Puerta de la Luna / Mondtor
Pumapunku

Das Sonnentor (Intipunku)

Nordwestlich, aber noch auf dem ganzen Platz, steht das Sonnentor. Man höre und staune: Das Tor ist aus einem einzigen Steinblock mit den Maßen 2,80 - 3,60 - 1,40 geschlagen. Man kann mit Sicherheit eine ganze Handvoll von Archäologen für ein ganzes Semester mit der Frage beschäftigen, wie dieser tonnenschwere Steinbrocken dort hingelangt ist und wie er bearbeitet wurde. 10 Tonnen soll das gut Stück wiegen. Das ist soviel wie ein richtig großer Lastwagen. Denn Riss, denn man in dem Stein sieht, kommt daher, dass das ding irgendwann umgestürzt ist (eher haben es vermutlich zwei Übermütige Jugendliche umgeworfen) und mittendurch entzweigebrochen ist.
In der Mitte strahlt einen der Sonnengott an. Bei diesem handelt es sich aber nach neueren Forschungen eher um den Schöpfergott Viracocha handeln. Die Schlangen, die aus dem Kopf kommen, wurden oft als Symbol für Haare interpretiert, in diesem Fall sind es allerdings Jaguarköpfe am Ende. Auch Viracocha hält zwei Stäbe in der Hand, an deren Ende Tierköpfe zu sehen sind. Im Gesicht kann man Tränen erkennen, die oft als Regen gedeutet werden. Mann interpretiert Viracocha demnach auch oft als Fruchtbarkeitsgott. Das mag richtig sein, allerdings dürfte die Ikonographie der alten Andenvölker offensichtlich komplexer sein, so dass man nicht direkt solche Rückschlüsse ziehen darf.
Die Anlage
Die Kalasasaya
Das Sonnentor (Intipunku)
Putuni
Puerta de la Luna / Mondtor
Pumapunku

Putuni

Nennt mas auch den "Palast der Sarkophage". Denn in die Steinblöcke hier würden exakt Menschenkörper hineinpassen. Man spricht auch oft von Tiwanaku als Begräbnis-Zentrum.

Puerta de la Luna / Mondtor

Auch das Mondtor ist aus einem einzigen Stein gemacht, wenn auch nicht ganz so wuchtig. Auch hier muss man dazusagen, dass der Begriff Mondtor vermutlich als überholt gelten kann.

Pumapunku

Die Anlage liegt etwas außerhalb der eigentlich Anlage, man muss soagr bis in das Dorf Tiwanaku zurück und folgt dann einer Beschilderung, die zu dem tempelartigen Hügel führt. Dies ist der rätselhafteste Teil der ganzen Anlage, denn hier finden sich Steinblöcke und Platten völlig ungeordnet herumliegen. Darunter auch eine 1000 Tonnen schwere Steinplatte! Deshalb vermutet man berechtigterweise, dass diese wohl nur durch eine Naturkatastrophe durcheinandergeraten sein können. Eine andere Möglicheit ist selbstverständlich, dass dieser Bereich nicht vollendet wurde. Oder dass hier die Arbeitsstätte lag. Denn hier sieht man Steine, die in komplizierte Form und einer unglaublichen Genauigkeit geschliffen wurden, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt. Das tollste ist, dass die Steine zu den härtesten auf der Welt gehören und eigentlich nur mit modernen Maschinen bearbeitet werden könnte. Mann hat übrigens erst im Zeitalter der Computer berechnen könne, dass diese Steine nach einem ganz bestimmten Muster zusammengesteckt gehören und sich dann eine völlig passende und lückenlose Mauer ergibt.
Andere Theorien gehen auch hier wieder in Richtung einer Begräbnisstätte - selbstverständlich nur für Könige oder Priester.
Die Anlage
Die Kalasasaya
Das Sonnentor (Intipunku)
Putuni
Puerta de la Luna / Mondtor
Pumapunku

Tiwanaku-Info-Page        (c) 2000 Markus Höfel     Mail an den Autor    Tiahuanaka-Info-Page