Landeinsiedler
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Landeinsiedler

Landeinsiedler

Landeinsiedler sind Einsiedlerkrebse, die sich an eine terrestrische Lebensweise angepasst haben. Sie verbergen ihren weichen Hinterleib in einer Schneckenschale zum Schutz vor Feinden und Verletzungen.

Die Landeinsiedlerkrebse (Coenobitidae), die zur den aquatischen Lebensraum nur noch zur Fortpflanzung benötigen, gehören zu den beiden Gattungen Birgus bzw. Coenobita. Die Gattung Birgus enthält nur eine Art, Birgus latro, der sogenannte "Palmdieb", der im erwachsenen Stadium ganz auf eine Schale verzichtet und den Hinterleib unter den Körper klappt.

Die Gattung Coenobita, zu der auch die im Zoohandel angebotenen Tiere gehören, umfasst 11 Arten, die bis jetzt systematisch nur wenig erforscht sind.

Die im Handel angebotene Art ist Coenobita clypeatus aus dem West-Atlantik (südliches Florida bis Venezuela).


Haltung

Landeinsiedler sind friedliche Tiere, die in einer Gruppe gehalten werden können. Da sie jedoch oft die Schneckenschale wechseln, sollten ausreichend Schalen unterschiedlicher Größe im Terrarium bereitliegen, um Auseinandersetzungen um eine passende Schale zwischen den Tieren zu vermeiden.

Zur Unterbringung eignet sich jedes nicht zu kleine Terrarium oder Aquarium (natürlich nicht mit Wasser gefüllt) mit gut schließender Abdeckung, da die Tiere gerne - auch an der Silikonverklebung der Becken - klettern. Ein gewisser Luftaustausch muss jedoch trotz Abdeckung möglich sein.

Als Bodengrund eignet sich eine dicke Sandschicht, in die sich die Tiere (zur Häutung) auch ganz eingraben können müssen. Lehm oder Erde sind nicht geeignet, da der Boden sonst schnell faulig wird, Kies und gröberer Sand sind nicht stabil genug für das Eingraben zur Häutung. Der Bodengrund sollte feucht, jedoch nicht nass gehalten werden, trockenere Stellen sind auszusparen.

Das Becken sollte mit Ästen und Steinen, die auch Klettermöglichkeiten bieten, dekoriert werden.

Eine Beleuchtung ist wegen der vorwiegend nächtlichen Lebensweise normalerweise nicht nötig.

Die Tiere benötigen eine Temperatur von mind. 20 Grad Celsium, aktiver sind sie bei 30 Grad Celsius. Diese Temperatur ist z. B. durch eine gedrosselte Terrarien-Heizmatte unter dem Bodengrund zu erreichen.

Bei regelmäßigem Übersprühen mit einer mit Wasser gefüllten Blumenspritze stellt sich eine für die Tiere angenehme hohe Luftfeuchtigkeit ein.

Bei der Auswahl der Tiere im Zoofachhandel sollte man auf möglichst aktive Tiere, die sich beim in die Hand nehmen in die Schale zurückziehen und die möglichst alle Gliedmaßen haben, achten.


Häutung

Die Häutung stellt einen kritischen Punkt im Leben eines Landeinsiedlers dar.

Beim Verlassen der alten Haut können Gliedmaßen stecken bleiben und abbreißen und während der Aushärtung der neuen Haut sind die Tiere absolut schutzlos.

Sie graben sich daher zur Häutung in den Bodengrund ein und dürfen dabei nicht gestört werden. Die Häutung kann 20 und mehr Tage in Anspruch nehmen.

Kleinere, jüngere Tiere häuten sich alle paar Monate, ältere nur noch selten.

Zur Bildung des neuen Panzers benötigen die Tiere viel Kalk, der ihnen in Form einer Sepiaschale angeboten werden kann.

Nach der erfolgreichen Häutung ziehen die Krebse oft in eine größere Schneckenschale um. Eine ausreichende Menge an Schneckenschalen muss daher immer im Becken bereitliegen, da die Tiere recht wählerisch sind. Es kommen alle "normal" gedrehten Schalen in Betracht, also keine zu spitzen oder zu flachen. Meeresschneckenschalen werden dabei bevorzugt.


Futter

Coenobita clypeatus ist ein Allesfresser, dessen Nahrungsspektrum von Aas bis zu pflanzlicher Nahrung reicht.

Im Becken sollte eine leicht zu reinigende Futterstelle eingerichtet werden, z. B. ein flacher Tonteller.

Zum Füttern eignet sich:
- Beo-Weichfresserfutter
- frisches Grünfutter, z. B. Vogelmiere
- Obst, z. B. Apfel, Banane, Weintrauben
- Fisch (aufgetaute Stinte)

evtl. auch
- Gemüse, z. B. Karotten
- Cerealien
- ungesalzenes Popcorn
- etwas Vollkorn-Brot

Als Kalkquelle dient eine Sepiaschale.

Die Tiere fressen nur sehr geringe Mengen, daher kontrollieren, ob länger liegendes Futter verdorben ist.


Wasser

Eine Wasserstelle mit Süßwasser muss, eine mit Salzwasser sollte vorhanden sein.

Zur Zubereitung des Salzwasser kann ein Aquarien-Meersalz oder auch einfaches Speisesalz ohne Jod verwendet werden. Die Konzentration ist nicht wichtig, da die Tiere sich aus Süß- und Salzwasser die gewünschte Konzentration mischen, die sie in der Schale zum Befeuchten ihres Hinterleibes benötigen.

Der Hinterleib muss unbedingt feuchtgehalten werden, da die Einsiedler über ihren Hinterleib Sauerstoff aufnehmen. Dazu ist eine gewisse Feuchtigkeit notwendig.

Die Trinkschale darf nicht zu tief sein, da die Tiere sonst ertrinken könnten.