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Anke & Jan
Reisebericht 2 Bulgarien - Tuerkei 23.08. - 20.09.99 |
Last update
09.02.2001 |
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Heute am 23.08. fahren wir von Pamprovo, das in den Bergen nahe der griechischen Grenze liegt, weiter immer entlang der Grenze bis kurz vor den Bulgarisch-Tuerkischen Grenzuebergang. In dem Ort Ljubimec finden wir ein Restaurant an der Strasse, wir kehren ein. Das Wetter ist immer noch sehr heiss und so hat keiner was gegen eine Pause einzuwenden. Die Konversation erfolgt mit Haenden und Fuessen, wie auch einem freundlichen Laecheln. Als sich herausstellt, dass es hier auch Uebernachtungsmoeglichkeiten gibt beschliessen wir zu bleiben um am naechsten Tag die 30 km entfernte Grenze in Angriff zu nehmen. Am naechsten Tag fahren wir um 7.00 Uhr weiter zur Grenze. Um die bulgarischen Leiwa unter das Volk zu bringen fuellen wir unsere Tanks nochmals bis zum Rand voll, versaeumen dann aber, die noch verbliebenden Leiwa zurueckzutauschen. Auf der tuerkischen Seite will das Geld dann keiner mehr haben, nicht einmal die Post oder die offiziellen Wechselstuben. Der Grenzuebergang erweist sich als unproblematisch. Der Papierkrieg auf der tuerkischen Seite zieht sich ein wenig in die Laenge, da sich die Grenzbeamten nicht so ganz einig sind, welche Gebuehren sie denn nun einnehmen duerfen, sollen oder auch wollen. So werden wir gebeten an einem entfernten Schalter eine Strassenbenutzungsgebuehr zu entrichten. Der Beamte dort ist aber der Meinung, dieses sei fuer Motorradfahrer nicht notwendig. Dieses lassen wir uns nicht zweimal sagen und nehmen die naechste Grenzkontrolle in Angriff. Hier fordert man dann prompt die Quittung fuer die zu entrichtende Strassenbenutzungsgebuehr und wir werden unverrichterter Dinge wieder eine Station zurueck geschickt (gehen sie zurueck zum Start und ziehen sie keine 4.000 DM ein). Nach ca. 2,5 Stunden ist es aber geschafft, wir sind in der Tuerkei. Auf der Autobahn geht es dann direkt nach Istanbul. Waehren deines kurzen
Stops wollen wir tanken und erleiden einen Schock. Der Liter Benzin kostet
ca. 1.80 DM. In Istanbul erfahren wir, dass bei dem Erdbeben in der Tuerkei
letzte Woche eine Raffinerie zerstoert wurde und das Benzin nun aus dem
Ausland importiert werden muss.
Wir organisieren neue Contýnental-Reifen (TKC 80) fuer Ankes
Motorrad. Jetzt, nach mehr als 21.000 km ist das Profil zwar noch fuer
weitere 3.000 km gut, aber wir wollen fuer den Iran und vor allem fuer
den Karakurum Highway gut geruestet sein.
Am dritten Tag in Istanbul erleben wir eine Ueberraschung: Wir sitzen morgens vor dem Hotel und fruehstuecken. Ein Taxi faehrt langsam vorbei und haelt nach 15 Metern an, heraus steigt: Mika Kuhn. Er ist ebenfalls mit dem Motorrad um die Welt unterwegs und wir sind mit ihm schon laenger per E-Mail im Kontakt Da es sehr viel zu erzaehlen gibt treffen wir uns in den naechsten Tagen mehrfach. Wir unternehmen noch viele Streifzuege durch die Stadt, den Bazar und den vielen anderen Sehenswuerdigkeiten. Die Leute erzaehlen von dem Beben letzte Woche. Die ganzen Strassenzuege haben gewackelt, aber die alten Haeuser blieben ohne sichtbare Schaeden stehen. Wir melden uns bei einem tuerkischen Freund, der in Istanbul lebt.Er laedt uns in sein Stammfischrestaurant ein. Wir sind eigendlich keine Fischesser, aber bei diesen vorzueglichen Gerichten kann man seine Meinung leicht aendern. Wir sitzen direkt am Bosporus mit dem Blick auf eine der grossen Bruecken zwischen Europa und Asien und unterhalten uns ausgiebig. Die Stunden verfliegen. Dann muss er zurueck zur Arbeit.
Hier ist alles auf die Gaeste aus Neuseeland und Australien abgestimmt. Denn hier haben die beiden Armeen gegen die Tuerken in World War I ihr Waterloo gefunden und heute ist hier viel Touristenrummel. Wir fahren moeglichst nahe an der Kueste entlang.
Nach einer Uebernachtung setzen wir ueber nach Asien und versuchen auch
weiterhin moeglichst der Kuestenlinie zu folgen. In einem kleinen Dorf
halten wir und kommen uns vor wie das Raumschiff Enterprice. Alle Maenner
sitzen draussen vor dem Gasthaus und beobachten was wir machen. Sie winken
uns zu sich und fragen mit Haenden und Fuessen, woher wir kommen und was
wir wollen. Danach holen sie einen Gemuesebauern aus ihren Reihen, der
ein hervorragendes Englisch spricht. Es stellt sich heraus, dass er 10
Jahre in England gelebt hat und nun in sein Dorf zurueckgekehrt ist, da
es der Wunsch seines Vaters war. Er fuehlt sich 50 Jahre in die Vergangenheit
zurueckversetzt. Mit seiner Hilfe erfahren wir einiges ueber das Leben
in seinem Dorf. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck fahren wir mit Tomaten
und Paprika ausreichend versorgt weiter in Richtung Troja.
Wir machen unsere erste Flussdurchfahrt und fahren an diesem Tag ca. 60 km Schotterstrecken. In Assos bleiben wir zwei Naechte und geniessen die Ruhe eines kleinen, mittlerweile allerdings sehr touristischen Fischerdorfes.Wir fahren weiter Richtung Izmir um eine Freundin zu besuchen. In Izmir angekommen tasten wir uns bis ins Zentrum vor, um das Hotel Hikmet ausfindig zu machen. Als wir im alten Bazar ankommen haben wir uns endgueltig verzettelt und ein Einheimischer zeigt uns den Weg zum Hotel; es liegt mitten im alten Bazar. Unsere Ankunft wird mit grosser Aufmerksamkeit beobachtet und als wir unsere Abroedelaktion beendet haben gibt es Beifall. Der Hotelbesitzer sitzt meistens im Foyer und raucht seine Wasserpfeife. Alle nennen ihn nur den Patron. Wir lassen die Atmosphaere auf uns wirken und geniessen es mitten im Geschehen zu sein. In diesem Teil des Bazars gibt es kaum Touristen, aber eine grosse Menge sehr freundlicher und hilfsbereiter Menschen. Der Reisverschluss von Jans Tankrucksack hat vor zwei Tagen seinen Geist aufgegeben und so lassen wir ihn hier austauschen waehrend wir dem Treiben auf den Strassen bei einer Tasse Tee zusehen. Am naechsten Tag treffen wir unsere Freundin zum Lunch. Da sie an den Abenden verhindert ist opferte sie ihre Mittagspause um uns zu sehen. Am Tag unserer Abreise fahren wir noch einmal bei ihrem Buero vorbei um uns zu verabschieden.
Es geht weiter Richtung Ephesos und Pamukkale wo wir die Nacht verbringen. Die Felsen besuchen wir noch am gleichen Abend. Fremde werden hier allerdings mehr als Geldbringer denn als Gaeste behandelt. Unser Weg fuehrt uns weiter nach Marmaris wo wir Manfred besuchen. Wir haben ihn auf einem Teschtreffen kennengelernt. Auch er wollte eine grosse Reise unternehmen und mit dem Motorrad nach Australien fahren. Aber seit zwei Jahren sitzt er in Marmaris "fest".
Nach ein paar Tagen fahren wir weiter an der Kueste entlang. Wir fahren durch eine tolle Landschaft und erreichen Olympos ca. 80 km vor Antalya direkt an der Kueste gelegen. Hier gab es schon Zivilisation vor ueber 2000 Jahren.
Heute gibt es hier viele Backpackerunterkuenfte und einen sagenhaften
Strand.
Wir uebernachten 2 Tage bei der Familie Nampli. Da wir die einzigen
Gaeste sind haben
Wir suchen noch immer ein Guidbook vom Iran, da unseres Marmaris nicht rechtzeitig erreicht hat. Wir fragen in jedem Backpackerhotel und treffen Michelle aus Australien, die im Besitz eines Guidbook Middle east ist. Sie ist so freundlich und laesst uns die wichtigsten Sachen herausschreiben. Dann nimmt sie kurzentschlossen ein Messer zur Hand und schneidet die Seiten ueber den Iran kurzerhand heraus und schenkt sie uns. Auf die frage was sie denn da tue antwortet sie :"It's my pleasure! I would'nt go to the Iran on this trip." Wir verabreden uns im naechsten Hotel in Antalya. Ein Taxifahrer half uns das verabredete Hotel zu finden. Michelle war schon da. Nachdem wir mit Motobike Taurus (Mahmut Aydin) telephoniert haben bringt er uns am selben Abend gegen 21 Uhr die Continental Reifen ins Hotel. Z
Am naechsten Tag montiert uns sein Mechaniker die Reifen.
Vielen Dank an alle Beteiligten! Nach ein paar Tagen Cappadocien, ein Muss fuer alle Tuerkeireisenden, geht es fuer uns weiter Richtung Iran.
Wir treffen David und Carlo auf dem Murat-Campinplatz wieder. Wir haben die beiden in Goereme kennengelernt.
Dieser Campingplatz ist ein Treffpunkt aller Ueberlandreisenden. So treffen wir hier auch u.a. Charlotte aus England die nach einem 10 jaehrigen Autralienaufenthalt auf einer Suzuki DR 650 Solo auf dem Weg nach Hause ist.
In Sichtweite des Campingplatzes ist der hoechste Berg der Tuerkei Ararat und auch ein Palast der Karavanserei zu sehen.
Von hier aus werden wir mit Carlo (der Solo nach Indien will) den naechsten Abschnitt unserer Reise in Angriff nehmen. Demnaechst mehr... Anke und Jan
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