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Anke & Jan
Reisebericht 3 Tuerkei - Iran 21.09.99 - 30.09.99 |
Last update
23.08.2000 |
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Nach einem gemeinsamen Fruehstueck auf dem Campingplatz Murat in Dogubayazit/Tuerkei brechen wir zur Grenze Tuerkei/Iran auf. Wir das sind Carlo Brandes (Belgien), Jan und Anke. Der Grenzuebergang auf der tuerkischen Seite ist eher heiter. Die freundlichen Beamten fragen mit einem Augenzwinkern nach dem obligatorischen Iran-Outfit fuer Anke und sind hellauf begeistert als diese Ihr Kopftuch aus dem Tankrucksack zieht. Das Kopftuch wie auch den schwarzen "Kittel" hat Anke von Charlotte aus England bekommen, die wir auf dem Campingplatz Murat getroffen haben.
Die Grenzformalitaeten auf der tuerkischen Seite sind in einer Stunde
relativ schnell erledigt. Jan, der die Formalitaeten fuer uns erledigt,
wird auch nur einmal nach Schmiergeld gefragt. Als er dann nach einer Quittung
fragt und das Wechselgeld in Dollar haben moechte, werden die Kollegen
aufmerksam und der "nette" Beamte gibt ihm die geforderten 30 DM wieder
zurueck. Dann fahren wir einfach einen Meter weiter durch ein eisernes
Gitter und stehen auf iranischem Boden. Wir muessen anhalten und dem freundlichen
Herren mit seinem Maschinengewehr die Reisepaesse aushaendigen. Erst dann
duerfen wir an die Seite fahren und werden in die Abfertigungshalle gebeten.
Anke bleibt draussen bei den Motorraedern stehen, die wir in solchen Momenten
nicht alleine stehen lassen. So, unsere Paesse sind wir los, es ist mittlerweile
Mittag (da die Uhren 1,5 Stunden vorgestellt werden), wir stehen mitten
in einem "Sandsturm" und die Grenze macht Mittagspause. Nachdem uns der
nette Herr des Touristenbuero entdeckt hat, kommt ein wenig Bewegung in
die Abfertigung. Er sorgt dafuer, dass wir unsere Paesse inkl. der richtigen
Stempel wiederbekommen. Dann tauscht er uns ein paar Dollars in iranische
Rial. Mit seiner Hilfe haben wir auch schnell das Carnet de Passage (Zollpapier
fuer die Motorraeder) erledigt (fuer unser Gepaeck interessiert sich niemand).
Ca. 2 km hinter der eigentlichen Grenze werden wir nochmal abschliessend
kontolliert und dann sind wir "frei".
Nach weiteren ca. 4 km erreichen wir die erste heissersehnte Tankstelle
(Jan faehrt schon auf Reserve, aber der Sprit war in der Tuerkei einfach
zu teuer). Als der Tankwart uns entdeckt vergisst er seine Zapfpistole
und er wird in die Realitaet zurueckgeholt, als eine Benzinfontaene aus
dem Tank des Wagens schiesst. Wir tanken alle drei Motorraeder voll; ca.
65 Liter und zahlen ganze 5 DM (ein Liter Benzin kostet ca.0,08 DM!). Wir
erreichen am spaeten Abend Tabriz wo wir uebernachten, denn am naechsten
Morgen wollen wir unser Transitvisum verlaengern lassen. Am Abend treffen
wir noch einen Iraner aus Tehran im Foyer. Er laedt uns zu sich nach Hause
ein.
Am naechsten Tag suchen wir wegen der Visaverlaengerung das Police-Headquarter auf. Dort erklaert man uns, dass eine Verlaengerung so nicht moeglich ist. Wir verlassen Tabriz und fahren Richtung Kaspisches Meer weiter. Die auf der Karte eingezeichnete grosse Strasse ist auch auf den ersten 20 km geteert. Danach ist sie nur noch eine Schotterpiste und nach ca. 50 km gar nicht mehr vorhanden. Wir ueberlegen umzukehren, da beim besten Willen keine Strasse mehr auszumachen ist. Zwei Einheimische auf einer kleinen Honda waren so nett und zeigten uns den Weg durch kleine Doerfer, zwischen Haeuser und trockene Flussbetten hindurch (ca 15 km), bis wir wieder zu einer erkennbaren Strasse kommen. Diese hoert aber schon nach wenigen km auf und ist wieder eine Piste. Der schlimmste Abschnitt der Strecke liegt noch vor uns: Der Strassenbelag, der bislang nicht vorhanden war wechselte jetzt ueber in eine fluessige, gerade aufgetragene Teerschicht. Dieser Teer verteilte sich gleichmaessig auf den Motorraedern und setzte sich auf die Bremsen.
Wir kommen an diesem Tag nur bis Khalkhal einem kleinen Ort in den Bergen.
Unsere Motorraeder haben wir in dieser Nacht das erste Mal in das Foyer
dieses Hotels unterstellen duerfen/ muessen.
naechsten Tag ueber die Berge nach Tehran. Die Strecke ist gigantisch aber saugefaehrlich, da die Iraner beim Autofahren keine Verwandten kennen und es zusaetlich noch Wochenende ist, so dass sich wirklich alles auf den Strassen befindet. Wir erreichen Tehran und kommen bei Mahmut unter. Er ist verheiratet und hat drei Soehne. Am naechsten Tag machen wir uns mit dem Taxi auf zum Office for Alien-Affairs (wir koennen nichts dafuer, es heisst wirklich so). Dort ist man sehr unfreundlich und sammelt unsere Antraege mit den Reisepaessen und der Gebuehr ein. Auf unsere Frage wann wir die Paesse zurueckbekommen erwiedert man 14 Uhr. Wir warten also bis 14 Uhr und stehen erwartungsvoll vor dem austeilenden Beamten. Als er unsere Abgabezettel fuer die Ausweise sieht, sagt er uns "Morgen". Wir muessen also tatsaechlich noch einen Tag bleiben. Da bei Carlo die Zeit draengt, er muss am 10.10.99 in Delhi sein, faehrt er schon weiter. Am naechsten Tag fahren wir mit bepackten Motorraedern zum Office um unsere Paesse um 11 Uhr in Empfang zu nehmen. Jan bekommt seinen Pass sofort und bei Ankes Pass sagt man ihm "Morgen". Wir nehmen an, dass man den Pass nur persoenlich in Empfang nehmen kann und so geht Anke nochmal hin und fragt nach ihrem Pass. Wieder erklaert man "Morgen". Auf die Bitte dieses zu erklaeren gibt es die Antwort "Noch nicht fertig". Nach massiven Draengen und mit Glueck: der Beamte, der den Pass am vorherigen Tag entgegengenommen hat kommt gerade um die Ecke und wird nochmal an seinen Arbeitsplatz geschickt um die Angelegenheit zu pruefen. Nach einiger Zeit taucht Ankes Pass dann doch tatsaechlich mit der Verlaengerung wieder auf. Wir koennen weiterfahren und erreichen am spaeten Abend Esfahan.
Hier treffen wir Carlo wieder. Wir bleiben den folgenden Tag in Esfahan um uns umzuschauen. Hier treffen wir Kris (Belgien, Pan European) und Liam (Irland, Africa Twin). Von Esfahan fahren wir (mit Carlo und Kris) auf sehr guten Strassen nach Kerman. Das Hotel wird permanent von vier Soldaten bewacht.
Als wir am naechsten Tag weiterfahren nach Bam werden wir 50 km vor
Bam an einem Militaerposten angehalten und wir muessen auf eine Eskorte
warten, die uns Richtung Bam begleiten soll. Nach 20 km entlaesst sie uns
und gibt uns zu verstehen, dass eine weitere Eskorte uns entgegenkommt.
Diese Eskorte bringt uns bis ins Akbar Tourist Guesthouse nach Bam. Dort
erfahren wir, dass in der Naehe von Zahedan (Zahedan ist in afganischer
Hand), unweit der afganisch/ iranischen Grenze 3 portugisische Touristen
entfuehrt worden sind. Diese haetten allerdings auch im besten Hotel am
Platz residiert und ziemlich mit dem Geld herumgeschmissen.
Anke und Jan
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