Wilfried Louis 2004
PHILOSOPHIE
Wir sind das, was wir über
uns gedacht haben.
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Die Auseinandersetzung zwischen Religion und Wissenschaft berührt
die Ur-Fragen
der Philosophie:
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Gibt
es eine absolute Wirklichkeit?
Wo verlaufen die Grenzen der menschlichen Erkenntnis?
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Eine Annäherung auf diese Fragen und dessen Sinn ist möglich !
Es war und ist der unerschöpfliche Drang nach Wissen und Macht , dass den Mensch zwingt, für alle Geheimnisse des Lebens, eine Erklärung zu finden. Fragen nach den Gründen unserer Herkunft, den Sinn unseres Daseins oder den Weg unserer Zukunft, wurden in allen gesellschaftlichen Kulturen mit dem Mythos der göttlichen Übermacht erklärt. Ihre Antworten beinhalten meist ein metaphysische Personalisierung von Schöpfung und Schicksal, wobei die Götter und deren Gesandte zu den auserwählten, übersinnlichen Herrscher und Lenker aller Naturgeschehens waren und noch sind.
Die Welt dieser
Mythen wurzelt in der wissenschaftlichen und religiösen Kunstfertigkeit der
Schamanen, deren Haupteigenschaft das Verwandlungsspiel ist. Diese Mythenschöpfung
der Götter und Dämonen ist immer wieder eine Neuschöpfung im Augenblick der
Erzählung. Durch die westlich - religiöse Interpretation mythischer Überlieferungen
wurde eine Zweiteilung in Dies- und Jenseits vorgenommen. Dabei ist das
Diesseits gestaltbar während man sich dem Jenseits ausgeliefert fühlt. Es
kommt dabei zu Abhängigkeiten von Ahnen, Geistern und Dämonen bis hin zu Göttern
oder zum patriarchalischen Eigengott.
(siehe
Mythentheorien:)
Mit der Erfindung der Philosophie*, also mit der Liebe zur Weisheit,
eröffneten die Griechen eine neue Epoche der Menschheit. Das Denken entdeckt
sich selbst und befreit sich aus den Fesseln der Religion. Es ist das Gesetz der
Logik. Denken ist Dialog und nicht Monolog, die Griechen nennen es Dialektik. Die wahren Gründe des
Erkennens und des Seins sollten mit der Vernunft des Wesentlichen und Grundsätzlichen
erkannt werden. Die Philosophie
die wie das Theater aus der Religion entstand, hatten das gemeinsame Ziel aus
den Illusionen der Verunsicherung aufzuklären.
Die drei wichtigsten
griechischen Philosophen: Sokrates,
Platon und Aristoteles gehören zusammen
(Platon ist Schüler von Sokrates und Aristoteles Schüler von Platon), sie
prägten das europäische Denken bis in unsere Zeit
Im Mittelalter war die
Philosophie ein Botschafter der Theologie, d.h. das Ergebnis stand immer schon
fest. Dieser kirchengläubige Fatalismus hatte mit den Religionskriegen
und der Kirchenspaltung sein vorläufiges Ende.
Gründervater der neuzeitliche Philosophie war der Franzose
Rene
Descartes 1596 - 1650
Er wendete sich den ewigen Wahrheiten der Mathematik und der Logik
zu. Die Aussagen der Philosophie sollten so grundlegend, logisch und
unzweifelhaft sein wie die der Mathematik; und so zweifelte man erst einmal an
allem.
Die Aussage: Wenn ich an alles zweifle, kann ich doch nicht zweifeln,
dass ich zweifle gab erst mal Sicherheit. Der Ursprung war, ich und das Subjekt;
und so sprach Descartes den berühmtesten Satz der philosophischen Geschichte: "Ich
denke, also bin ich."
* Der
Begriff Philosophie" soll von Pythagoras (6. Jh. v.Chr.) stammen, der
den Titel eines Weisen mit
der Begründung ablehnte, das ein solcher nur Gott allein
zustehe.
Um den Sinn der Schöpfung philosophisch zu ergründen mussten die
Fragen nach dem Wesen der Zeit und dem Sinn des Seins neu gestellt werden.
Die westliche Philosophie hat in ihrer Geschichte häufig das Weltbild und
dessen Schöpfungsmythos als wichtigen Ausgangspunkt in ihren universellen
Theorien vorangestellt. Thesen und Prinzipien über Unendlichkeit, Zeit, Raum
oder Vernunft hatten zunächst eine göttliche Bestimmung. Wobei die
Erkenntnistheorien, trotz unterschiedlicher Dialektik und Weltanschauung mit dem
Dogma der religiösen Bevormundung
behaftet war. Erst die "Aufklärung" als geistige Bewegung, des
18. Jahrhunderts in Europa, die in Kant, Hobbes. Locke, Hume und Descartes ihre
Bedeutung fand. Wurde der Begriff "Aufklärung" ein Ausdruck der
Befreiung und Gegenbewegung dieser Unterdrückung.
Aussagen der Philosophen die nach dem Sinn des Seins fragen
Die ausgewählten Philosophen können nur als willkürliches u stellvertretendes Beispiel für die Aussagen anderer Philosophen dienen.
Thales
um 645 bis 546 v.Chr..
Thales aus Milet (Kleinasien) war wohl der erste
griechische Philosoph (der erste der sogenannte sieben Weisen). Nach
Thales gilt das Wasser als Ursprung aller Dinge. Die abendländische Frage nach
der Zeit hatte mit Thales begonnen und in Sokrates, sowie in der christliche
Religion ihre weiteren Quellen. Um 600 v.Chr. wurde vom Propheten Zarathustra
die im Ostiran begründete Religion des Parsismus interpretiert. Die "Zeit"
galt als Schöpfer der Welt. Mit der Zeit als einziger Ausnahme, wurden alle
Dinge erschaffen, sie ist der Schöpfer und besitzt keine Grenzen. Nach
Thales kann der Kosmos mit wenigen Naturgesetzen vollständig beschrieben
werden. dies ist auch immer noch der Konsens der heutigen Physik.
Aristoteles bezeichnete Thales als den Begründer der Naturwissenschaften.1)
Plato
428 od. 427 v.Chr.
Die Philosophie in dieser Zeit, war die über allen Wissen stehende
Erforschung der ersten Ursachen und Prinzipien, alles dessen, was ist. Plato
kleidete die Philosophie in Form eines Dialogs. Er benutzte darin Sokrates
Dialektik als Weg zur Erkenntnis des Schönen und Guten und der "Ideen",
die sich im Gegensatz zum sinnlich Wahrnehmbaren niemals ändern. Die Frage, wie
die Zeit in die Welt kam, hat Plato als erster gestellt. Ihre Existenz ist nur
an die Gegenwart gebunden, Vergangenheit existiert nicht mehr, das Zukünftige
gibt es noch nicht. Das Jetzt ist unteilbar. Das Bild der Welt ist unumwandelbar
und letztlich uneinsehbar, es ist eine Welt der Ideen. 1)
G. W.
Leibniz
1646 - 1716
Für den Idealist und Christ Leibniz ist es
selbstverständlich, dass die Welt von Gott erschaffen wurde, also einen Anfang
hatte. Leibnitz kehrt nach den Rationalisten: Descartes, Hobbes und Locke zum
Idealismus zurück. Von der Vorstellung der angeborenen Ideen gelangt er zu
einer Verbindung von Geist und Kraft. Die Kraftträger sind spirituelle Atome
die er "Monaden" nennt. Mit
seinem Hauptwerk " Essais de theodicèe"
(1710) stellt er das Gedankengebäude der Monadenlehre auf. Danach besteht die
Welt aus unendlich vielen dieser seelischen Kraftzentren (Monaden), in dem in
sich (Fensterlos), in jeden von ihnen, dass Universum widerspiegelt. Diese
unteilbaren Monaden werden durch der obersten Monade (der von Gott gesetzten
Harmonie) bestimmt. Daraus ergibt sich eine Stufenfolge der Dinge bis zu den
wahrnehmenden Monaden der Tiere, zu den Vernuftmonaden der Menschen, bis zum
Urheber der Harmonie, der obersten Monade, Gott, der Schöpfer aller Dinge.
Leibniz Hauptinteresse gilt nicht der Zeit, sondern dem Raum. Der Raum und auch
die Zeit ist ein Gedankending. Gäbe es aber keine erschaffenen Dinge, so würden
Raum und Zeit nur in Gottes Gedanken existieren. Auf die Frage von Augustinus
(13.11.354): Was tat den Gott, bevor er Himmel und Erde erschuf ? Beschreibt
Leibniz in seinem XI Buch der Bekenntnisse: 1)
Wer sich vorstellt Gott hätte die Welt einige Millionen Jahre früher erschaffen können, erfinde eine Fiktion, die nicht zutreffen kann. Jene, die solchen Erfindungen zustimmen, können Argumente dafür nicht widersprechen, dass die Welt ewig ist. Denn, weil Gott nichts ohne Grund tut, und weil es keinen Grund dafür geben kann, warum er die Welt nicht früher erschaffen hat, würde entweder folgen, dass er überhaupt nichts erschaffen hat, oder dass er die Welt vor jeder bestimmbaren Zeit erschaffen hat, was bedeuten würde, dass sie ewig ist. Aber wenn gezeigt ist, dass der Anfang, wie immer er ist, derselbe ist, kann die Frage nicht mehr gestellt werden, warum es nicht anders gewesen ist.
Kant
1724 - 1804
Immanuel Kant
Prof. für Metaphysik und Logik brachte die Philosophie
der Aufklärung auf ihren Höhepunkt und überwand sie durch die Synthese
aus Empirismus (Bez.
für die Grundauffassung, dass die Sinneserfahrung. die Beobachtung u. das
Experiment die einzigen Erkenntnisquellen sind) und
Rationalismus im Kritizimus (erkenntniskritische
Richtung, im Gegensatz zum Dogmatismus). Der Begriff
Raum-Zeit hat bei Kant keine empirische Grundlage, sie ist eine Form der inneren
Anschauung. Der Verstand, so die philosophische Erkenntnis, gehört nicht zur
Erfahrungswelt, er ist nicht empirisch (erfahrungsbezogen) sondern
transzendental (erkenntnistheoretisch) Der Verstand bringt die Welt hervor durch
die Art wie er sie konstruiert. Somit ist der Geist des Verstandes nicht ein
Teil der Welt sondern ihr Ursprung. Die Erkenntnisse der Welt sind an den
Bedingungen des Verstandes gebunden und dadurch begrenzt, so
wie z.B. wir nur begrenzt eine bestimmte Bandbreite von Tönen hören können,
ist auch unsere Wahrnehmung von der Welt begrenzt.
Wie die Welt in Wirklichkeit aussieht können wir nicht wissen.
Kant hat so mit unser Verständnis von Erkenntnis grundlegend geändert.
Diese Philosophie entspricht auch der heutigen allgemeinen Annahme, dass wir die
Realität konstruieren durch das was wir erfassen (wahrnehmen); eine
Erfahrungswelt die wir für unser (über)Leben benötigen.
Wenn wir also die Bedingungen der Möglichkeiten nicht kennen neigen wir
dazu sie in die Realität zu projizieren -so Kant- (
z.B. die regulierende Idee das wir alle Phänomen für real halten). Die Philosophie von Kant ist somit eine transzendentale -
Philosophie. Sie ist kritisch, weil er die Erkenntnisse der Welt an die
Bedingungen des Verstandes knüpft und damit begrenzt. So nennt Kant seine 3
Hauptschriften: 5)
"Kritik der reinen Vernunft" »Erkenntnis«
was
kann ich wissen?
"Kritik der praktischen Vernunft"
»Moral«
was
soll ich tun?
"Kritik
der Urteilskraft" »Ästhetik u. höhere Zwecke«
was
kann ich hoffen?
Die Philosophie von Kant war somit eine Gegenbewegung zum »Absolutismus«,
nahm ihren Ausgang bei Hobbes, Locke und Hume in England, und
fand
über den frz. Rationalismus in Descartes, Voltaire, Montesquieu, Rousseau ihre
Fortsetzer. Die Aufklärung war auch eine Folge der religiösen Konflikte des
17. Jh. Die Naturphilosophen lieferten in dieser Zeit den Beweis, dass die Welt
nicht von göttlichen sondern von physikalischen Gesetzen beherrscht wird.
Das Vertrauen auf die Macht der Vernunft führte zu optimistischen
Fortschrittserwartungen und zur Verwissenschaftlichung des Denkens.
Die experimentelle Wissenschaft übernahm mehr und mehr die Aufklärung der
Dinge. Ursache und Ereignis benötigten für ihren wissenschaftlichen Nachweis
einen empirischen Hintergrund, wobei die Naturgesetze das unerbittliche
Fundament aller Phänomen darstellten.
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Doch seit der Aufklärung dominiert Ratio in der zunehmend
verwissenschaftlichten Welt - und nährt gleichzeitig eine unbehagliche Ahnung:
Auch wenn das letzte Gen kartiert, der längste Elektrodenbeschleuniger gebaut,
die teuerste Weltraumstation installiert sein wird, bleiben wesentliche Fragen
offen. Denn der Hunger nach "Sinn" kann die wissenschaftlich -
technische Forschung nicht stillen.
Die Grundfragen unseres Jahrhunderts: Nach dem
Sein der Welt, den Ursprung der Zeit, oder die Frage nach Wahrheit und dem Sinn
unseres Seins, werden von den großen Denkern der Philosophie gestellt und ergründet.
"Eine
Wissenschaft die nicht von der Philosophie getragen wird, die nicht nach dem
Sinn vom Sein fragt, kann nicht denken (
sondern, nur messen und zählen )
und entartet zu Katastrophen - Wissenschaft. Also, zu dem, was wir heute auf beängstigender
Weise erleben".
Martin Heidegger
Heidegger
1889 - 1976
Heidegger, einer der größten Denker des 20. Jahrhunderts, so das
Pariser Blatt "Le Monde", stellte die Frage: was ist der "Sinn
vom Sein"? Die konventionelle Annahme vom Sein (Ontologie) unterscheidet zwischen
"Seienden" und "Sein".
Seiend ist danach alles was Ist: Dinge, Mensch, Welt und- als höchstes Seiendes
- "Gott". Sein hingegen ist das was das Seiende zu dem macht was sie
sind. (
Nach Heidegger, ist die Unterscheidung von Sein und Seiendes die ontologische
Differenz )
Mit diesem Wort "Sein" ( wie die Vokabel "Nichts" )
haben sich jahrtausendlang Heerscharen von Philosophen beschäftigt. Heidegger
beschrieb in seinem, wohl schwer verständlichem, Werk "Sein
und die Zeit" ausführlich die Begriffe der Ontologie. In seinen Ausführungen
kommt Heidegger vom innersten Wesen der Zeit (
die sich in unserem Alltag mit Sekunden, Minuten und Stunden entzieht )
zu der Erkenntnis,
dass in diesem Zentrum der Zeit der Sinn
vom Sein liegt.
Die Tragweite dieser Aussage ist so bedeutend, dass nach dem Heidegger den Sinn
vom Sein aufgebrochen hat und darin die Zeit findet, alle Grundlagen des abendländischen
Denkens - wie nach dem "Menschen", der "Wahrheit" oder der
"Wissenschaft" - neu gestellt und durchdacht wurden. Dieser radikale
Unterschied zwischen dieser neuen Philosophie und dem, was vorher gedacht wurde,
lässt sich an Heideggers Begriff der "Existenz" erklären.
Der Mensch, ist nicht wie bei Kant, als ein Wesen definiert. Heidegger stellt
den Mensch als ein "Dasein"
und als "Existenz" in den
Mittelpunkt. Der Sinn vom Sein ist zugleich das ursprüngliche Wesen der Zeit.
Und die Existenz, also der Mensch, bildet die Stätte, wo dieser Sinn vom Sein
aufgeschlossen liegt. Denn nur die Menschen besitzen ein "Seinverständnis".
Heidegger erfährt u.a. von Augustinus (345-430) aus Thagste (Algerien) das die Zeit eine
geheime Bedeutung in sich trägt:
Ginge sie nicht
vorher, so gäbe es keine Vergangenheit.
Käme nichts heran, so gäbe es keine Zukunft.
Bestände nichts, so gäbe es keine Gegenwart.
Doch was ist Zukunft und Vergangenheit? Beide sind nichts ( die eine noch nicht,
die andere nicht mehr )
Und die Gegenwart? Sie muss, um Zeit zusein, sofort ins Nichts verschwinden.
Die Erkenntnis hat Folgen, wir können nur messen, was schon war oder das, was
schon ist. Ganz genau: Wir messen was nicht ist.
Diese Hinweise bringen Heidegger zu der Erkenntnis, dass zum
innersten Wesen des existierenden Menschen die Zeit gehört. Diese Urzeit ist
der Sinn vom Sein und liegt als verschlossene und Unbewusste Dimension in der
Existenz des Menschen. 1)
Der Mensch bildet mit seinem Seinsverständnis
ein subjektives Glied in der Schöpfungskette, wobei er durch seine bewusste
Wahrnehmung die Ereignisse als Einzelerlebnis bewertet und den Sinn von Ursache
und Ereignis aus der Unvollständigkeit seiner universellen Beziehung
interpretiert. Hier stellt sich die Frage ob eine denkunabhängige Realität
existiert. Nach dem Philosophen Karl
Jaspers kann
durch die Aufdeckung der inneren Strukturen unserer Welt eine zunehmende Annäherung
zwischen realer Struktur und geistiger Interpretation erreicht werden. Obwohl
die Theorie einer strukturellen Realität nur solange gültig sei kann, bis sie
durch neue Erkenntnisse aufgehoben bzw. ersetzt wird. (Zum
Beispiel die Annahme das sich alles um die Erde dreht Erde, wurde durch
Kopernikus mit der Erkenntnis das sich die Erde um die Sonne dreht. widerlegt).
So sind aus zweierlei Gründen die Voraussage einer realen Existenz in vielen
Gebieten der Naturwissenschaft möglich: entweder dass auf Grund einer Theorie
die Existenz eines bestimmten Ereignis durch die Forschung bestätigt wird; und
zweitens, dass durch bestimmte Bedingungen ein Ereignis vorhersagbar ist. Dies
Annahme zeigt uns zumindest, dass unsere subjektive Wahrnehmung aus einem
objektiven Hintergrund entseht. "Ich denke also bin ich" Doch eine
allgemeine Übereinstimmung zwischen meiner denkunabhängigen Wahrnehmung und
der Realität der Dinge lässt unser manipuliertes Bewusstsein nicht zu. Die
Welt bleibt für uns, zumindest in vielen Teilbereichen, transzendental (siehe
Kant) So
ist es möglich das die Ursache aller Ereignisse aus dem Nichts kam
und das Nichts war. Es ist die Kraft des Seins, was wir zu dem machen was
uns der Raum also das Seiende ermöglicht. Ende und Anfang bleiben
in der Unendlichkeit des Raums offen.
►Wenn nach
Leibniz, die Welt aus unendlich vielen Kraftzentren besteht (Monaden / Atome)
und daraus sich die Stufenfolge der Dinge entwickeln; dann verschmelzen alle
Ereignisse ineinander und
voneinander abhängig.
►Wenn Kant uns
zeigt, dass unser Verstand die Welt transzendental erkennt, so das wir die
Wirklichkeit aus dem Ursprung unserer Erfahrungswelt konstruieren. Dann ist die
Bestimmung von Raum und Zeit das Sein unsere inneren Erscheinungswelt. Wirklich
und Seiend ist zunächst nur unsere
Existenz – ich bin weil ich denke –
►Nach Heidegger ist diese Wahrheit das Seiende aus und
in uns. Das Sein ist die transzendentale Konstruktion aus unserer denkabhängigen
Wahrnehmung. Im Zentrum des Seins liegt die Zeit, sie lässt die Welt an uns vorüber
ziehen, wobei wir nur begrenzte Ausschnitte erkennen. Der Verstand interpretiert
unsere Wahrnehmungen immer aus der Vergangenheit, er schaut nur zu ohne wirklich
beteiligt zu sein, er interpretiert was nicht ist.. Um die innere Wahrheit der
Schöpfung zu erkennen müssen wir eine zeitlose und universelle Beziehung zu
den Dingen suchen und eingehen.
Das
Tao der Philosophie:
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Die konventionelle Grenze zwischen Geist und Materie hat begonnen durchlässig zu werden und sie deutet gegen die Konzepte der Naturgesetze auf etwas Neues hin.
Der Glaube, das Universum als ein Ganzes müsse eine Ursache haben
und diese Ursache sei Gott, fand sich erstmals bei Plato und Aristoteles, wurde
von Thomas v. Aquin ( 1225 bis 1226 ) weiterentwickelt und erreichte im 18.
Jahrhundert mit Gottfried Wilhelm Leibniz und Samuel Clarke seine überzeugende
Formulierung.
Man spricht seit her vom kosmologischen Argument für die Existenz Gottes.
Diese kausale Annahme folgt u.a. folgenden Gedankengang: Jedes Ereignis bedarf
einer Ursache, und da es keine unendliche Kette von Ursachen geben kann, muss es
für alles eine erste Ursache geben. 2)
"Sie
ist Gott".
Zwei Voraussetzungen müssen bei dieser Hypothese zutreffen:
1.) Das jede
Ursache eine "zeitliche Dimension" beinhaltet.
► Alles hätte einen Anfang
und ein Ende
2.) Das jedes Ereignis sich auf Gott zurück verfolgen lässt.
► Gott
ist der allmächtige Schöpfer
Mit der Entstehung des Universums hatte die Zeit ihren Anfang.
Wenn es, mit dieser Aussage: ...Vorher keine Zeit gegeben hat, kann es ( im üblichen
Sinn des Sprachgebrauchs ) bei der Schöpfung des Universums keine Ursache
gegeben haben, weder eine natürliche noch eine übernatürliche.
Der Heilige Augustinos ( 354-430 ) machte sich bereits zu seiner
Zeit über die Vorstellung lustig, "Gott warte unendlich lange und beschließe
dann zu einem ihn günstig erscheinenden Zeitpunkt, das Universum zu erschaffen.
(s. Leibniz)
Da die Zeit nach Heidegger nur in der Beziehung zwischen dem Sinn
vom Sein begründet ist und nur der Mensch die Stätte dieser Beziehung
darstellt, dann ist die Zeit nur eine Maßeinheit die nur der Mensch in seinem
Inneren empfindet, sie ist zwar da, aber sie hat keinen Wert. Wie sollen wir da
den Anfang vor unserer Existenz oder sogar das Ende nach unserm Dasein bestimmen
können?
Wenn wir
innehalten und nicht weitergehen ( als bis zu Gott ),
warum gehen wir überhaupt so weit ?
Warum halten wir nicht schon bei der materiellen Welt inne ?.....
Indem wir annehmen, sie enthalte den Grundsatz ihrer Ordnung in sich selbst,
nehmen wir in Wirklichkeit an, dass es sich dabei um Gott handelt
Zitat Hume
Der Raum im Universum, nach dem Modell des stets bleibenden
Zustands, ist wohl danach ein Zustand der nie begonnen hat zu existieren, also
schon immer existiert hat. Hat es da einen Sinn zu fragen, ob etwas ewig
existierendes - etwas, das zu keiner Zeit nicht existiert hat- eine Ursache hat.
Man könnte immer noch fragen warum existiert es, dann wiederum würde die
Antwort, es hat schon immer existiert, recht einfältig wirken. So wird die
Frage nach der ersten Ursache eines Ereignisses nicht von der Zeit sondern von
der Beziehung bestimmt. Der Raum, unabhängig von Zeit und Bewegung, besteht
somit aus einem zeitlosen „Nichts“. Eine unbekannte Kraft aus oder durch das
Nichts ist für das aufbrechen der dynamischen Zeit verantwortlich. Der aus der
USA stammende Physiker B. Alan Wallace erklärte bei einem Gipfeltreffen von
namhaften Quantenphysiker und prominenten Buddhisten,
das es eine räumliche Ausdehnung zwischen den Teilchen der subatomaren
Welt gibt die nicht zu lokalisieren ist, er nannte es eine dritte Qualität -
die Interaktion, das Feld, und dann lässt sich etwas anhäufen und man bekommt
Materie - Das Sein geht somit von der Kraft statt von der Subtanz.
Es stellt sich weiterhin die Frage: Ist Gott die Ursache für alle Ereignisse und somit der alleinige
Schöpfer? Oder erübrigt sich, durch den ewigen Zustand des Raums, die Frage
nach Anfang und Ende der Schöpfung. Erst als die Zeit entstand, entstand auch
die Beziehung von Anfang und Ende, von Seiend und Sein. Die Zeit als schöpferische
Dimension aus dem Nichts ist die Ursache für
das erste Ereignis im endlosen Raum.
Beobachten wir nun die Evolution von der Innenseite der Dinge, also
aus der Mitte der Schöpfung, wo sie am klarsten erscheint, so bildet unser
Bewusstsein eine zeitliche Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Pierre
Teilhard de Chardin
schreibt in seinem Buch "Der Mensch im Kosmos". Der Mensch
und all seine Atome sind am Kosmos gebunden
wobei das Universum eine unteilbare Einheit darstellt. Er beschreibt u.a.
unsere Welt in der Dimension eines gekrümmten Raums, in dessen
Inneren sich alle Linien unserer Erfahrungswelt in sich selbst aufrollen; in
diesem Fall würde uns die Materie nur deshalb begrenzt vorkommen, weil wir
nicht aus ihr heraus können. 4)
Die Ursache für alle Ereignisse ist somit die ( bewusste und unbewusste ) Beziehung untereinander.
Das heißt, ohne Bewusstsein gäbe es keine fortschreitende
Entwicklung.
(z.B. das
Gesetz der Trägheit beruht darauf, dass die gesamte Materie im Universum in
einer Beziehung zueinander steht)
So ist die schöpferische Ursache für die Entstehung von Zeit,
Dynamik und Materie das Bewusstsein aus dieser Beziehung
"Bewusstsein", die
Kraft aus dem Nichts?
Nach den Erkenntnissen der Quantenphysik wissen wir, das wir durch unsere bewusste Wahrnehmung über die Möglichkeit zwischen Welle und Materie entscheiden können. Dieses Experiment beweist, dass durch unser Bewusstsein (zumindest in der Mikrowelt) Materie entsteht, Voraussetzung ist eine Beziehung zu dieser (quantendynamischen) Welt. Das Bewusstsein hat somit eine funktionellen Einfluss auf die Schöpfung, ist sie die Kraft für das Sein, also die Ursache aller Ereignisse?
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Ein weiterer Versuch eine Gesamtübereinstimmung über die Ursachen
von Schöpfung und Evolution zu erfahren, entstand bei der Entwicklung der S.
Matrix - Theorie*.
Sie ist als die "Bootstrap" Hypothese bekannt
(Bootstrap,
zu deutsch "Stiefelschlaufe"). Sie stammt von
Geoffrey Chew, der diese Vorstellung einerseits zu einer allgemeinen
"Boostrap-Philosophie" entwickelte und sie anderseits (in Zusammenarbeit mit anderen
Physikern)
für die Konstruktion einer spezifischen, in S-Matrix-Sprache formulierten
Teilchentheorien benutzte. Die "Bootstrap-Philosophie" macht in der
modernen Physik endgültig Schluss mit der mechanistischen Weltanschauung:
Newtons Universum war aus einigen Grundeinheiten mit gewissen fundamentalen
Eigenschaften aufgebaut; es war von Gott geschaffen und damit keiner weiteren
Analyse
zugänglich. (Eine
Anschauung die auch durch seine Religiosität geprägt wurde)
Die Bootstap-Hypothese legt eine neue Weltanschauung fest, sie betrachtet das
Universum als eine "dynamische Einheit" zusammenhängender Vorgänge.
Keine der Eigenschaften ist fundamental oder wird als nicht weiter analysierbar
angesehen, sie alle ergeben sich aus den Eigenschaften der anderen Teile, und
die Gesamtübereinstimmung dieser gegenseitigen Beziehung bestimmt die Struktur
dieser Einheit. Sie ist der Höhepunkt einer Ansicht von der Natur, die in der
Quantentheorie mit der Erkenntnis eines universellen Zusammenhangs einsetzte.
Jedes Teil ergibt sich aus der Wechselbeziehung untereinander. Die Eigenschaften
der Teile und die "Selbstkonsistenz" ihrer gegenseitigen
Wechselbeziehung bestimmt die Struktur des Gewebes. In der Boostrap Hypothese
gibt es keine Grundbausteine und somit auch keine fundamentalen Gesetze,
Gleichungen und Prinzipien. So wird die jahrhundertlange westliche Vorstellung
aufgegeben, dass die fundamentalen Naturgesetze von einem göttlichen
Gesetzgeber abgeleitet werden. Alle Naturerscheinungen hängen letztlich
miteinander zusammen und um eine zu erklären müssen wir alle anderen
verstehen, was offensichtlich, für den menschlichen Verstand, als unmöglich
erscheint. Unvollkommenheiten oder Änderungen an dem Verständnis dieser
Zusammenhänge verfälschen das Ergebnis dieser Phänomene. Der Erfolg der
Wissenschaft begründet sich oft in dem Defizit der Annäherungen, wobei
Konstanten hinzugegeben oder vernachlässigt werden. Den unvollständigen
Charakter einer Theorie erkennt man gewöhnlich an ihren willkürlichen
Parameter oder Konstanten.
Die Quantentheorie kann den Wert für die Masse der Elektroden
nicht erklären.
Die Feldtheorie nicht die Größe der Ladung des Elektrons.
Die Relativitätstheorie nicht die Größe der Lichtgeschwindigkeit.........
In der
Bootstrap-Philosophie sollen keine fundamentalen Konstanten vernachlässigt
werden, sie sind aus der Forderung der Gesamtübereinstimmung der Reihe nach
erklärt. In dieser Philosophie der Gesamteinheit ist das Universum ein
unteilbares Ganzes wo alle Formen ineinander fließen und ständig wechseln.
Wenn man dieses Zusammengesetzte teilt, können wir sie auf ihre Atome zurückführen
doch auch sie sind wieder teilbar usw., doch kein Teil ist fundamentaler als das
andere, so dass die Eigenschaften von allen anderen bestimmt werden. In diesem
Sinn kann man sagen, dass jedes Teil (sogenannte Hadronen ) die
Eigenschaften aller anderen Teile enthält. Die metaphysische Vorstellung, dass
im Grunde aus dem Nichts die Beschaffenheit unserer Welt erwacht wird in der
Bootstrap - Theorie bereits in der philosophisch - naturwissenschaftlichen
bzw. geistig - materieller Erkenntnis
vereinigt. Hier ist die Übereinstimmung von Beziehung und Bewusstsein, welches
aus dem Nichts entsteht
Diese Aussage berührt den Gipfel des buddhistischen Denkens. Sie basiert auf
den "Avatamsaha-Sutra"(das Buddha in tiefer Meditation nach seinem
erwachen erschaffen hat) Am Ende der Geschichte erzählt er die Erfahrung mit
dem Universum das ihm als vollkommenes Netzwerk gegenseitiger Beziehung
erscheint, wo alle Dinge und Vorgänge so zusammen wirken, dass jedes von ihnen
in sich selbst alle anderen enthält. Diese mythische Vision enthält natürlich
eine Metapher für das Universum selbst.
Solch eine vollkommene Boostrap - Anschauung von der Natur, in der alle Phänomene
im Universum durch die folgerichtige Übereinstimmung bestimmt werden, ist wohl
in ihrer Vollkommenheit nie erreichbar, doch sie ist im Grunde eine
unwissenschaftliche Erklärung unserer Welt, die der östlichen Weltanschauung
sehr nahe kommt. Die Einheit und die Wechselbeziehung aller Phänomene in der
Bootstrap-Hypothese wird am klarsten im **Taoismus ausgedrückt. Die Gesetze denen das Tao
folgt werden von keinem Gesetzgeber statuiert. Sie bestehen aus den Phänomen
unserer Welt und sind somit in der Natur angelegt. 4)
So heißt es im Tao Te Ching:
Der Mensch folgt
den Gesetzen der Erde.
Die Erde folgt den Gesetzen des Himmels.
Der Himmel folgt den Gesetzen des Tao.
Das Tao folgt den Gesetzen seiner inneren Natur.
Das Tao als ein eigenständiges Gesetz ist eine Zeit- und Raumlose Prägung zwischen den Phänomen des Universums. Es fragt nicht nach Anfang und Ende, es kennt nur die universelle Beziehung zwischen den Dingen. Diese philosophische Erkenntnis, dass nur durch die Übereinstimmung aller Phänomene die Welt existieren kann , zeigt, dass der Sinn unserer Existenz in der Beziehung zu uns selbst liegt. Der Mensch mit seinem Intellekt kann diese Beziehung in Frage stellen, oder sie in den Tiefen seines Inneren ergründe
Wenn wir die Welt verstehen wollen können wir uns nur auf die
Wirklichkeit der Dinge beziehen, also auf das Seiende, auf uns selbst. Hierfür
müssen wir mit der Gegenwart und dem Universum eins werden. Der Taoismus
beschreibt diesen Weg zu einer möglichen Vereinheitlichung zwischen unserem
Bewusstsein und der Unendlichkeit des Raums.
Das Tao, für die persönliche bzw. individuelle Suche nach dem
Sinn des Lebens, liegt in der inneren Einkehr des Suchenden. In der
Meditation ist durch die Bewusstseinserweiterung ein individuelle
Befreiung der geistigen Manipulation möglich. Hier endet die Suche nach dem
Selbstverständnis und dem Sinn des Lebens durch die geistige Erleuchtung (Satori).
Das Sein löst sich auf in ein Seiendes, die Welt ist jetzt denkunabhängig und
vollkommen übereinstimmend.
Nach der asiatischen Mythologie ist diese Bewusstseinserweiterung die vollkommene Verschmelzung zwischen dem inneren Seienden und dem äußeren Sein.
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Wilfried Louis 2004
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Quellennachweis
1) Auszüge aus: "Deutschland deine
Denker": Verlag Gruner + Jahr AG & CO, Hamburg 3. Auflage 1980
ISBN 3-570-00771-5
2)
3) 4)
5) Auszug aus dem Buch:
"Bildung" (Seite 336/337 Philosophen) Dieterich Schwanitz Verlag
Eichhorn AG / ISBN 3-8218-0818-7
* **Taoismus:
(
vom chine. Tao-, Weg ) philosophisches Tao, der Ursprung des Alls, "Laotse"
(die teilweise auf das 3.Jh.v.Chr. zurückgeht)
* S-Matriz-Theorie: Wurde
1943 von Heisenberg vorgeschlagen und in den letzten Jahrzehnten zu einer
komplexen mathematischen Struktur aufgebaut. Sie dient der Beschreibung
starke Wechselbeziehungen der Hadronenstrukturen (Hadronen bestehen aus
einer kleinen Anzahl von Elementarteilchen, Baryonen und/oder Mesonen).
Die S-Matrix versammelt die Wahrscheinlichkeiten für alle möglichen
Reaktionen mit Hadronen. (Sie ist aber so komplex, dass keineswegs sicher
ist das diese S-Matrix jeweils vollständig konstruiert wird).
Ihr Name stammt daher, dass man die Gesamtzahl der möglichen Hadronenreaktionen
in einer endlosen Anordnung vorstellen kann, die die Mathematiker Matrix
nennen. Der Buchstabe "S" ist ein Überbleibsel des ursprünglichen
Namens "Streuungs-Matrix" der sich auf die Kollision oder Streuungsprozesse
der Teilchenreaktionen bezieht. Man könnte dies Matrix für alle möglichen
Strukturbeschreibungen benutzen um alle Wechselbeziehungen und
Wahrscheinlichkeiten aufzuführen.
Weiter Informationen:
Bootstrap Methods-Aplikation. (Campridge University Press 1995)
Internet:
http://www.epfl.ch/davison/BMA/reviews.html
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