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MEDITATION
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Satori
Wer
die Morgenröte sehen will,
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Wer den Ursprung des Seins in der Erkenntnis der Naturwissenschaft sucht,
der wird in das Loch der Unendlichkeit fallen.
Die
Wahrheit liegt in uns selbst; diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, doch
der Weg zu dieser Wahrheit liegt in dem Geheimnis der meditativen Stille
und Einsamkeit. Denn nur wer seinen suchenden Gedanken überwindet,
findet das Absolute.
Eine sich
deutlich abzeichnende Konvergenz zwischen der Physik und der Philosophie besteht in der
Annahme, dass die Existenz der Materie über ein Bewusstsein
geprägt wurde. Diese kosmische Schöpfungs-Kraft ist, im
Gegensatz zu unserem auf individuelle Reize basierendes Bewusstsein, universell,
zeitlos und somit kognitiv nicht beeinflussbar. Um das Bewusstsein dieser
ursprünglichen Schöpfungskraft zu erkennen müssen wir ein Teil von ihr
werden. Das heiß; bei
der Suche nach dem Ursprung unserer Welt reicht es nicht, wenn wir sie
in ihre materiellen Einzelteile zerlegen, wir müssen einen Weg finden, der uns
in der universelle Gesamtheit einbezieht. Dies ist nach asiatischer Philosophie
nur möglich, wenn wir unser bewusstes "Ich" überwinden um uns
von allen äußeren Einflüssen zu befreien.
Das
"Tao" *oder
der Weg zur individuellen und zugleich universellen Bewusstseinsöffnung führt
über die psychische Energie aus der inneren Versenkung
Die Meditation oder die meditative Konzentration versetzt den Menschen in einen neuen Energie-Zustand der eine neue bzw. ursprüngliche kosmische Beziehungen zulässt.
Im Hinduismus beschreibt man diese Phase der Konzentration als eine Befreiung der negativen Energie. Der Übergang der Meditation zu einer körperlichen Erstarrung nennt man "Samôdhi". Der Körper ist versteinert und unbeweglich, sein Stoffwechsel ist praktisch Null und befindet sich in einer Art der Konservierung. In der hinduistischen Religion ist dies die höchste Form der Meditation. In der Lehre über den "Samôdhi" gibt es den Begriff OBE (Out of Body Experience) was Erfahrung außerhalb des Körpers bedeutet. Eine Trennung von Körper und Seele oder Körper und Bewusstsein. Ein Zustand wie er z: B. in einem Traum möglich ist - man beobachte sich selbst in einer anderen Welt, obwohl der Köper ruhig schläft -. Diese Befreiung der Seele in Form einer Bewusstseinserweiterung entspricht auch der buddhistischen Lehre über die Meditation. Hier nennt man die höchste Form der meditative Befreiung "Satori" (Erleuchtung).
Buddhistischen Weisheiten in der meditativen
Befreiung, als eine westliche Möglichkeit auf der Suche nach dem Sinn der
Schöpfung, bilden den Kern meiner Ausführungen
(andere Wege einer Bewusstseinsvertiefung wie: Samôdhi, Hypnose, religiöse Besinnung, Psychoanalyse, um nur einige zu nennen, sollen hier als weitere Möglichkeit nicht ausdrücklich bewertet werden.)
Doch warum geistige Versenkung, wenn ich einen Intellekt besitze ?
Unsere Intelligenz besitzt die Fähigkeit der Analyse, dass Ergebnis dieser Analyse ergibt sich aus der Bewertung von vielen Einzelinformationen . Diese Daten sind u.a. Sinneswahrnehmungen aus unserer Umwelt, die in enger Verbindung mit unserer Lebenserfahrung und dem gegenwärtigen emotionalen Zustand stehen . Doch eine noch so intelligente Wahrnehmung ist qualitativ und quantitativ gefiltert und hat immer einen kognitiven Hintergrund, das heißt unsere Wahrnehmungsfähigkeit ist geistig und psychisch gesteuert. Durch diesen gedanklichen Austausch mit unserer Umwelt ist es nicht möglich eine denkunabhänige Welt zu erkennen Wie soll eine intellektuelles Individuum mit seinen subjektiven Raster von Wahrnehmungen, den Sinn der Schöpfung, zwischen gedanklicher Möglichkeit und realer Wirklichkeit, erkennen? Wir können die Wahrheit nur erkennen, wenn wir die Distanz zwischen dem inneren Bewusstsein und der äußeren Wahrnehmung verlieren. Das heißt unser geistige Energie muss sich mit der kosmischen Energie vereinigen. Nur wenn wir uns von der äußeren Objekt-Wahrnehmung lösen, wird unser inneres Bewusstsein frei für das Absolute. Solange unser Verstand zwischen Gut und Böse, zwischen Haben und Sein abwägen muss, also vorgelebte Entscheidungen trifft, solange sind wir nicht frei und nicht bereit für einen Weg in die absolute Freiheit des Universums.
Alles,
was wir sind, ist das Resultat was wir gedacht haben. Unsere Existenz basiert
auf Gedanken:
"Buddha"
Schankara
legte im 8. Jahrhundert n. Chr. und war ein großer Denker Indiens (nach
Buddha). Als er auf der "Brahmanischen Universität" die heiligen
Bücher Indiens (Veden) studierte, war stets die Rede von vielen Göttern. In
den Vedanta- Texten aber gab es nur einen Gott ,der Schöpfergott
"Brahman". Schankaras Kommentar:
Was wir Wissen nennen sei
lediglich die Verarbeitung von Erfahrungen die wir durch unsere Sinne aufnehmen.
Dieses Wissen bezeichnet er als "Maya" als Täuschung. Auch die der
Veden seien Täuschung. Das wahre Wissen (vidya) findet man, wenn man hinter den
Schleier der Täuschung schaue. Dort zeigt sich "Brahman" - die
entgültige Wahrheit
Schankaras Philosophie nahm nicht nur modernes Denken
vorweg (siehe
E. Kant "Erscheinungen von dahinter stehenden Dingen), es war auch ein genialer Kompromiss, den beide Sichtweisen
sie haben keinen
Widerspruch sondern gleiche Gültigkeit, "Maya" und
"Brahman" sind letztlich zwei Stufen einer einzigen Wahrheit. Er
nannte seine Lehre "Advaita" - Zweiheitlosigkeit -
Schankara
gilt heute in Indien als die Inkarnation des Gottes "Schiwa",
Wer eine innere Beziehung zu den Phänomenen dieser Welt eingehen will muss , nach der Lehre des Zen-Buddhismus,den Einfluss seiner Sinne und dessen intellektueller Interpretation überwinden, auch wenn es seinen Bedürfnissen widerstrebt. Das heißt: Sitzen und Schweigen. Den ständig nachdrängenden Gedanken zur Ruhe bringen. Die Gedankenübungen schaffen Distanz zur Ebene der Wahrnehmungen, sie vermindern das Anhaften an das vergängliche Reich der Sinne, der Geist soll schweigen. Irgendwann drängt sich die Frage auf: wer ist dieses »Ich«, das da übt und denkt. Selbst dieses Fundament, auf dem die Persönlichkeit ruht, ist nach Buddhas Lehre, ein trügerisches Konstrukt. Wer die Erleuchtung erreichen will, muss auch die Ich - Vorstellung in Frage stellen und überwinden. Für diese schwierige Übung gilt intellektuelle Durchdringung, allein, als unzureichend. Zum Schlüssel wird die Meditation. Mystiker aller Konfessionen und Epochen haben sie praktiziert; aber kaum irgendwo spielt sie eine so zentrale Rolle wie im Buddhismus. Mit der Methode der meditativen Durchdringung des Bewusstseins attackieren die Buddhisten eine Hürde, die Neurowissenschaftler beim erforschen des Bewusstseins beinahe zur Verzweiflung treibt: Der Geist ist ein untaugliches Instrument, um sich selbst objektiv zu analysieren. Er mischt sich stets als Subjekt in die Beobachtung ein. Meditation ist die Kunst, den Geist dabei zu überlisten. Sie geht, wie der Dalai Lama sagt, "vom inneren der Festung aus", um "dann Schritt vor Schritt vorzudringen":3)
Hier
treffen die mit Worten unerklärbare Erkenntnisse der Physik
und die Weisheiten der östlichen Mystik zusammen. Um die Welt der
subatomaren Teilchen in der Quantenmechanik zu erklären, werden klassische
Begriffsbestimmungen überschritten, indem man zu einer höheren
Dimension übergeht.
Das
Erlebnis einer höheren Dimensionalität wird ebenfalls durch die Integrierung
verschiedener Bewusstseinszentren erreicht. Dies bewirkt die Unbeschreibbarkeit
gewisser Meditationserlebnisse, auf der Ebene einer mehrdimensionalen,
universellen Beziehung .So lassen die Phänomene der Quantenmechanik
in der Physik oder die Bewusstseinserweiterung durch die Meditation keine
dreidimensionale Logik zu. Diese abstrakte und vielleicht willkürlich
erscheinende Definition zeigt, dass eine mystische Beziehungsebene keine
allgemein verbal gültige Beschreibung, nach westlichem Verständnis,
zulässt. Diese Unerklärbarkeit verzerrt das Bild von Erlebnis
und Erkenntnis. Für das Erlebnis eines Bewusstseinzustandes, fehlt
das, für die Wissenschaft unerlässliche Modell, als Nachweis
für die Erkenntnis. Es fehlt das Kausalitätsprinzip. Doch wie
soll man einem Blinden die Farbe rot erklären oder das Farbenspiel
eines Regenbogens beschreiben.
Schon
der Begründer der Psychoanalyse "Sigmund Freud" sagte über die
Bewusstseinserweiterung: Nur der könne über sie mitreden, der
ihre Wirkung selbst erfahren hat. Der berühmte indische "Advaita"
(Nondualismus)
Meister "Ajja" betonte in einem Interview. Wenn man
Phänomene der Physik mit mathematischen Gleichungen erklärt
bleibt es ein Ereignis von Zahlen. Erklärt man die wunderbare Erfahrung
von Satori mit eigenen Worten, so bleiben mystische Dinge nichts als Worte.
Alles was man nicht beweisen kann, kann man nur glauben oder ignorieren.
Wer
täglich eine Stunde versucht seine Gedanken zu überwinden wird,
nach buddhistischer Philosophie, durch die wachsende Klarheit seines
Geistes die tiefe seines Bewusstseins neu erleben. Diese Aussage hat nicht
nur einen philosophischen sondern auch einen wissenschaftlich messbaren
Hintergrund. Die kognitive Arbeit unseres Gehirns basiert auf elektrische
Impulse. Diese Schwingungen werden in Alphawellen (8 bis 12 Hz), Betawellen
(13 bis 30 Hz) Thetawellen (4 bis 7 Hz) und Deltawellen (1 bis 3 Hz) unterteilt.
Eine weitere Entdeckung ist die Eigenschaft des Gehirns, sich nach kurzer
Zeit auf eine von außen verstärkte Frequenz einzuschwingen.
Diese Stimulation durch sogenannte Brain - Machines verhilft zu einer Dominanz
bestimmter Hirnfrequenzen und hat als "Instanz Meditation" in USA und Japan
Furore gemacht. Eine Stimulation der Thetawellen fördert die Fitness
des Gehirns durch Entspannung, wobei Geist und Körper eine ganzheitliche
Durchdringung erfährt. Dabei sind es nur rhythmische Licht- und Toneffekte
oder elektrische Schwingungen die Neurotransmitter anregen die dadurch
körpereigene Opiate, wie die Endorphine, ausschütten. Diese High
-Tech -Meditation kann zwar keine Überwindung kognitiver Wahrnehmungen
bewirken und somit auch keine Bewusstseinsöffnung, die einer Satori
-Erfahrung gleich kommt. Sie ist aber ein wissenschaftliches Modell, welches
beweist, dass unser Bewusstsein durch äußere Reize (elek. Impulse)
manipuliert werden kann, welches zu einer zeitlich begrenzten körperlichen
und geistigen Veränderung führt.4)
Das heißt, dass unser Bewusstsein in einer engen Beziehung zu unseren
Hirnnerven bzw. Neuronen steht. Äußere Reize und inneres Bewusstsein haben
einen gemeinsame Schaltstelle -Das Gehirn-
Doch
jetzt kommt das alte methodische Problem: Was ist Bewusstsein? Um Bewusstsein
zu erforschen, muss ich bewusst sein, doch wie soll ich mit meinem Bewusstsein
objektiv erforschen? Bewusstseinforschung kann nur von einem erweiterten
Bewusstsein bzw. von außen objektiv erfolgen. Sigmund Freud tat dies
über den Königsweg des Unterbewusstseins; und deutete die Psyche
über die Symbolik der Träume. Jung und Reich sehen das Bewusstsein
eher als eine Spirale an, als energetisches Etwas, das, über welche
Frequenzen auch immer, im Prinzip mit dem ganzen Universum in Kontakt ist.
Um
dies zu verstehen müssen wir uns die Entdeckung und die Ergebnissee
der Quantenphysik vergegenwärtigen, die ebenfalls nur über ein
erweiterten Bewusstsein zu verstehen ist. In der Quantentheorie gibt es keine objektive
Wirklichkeit. Sie existiert nur als eine Wahrscheinlichkeitswolke, zwischen
Welle und Materie, als ein Zustand von Möglichkeiten, aus der sich
eine Wirklichkeit erst im Akt der Beobachtung kristallisiert. Darüber
hinaus besteht in dieser subatomaren Welt eine ganzheitliche Verknüpfung,
die keine Voraussage mehr zulässt. Die Quantenphysik beweist uns, dass
es eine universelle Beziehung aus dem "Nichts" exsistiert, die der meditativen
Bewusstseinsöffnung, im Zen-Buddhismus, gleich kommt.
Der Gehirnforscher "Carl Pribram" stellte bei Wahrnehmungsversuchen von Affen fest, dass z.B. Bildinformationen schneller transportiert werden, als dies Gehirnströme eigentlich können. Dies blieb, solange ein Rätsel bis 1947 der Physiker "Denis Gabor" auf die Idee kam, einen Gegenstand durch Spaltung eines Lichtstrahls quasi stereo zu fotografieren. Hierbei entstand ein gesamtes Bild und nicht eine zweidimensionale Vortäuschung. Er nannte dieses Bild "Hologramm". Denn Effekt; der praktisch erst mit der Erfindung des Laserstrahls nutzbar wurde, erklärte Gabor mit den Interferenzwellen beider Lichtstrahlen. Das interferieren beider Wellen wird auf das Dia gebrannt, das von einem Laserprojektor als dreidimensionales Abbild erscheint, ( siehe: http://www.burg-halle.de/~nimoe/ ) Das entscheidende für den Gehirnforscher Pribram war, wie sich das Hologramm als Bildinformation auf sein Objekt verbreitet. Zerschneidet man ein Dia in zwei Hälften sieht man nur das halbe Bild, zerschneidet man es dann noch mal erhält man nur noch einviertel dieses Abbildes usw. Bei einem holographischen Dia zeigt jedes einzelne zerschnittene Teil weiterhin das gesamte Bild, nur wird die Projektion langsam unschärfer. Pribram war überzeugt, dass dieses Modell das Denken und die Speicherung von Bewusstseinsinhalten entspricht. Unsere holographischen Wahrnehmungen werden von Dendriten aufgenommen und geben es durch elektrische Impulse (Wellen) an Neuronen weiter, durch den visuellen Input und der neurologischen Auswertung wird die Information von einer dritten Gruppe von Nervenzellen aufgenommen, die diese Information in Proteine prägt, die wie photographische Platten, als Informationsträger dienen. Damit war zumindest in ihren Grundzügen der Weg von der Wahrnehmung bis zur unbewussten Erinnerung geklärt. Auch die Probleme der schnellen Informationsübermittlung bei den Affenversuchen wurde durch die holographischen Speicherung gelöst. Nicht nur die Farbzellen und die damit verbundene Bildspeicherung über die Neuronen sind für die visuelle Wahrnehmung verantwortlich, jedes einzelne Neuron des Gehirns ist über die gesamte Wahrnehmung informiert. Selbst ein winziges Teilstück dieses holographischen Abdruckes kann das gesamte Bild rekonstruieren. Diese ungeheuere Speicherkapazität des Gehirns steht auch im Einklang mit dem Phänomen des photographischen Gedächtnisses oder das der Phantomschmerzen von abgetrennten Gliedern. Auch wenn Teile des Körpers abgetrennt wurden existieren ihre Information noch im gesamten Körper. Seit dieses umstrittene Modell von Pribram 1966 veröffentlicht wurde, ist es von vielen Forschern aufgegriffen worden. Auch wenn es keineswegs die einzige These über die Funktionsweise des Gehirns ist, ist sie in der Lage, auch die Paradoxien der Quantenphysik, wie den gesamten Bereich des Übernatürlichen einzubeziehen. Diese weitreichenden Konsequenzen eines "Holographischen Universums" hat Michael Talbot in seinem gleichnamigen Buch beschrieben:
»Wenn
das Bild der Wirklichkeit in unserem Gehirn gar kein Bild ist, sondern
ein Hologramm, wessen Hologramm ist es dann ? Das Dilemma das in dieser
Frage steckt, ist vergleichbar einer Situation, in der man eine Polaroidaufnahme
von einer Menschengruppe macht, die an einem Tisch sitzt und bei der Entwicklung
des Bildes feststellt, dass statt der Personen nur verschwommene Interferenzmuster
um den Tisch angeordnet sind. In beiden Fällen kann man mit Recht
fragen: Welches ist die wahre Realität - die scheinbar objektive Welt,
die der Fotograf wahrnimmt, oder das Gewirr von Interferenzmustern, das
die Kamera bzw. das Gehirn registriert ? Pribram wurde folgendes klar:
Wenn man das holographische Modell zu Ende denkt, ergibt sich die Möglichkeit,
dass die objektive Realität ..... überhaupt nicht existiert,
zumindest nicht in der Form, die wir für gegeben halten. könnte
es sein das das wahr ist was die Mystiker Jahrhundertlang für wahr
erklärt hatten, das die Wahrheit Maya ist also eine Illusion , und
das die Außenwelt eine unermessliche, in Schwingungen versetzt Symphonie
aus Wellenformen, einen Frequenzbereich, der sich erst in die uns bekannte
Welt verwandelt, nachdem er von unseren Sinnen aufgenommen worden ist«?
Michael
Talbot: Das holographische Universum - Die Welt in neuer Dimension - (1992)
Höhere Bewusstseinstufen wurden lange Zeit als pathologisch
eingestuft, erst der Psychiater "Richard M. Brucke sorgte mit seiner Studie
"Kosmisches Bewusstsein" Anfang des Jahrhunderts für eine nüchterne
Aufklärung:
| Warum erwähnte Homer in seinen Epos über die Reisen des Odysseus nicht ein einziges mal die Farbe des Himmels ? | ||
| Warum taucht die Farbe des Firmaments in der Rig Veda und anderen östlichen Mythen genauso wenig auf wie in der Bibel, dessen über 400 Himmelsbeschreibungen allesamt farblos blieben ? |
Bewusstseins- und Sprachhistoriker haben für das Rätsel eine einfache Erklärung. Die Farbe blau ebenso die meisten andern Farben waren vor einigen tausend Jahren, als diese Mythen entstanden, einfach nicht bekannt. Der sich herausbildende Farbsinn kannte zu Anfang nur zwei Unterscheidungen "Schwarz" und "Rot", wobei "Schwarz" alle Blau- und Grüntönen und "Rot" das Spektrum von Weiß und Gelb mit einschloss. Erst in den letzten 2500 Jahren ist aus dieser ursprünglichen Farbblindheit die gesamte Facette von Farbnuancen hervorgegangen. Dieses Beispiel stellte Bucke seiner Arbeit über die Evolution des menschlichen Geistes voran. Kosmisches Bewusstsein hat für ihn weder mit Okkultem oder Mystik zu tun, noch tut er die Erleuchtungs-Erlebnisse als Halluzinationen ab. Vielmehr definiert er die Phänomene als einen klar definierbaren psychisch-geistigen Zustand eines kosmischen Sinnes. Dieses aus der Evolution entwickelte Ichbewusstsein des Menschen, der selbstreflektierende Geist, ist für Bucke nicht der Endpunkt der Evolution, sondern der Ausgangspunkt in eine höhere Bewusstseinsstufe - und die von den Erleuchteten aller Zeiten als Vorläufer bereits erreicht wurde. Als ein weiteres Indiz für die Realität dieser Bewusstseinserweiterung wertet Bucke die Tatsache, dass die Berichte über die Erfahrungen des kosmischen Bewusstseins in ihren wesendlichen Zügen vollkommen übereinstimmen, gleich ob sie von Moses oder Sokrates, von Jesus oder von Francis Bacon, von Buddha oder von Dante stammen.4.)5)
Doch
da kommt die Erkenntnis der Naturwissenschaft, sie schlägt die Brücke
zwischen mystischer Erkenntnis und evolutionärer Entwicklung.
Heute gibt es kaum noch eine Hirnfunktion die sich dem Zugriff der Neurobiologen
entzieht. Mit Elektroden und optischen Messgeräten sind die Tätigkeiten
der Gehirne bis auf das Niveau der Neuronen zu verfolgen. Experimente an
Schimpansen zeigten, das es Hirnzellen gibt, die Tätig sind, wenn
sich das Gehirn um Vergangenes oder um Zukünftiges kümmert. Entstehung
von Dramatik, Träumen oder die Festlegung von aktiven Hirnarealen
bei schizophrenen Wahrnehmungen können heute beobachtet und analysiert
werden. Hierbei enthüllt sich nichts als bewegte Materie, es lässt
sich keine Brücke in ein meditatives "Nichts" oder eine "Bewusstseinsfülle"
schlagen. Aus all diesen Ergebnissen
meinen die Wissenschaftler nun den Schluss ziehen zu können, dass
dem Bewusstsein nur chemische und elektrische Vorgänge entsprechen.
Ob Angst, Durst oder Liebe - für alle solche Empfindungen könne
man eine Hirnfunktion finden.
So
bereitet sich die Verabschiedung einer uralten Vorstellung vor: Die von
der »Seele«. Nicht nur Hirnforscher, auch die meisten
Philosophen erklären die Frage, ob es ein unsterbliches Etwas gäbe,
für erledigt. Es sei da nichts, außer einem Spiel von Molekülen
und elektronischen Signalen im Menschen; debattiert wird nur noch wie dies
zu deuten ist.
Die
Naturwissenschaftler haben damit die Suche nach dem Bewusstsein, einst
Domäne der Mystiker und Psychologen, zu ihrer Sache gemacht. Ihr stärkstes
Argument haben die Forscher gewonnen, als sie feststellten, dass die Gehirne
aller Kreaturen nicht nur ähnlich zusammengesetzt sind, sondern auch
ähnlich funktionieren. Da unterscheidet sich der Mensch nicht groß
vom Plattwurm, sagt der Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer. Nur eine
Menge Nervenverschaltungen sind im Lauf der Evolution hinzugekommen. Deswegen
steht zu vermuten, dass der Geist des Menschen nicht vom Himmel fiel, sondern
im Lauf der Naturgeschichte allmählich herausgebildet hat. Dies entspricht
auch im wesendlichen den Modellen von Timothy Leary und Sheldrake über
die Evolution von Bewusstsein und Gedächtnis.
Wenn
aber selbst die höchsten Hirnfunktionen des "Homo sapiens" bruchlos
aus dem Tierreich hervorgegangen sind: Wie wäre dann zu erklären,
dass der Mensch ein "Ich" haben soll, der Frosch jedoch keines? Die Neurologen
haben nichts dergleichen im menschlichen Gehirn gefunden. Inzwischen glauben
wir, sagt Singer, dass der Mensch ohne Sinn für sich selber auf die
Welt kommt. Ein Gefühl dafür, wer wir sind müssen wir im
Babyalter erst lernen. Im Erwachsenenalter glauben wir dann, dass (erworbene)
war immer schon da.
Sollte unser Bewusstsein das Konstrukt evolutionärer und erzieherischer Zufälle
sein, und unser "Ich" als ein eingebildeter Individualakteur entlarvt werden, wo bleibt da noch Platz für den freien Willen? Dann
sind unsere gedanklichen Entscheidungen auch nur eine illusionäre Willensfreiheit. Indizien hierfür
liefern Untersuchungen am offenen Gehirn (z.B. wenn Patienten vor einer
Tumoroperation bei vollem Bewusstsein die Schädeldecke aufgetrennt
wird ), Elektroden reizen Bereiche im Vorderhirn, wobei der Patient
unwillkürlich seinen Arm hoch hebt. Befragt man die Versuchsperson
hinterher nach ihrem Impuls, behaupten sie, sie hätten es so und nicht
anders gewollt. Auch andere Versuche wobei aktive Vorgaben durchgeführt
wurden, zeigten das der willentliche Entschluss der Versuchsperson später
durchgeführt wurde als eine Aktivität der Neuronen.
Auch
wenn die Hirnforscher keinen eindeutigen Beweis für ihre These liefern
können ( Kein Computer könnte so viele Daten Speichern um
Entscheidungen des Menschen bis ins letzte Detail zu simulieren ),
so wird der Mensch mit dieser folgenschweren Selbsttäuschung wohl
in diesen neuen Jahrtausend leben müssen.10)
Ein weiteres Indiz für diese ernüchternde Erkenntnis ist das wissenschaftliche Modell von Timothy Leary (1975). Danach hat sich die Evolution des Bewusstseins in 8 Schichten bzw. Schaltkreise vollzogen. Der siebte »neurogenetische« Bewusstseins-Schaltkreis enthält das gesamte evolutionäre Drehbuch, dass Archiv der DNS-Erinnerung, dass was Sheldrake als »Gedächtnis der Natur« bezeichnet. Es tritt dann in Aktion, wenn das Nervensystem energetisch Signale aus dem Inneren einzelner Neuronen empfängt, sich also in den "Biophotonischen Informationsstrom" des Lebens selbst einklingt. Die Weisen nannten diesen Bewusstseinszustand »Brahmen«, die Griechen »Vision des Pan« die Hindus »Atman« und die Chinesen »Tao«. Die Energie solcher Mutationserlebnisse kommen aus der "Leere" der meditativen Stille. Für den Advaita-Philosophen und den Zenbuddhisten öffnet sich in dieser Bewusstseinphase das Tao der Erleuchtung, die Wahrheit wird zur Wirklichkeit, Ursache und Ereignis verschmelzen zu einem Seienden.
Diese
Bewusstseinserweiterung aus dem gedanklichen "Nichts" ist, nach den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und philosophischen
Erwägungen, ein energetisches Ereignis, also "Materie". Es stellt sich weiterhin die Frage:
Ist Satori ein energetischer Vorgang, der sich als eine verborgene
DNS-Information, aus den Klammern des Unbewussten befreit ? Dann wäre die
Erleuchtung eine neurologisch gesteuerte Rückbesinnung an den kosmologischen
Anfang unseres Universums, da wo die Zeit Ihren Anfang hat, wo Ursache und
Ereignis ihren evolutionären lauf nahm, Bewusstsein und Materie bildeten eine
Raumlose Einheit. Diese Rückbesinnung ist ein
neurologischer Quantensprung in die Vergangenheit, vergleichbar z. B. mit
der unbewussten Zeit unserer Embryonalphase. Das heißt, es bedarf einer tiefen
inneren Versenkung an den Anfängen unserer Wahrnehmung, doch das reicht noch
nicht, auch wenn wir uns von allen befreit haben , ist das absolute noch nicht
erkennbar. Die Befreiung oder Erleuchtung lässt sich nicht erzwingen, sie ist
ja schon da, nur sie leuchtet noch nicht in dem Bewusstsein des Suchenden.
Doch diese
individuelle Erfahrung wird nur wenigen bewusst. Damit ergibt sich ein
Problem für alle diejenigen denen eine Erleuchtung verschlossen bleibt
- Sie gleicht einem festen Traum, einer Ahnung - sowie für den Farbenblinden
die Pracht der Mohnblüte zu existieren scheint, da es (bei
allen Sehenden) eine entsprechende Wahrnehmungsqualität
beschrieben wird. Es stellt sich die Frage, sind die Auserwählten
eine Bestimmung Gottes, oder die Götter der Mythologie? Vielleicht sind es aber nur der zeitliche
Zufälle von Ursache (Meditation) und Ereignis
(Erleuchtung) in der eine universelle Beziehung bewusst erlebt wird.
Es
zeigt sich, dass diese meditative Wahrheitsfindung keine göttliche Wunder oder Vorhersehung ist.
"
"Die Öffnung und die Bereitschaft für eine
Bewusstseinserweiterung reicht aus", erklärt der erleuchtete Jnani und Avaita-Meister
"Ajja" aus Indien. Doch wer sich für den meditativen Weg und
der Öffnung
seiner inneren Wahrnehmung entscheidet muss sich von allen äußeren Einflüssen
befreien. Er muss die eigene Wichtigkeit verlieren; dadurch gewinnt man zusätzliche
Energie um das Wesen der Dinge zu erkennen. Die Welt besteht in erster Linie aus
Energie und erst in zweiter Linie aus Objekten. In der Meditation müssen wie
unsere Wahrnehmung in kosmische Energie umwandeln, erst dann erkennen wir das
Wesen der Dinge. Diese innere (meditative) Reinigung und Befreiung unserer Seele ist das
TAO
für das Absolute.

Das Tao der Meditation
Der
Lehrer Nagarjuno formulierte:
(Anfang
des dritten Jahrhunderts)
Die
westliche Denkweise verläuft in einer Kette von Ursache und Wirkung, These und
Anti-These und enthält nur in ihrer Religion mystische Spuren. Dieses denken
basiert auf einer wissenschaftlichen Logik und führt zum sich selbstbewussten
"Ich".
"Je
mehr wir von der Welt entfernt sind - desto wirklicher erscheint sie uns;
- je näher wir ihr kommen, - desto weniger sichtbar wird sie - und
entzieht sich uns wie eine Luftspiegelung".
Im
Westen philosophiert man das heißt man macht Aussagen;
im Osten meditiert man
das heißt man schweigt sich aus.
So
strebt der Zen-Buddhismus, indem er die Gegensätzlichkeit überwindet, eine
Ganzheitlichkeit an. Das fremdbestimmte Vernunftdenken entwickelt sich zu einer
persönlichen Meditation.
Die
Betonung im Zen von Natürlichkeit und Spontaneität wurzelt
sicher im Taoismus, aber die Basis dafür ist streng buddhistisch.
Er ist der Glaube an die Vollkommenheit unserer ursprünglichen Natur,
die Erkenntnis dass der Vorgang der Erleuchtung lediglich darin besteht,
zu werden, was wir schon von Anfang an waren. Als der Zen-Meister Po-Chang
nach der Suche der Buddha-Natur gefragt wurde, antwortete er: "Das ist,
wie wenn man auf einen Ochsen reitet, um den Ochsen zu suchen". 2)
Der
Unterschied der Rinsai-
und Satoschule:
Beide
haben das gleiche Ziel - Satori - (Erleuchtung)
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Sato: Der Sato - Mönch meditiert durch bloßes sitzen - Shikantaza, wobei die Meditation von älteren Mönchen überwacht wird. Der schlag mit dem Holzstab soll den einschlafenden Mönch zur weiteren Meditation ermahnen. |
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Rinsai: Jeder Zen - Mönch muss sich in seiner meditativen Versenkung mit einem Rätsel dem Koan auseinandersetzen. |
Der
Weg des Zen-Buddhisten im Kloster, ist hart und mit seelischer Pein
verbunden. Der Rinsai- Mönch erlebt, durch das Rätsel des Koans,
oft eine Meditationsqual, wobei der Koan ein ständiger Gedanke ist,
dadurch wächst seine Konzentration bis die Spannung so groß
ist, dass der rationale Gedanke nachgibt. Hierbei entsteht eine Rücksendung
zu den Wurzeln des universellen Bewusstseins, die den Geist für eine
neue Art zu sehen öffnet. So die Aussage von Professor Heinrich Dumoulin
an der Sophia-Universität. Mit dieser Aussage lässt sich, für
einen Unwissenden, wenig anfangen. Doch um die östliche Mystik zu
verstehen muss man die Logik der westlichen Philosophie ablegen.7)In
der östlichen Mystik dagegen war man sich immer darüber klar,
dass die Realität über die gewöhnliche Sprache hinausgeht.
So wurden die Grenzen der Logik und deren Begriffe, von den Weisen des
Ostens, überschritten. Das taoistische Hauptwerk Laotzu »Das
Tao Te Ching«, ist voll von verblüffenden Widersprüchen,
Paradoxen und poetischer Sprache. Das verstehen dieser Werke ist nur durch
die Aufdeckung der Paradoxen möglich. Die Buddhisten haben die verbale
Mitteilung über das paradoxe Koran-System übernommen. Koan bedeutet
wörtlich Urkunde oder eine gesetzliche Verordnung (ein Ausdruck aus
der Tang-Dynastie) Heute bedeutet es die Anekdote eines alten Meisters,
oder das Zwiegespräch zwischen Meister und Mönch. Sie ist auch
die Feststellung einer Frage die vom Meister gestellt wurde. Koan ist ein
Mittel das dazu dienen soll, den Geist für die Wahrheit des Zen zu
öffnen.
Doch, was
ist Zen? Es ist einfacher zusagen was Zen nicht ist:
Im
Zen ist die Meditation Nebensache. Zen strebt die Übung des Geistes
an um die Einsicht in seinem eigenem Wesen zu erkennen. Dieses Eindringen
in die wahre Natur des Geistes oder der eigenen Seele ist der Grundgegenstand
des "Zen-Buddhismus". Zen bedeutet mehr als Meditation. Das Ziel der Zenübung
ist das erreichen eines neuen Blickpunktes für die Einsicht in das
Wesen der Welt.
Shankara, der berühmte indische Lehrer aus dem achten Jahrhundert
und Begründer der Advaita-Philosophie (vedantischen
Non-Dualismus, der
"Nicht zwei" Philosophie), bezeichnet das was absolut ist, als "reines Bewusstsein"
oder "Fülle".11)
Die
Zen-Botschaft wirkt im inneren einer Seele und zwar immer nur in einer Seele,
Zen ist somit intim, dass heißt, nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit
möglich. Wer gewohnt ist nach den Regeln des Dualismus logisch zu denken,
muss sich von diesen Regeln frei machen, und mag dann den Standpunkt des
Zen ein wenig näherkommen. Zwei Menschen leben scheinbar in der gleichen
Welt, aber wer kann sagen, ob das Ding, das sie gemeinhin einen Stein nennen,
der vor ihrem Fester liegt, für beide das selbe ist? Er und Sie, sie
beide schlürfen eine Tasse Tee. Die Handlung ist offenbar die gleiche
bei den beiden, aber wer will sagen, welche riesige Kluft subjektiv zwischen
seinem Trinken und ihrem Trinken liegt? In seinem Trinken mag kein Zen
sein, während das ihre übervoll davon ist. Der Grund dafür
ist: Er bewegt sich in einem logischen Zirkel, und sie ist außerhalb
dieses Zirkels. Obgleich in Wirklichkeit in dem sogenannten neuen Blickpunkt
des Zen nichts Neues liegt, so ist der Ausdruck »neu« doch
angebracht für den Weg des Zen zur Anschauung der Welt. Die Erreichung
des neuen Blickpunktes im Zen heißt "Satori" Verbalform »satoru«
(wu im Chin.). Satori kann nicht erläutert werden, es ist ein Erlebnis
welches nicht mit menschlichem Wissen zu erklären ist. Der Mensch
besitzt kein eigenes ursprüngliches Wissen, er hat es sich angeeignet. Satori ist ursprünglich
und persönlich, wollte man es in einem Begriff verwandeln, hört
es auf , Satori zu sein. Daher ist das einzige, was im Zen gelehrt werden
kann, anregen und einen Weg (Tao) zeigen, auf dem eines Menschen - Geist
selber zum Ziel gelangen kann. Ist der Mensch und sein Geist reif für
Satori, so bricht es ohne Anzeichen, meist durch einen nichtigen Anlass,
der in keinem Verhältnis zu dem Erlebnis steht, wie eine gewaltige
Explosion, auf ihn herein. Alles was der Erleuchtende erlebt ist nicht
neu es war immer schon da, nur seine Augen haben diese Wahrheit nicht erkannt.
Doch
was ist Erleuchtung?
Erleuchtung oder das letztendliche Ziel allen spirituellen
Strebens ist die direkt erfahrene Erkenntnis des seinem Wesen nach Absoluten.
Doch was bedeutet dieses Absolute und was hat es mit dem menschlichen Leben
zu tun? Wenn wir unsere grundlegende Einstellung zum Leben durchleuchten, wird
die Frage was "Absolut" ist schon bald sehr viel wichtiger werden als
wir gedacht haben. Dies geschieht nicht zuletzt, weil die Überzeugung über die
Beschaffenheit der Wirklichkeit einen großen Einfluss auf unsere Beziehung zum
Leben haben. So haben diejenigen von uns, die davon überzeugt sind, dass es
letztlich etwas gibt das Absolut ist (Gott,
Erlösung, Erleuchtung....) eine
positive Einstellung zum Sinn des Lebens als diejenigen die davon überzeugt
sind, dass es nichts gibt.
Gautama Buddha hingegen ist für seine Aussage berühmt, dass Absolute ist
"Leere". Wenn nun die Grundlegende Definition des Absoluten von
den Erleuchteten selbst als unterschiedliche Erfahrung erkannt wird, wie
soll dann die Frage beantwortet werden, was Satori mit dem menschlichen
Leben zu tun hat?
Doch könnte nicht Leere und Fülle gleichbedeutend
mit der philosophischen Aussage vom "Nichts und Alles" oder mit den
Widerspruch aus der Quantenphysik, dass Atome gleich "Wellen als auch
Teilchen" sind, verstanden werden?
Also
eine unterschiedliche Bezeichnung für den qualitativ gleichen Zustand einer
subjektiven Wahrnehmung.
Oder
führt
uns die
unterschiedliche Beschreibung des
"Absoluten"
zu dem Schluss,
dass Erleuchtung
die direkte Erkenntnis dessen ist, was in der westlichen Religion
mit Gott, Liebe oder Christusbewusstsein ihren Ausdruck findet
Doch, die
westliche Logik teilt die Welt in Subjekt und Objekt, die westliche Religion in Diesseits
und Jenseits. Wahrheit ist jeweils anders definiert. Die Widersprüche zwischen
Welt und Gott werden z.B. in der katholischen Lehre durch den "Heiligen
Geist", der sich im Papst und im Kardinalskollegium unfehlbar äußert und
in der Kirche als permanente Offenbarung wirkt, überwunden
So
zeigen uns die Aussagen Buddhas und
Shankara, dass es letztlich etwas gibt, dessen Verwirklichung uns befreit, wobei
es Phänomene gibt,
die wir zwar erleben aber nicht erklären können, und tun wir
es doch, so ist ihre Interpretation ein Schwindel erregendes Unterfangen, dass
es andere verstehen würden.
Der
östliche Weg des Zen
ist eine mystische und geheimnisvolle Offenbarung zwischen
Geist und Universum, so ist auch die Sprache der Zen-Buddhisten
nicht mit einer westlichen Logik zu verstehen. Sie findet ihren Ursprung
aus der Weisheit meditativer Erkenntnis. Die Grenzen einer logischen und
rationalen Erklärung werden durch irrationale Elemente der Mystik
überschritten.
Als
der Zen-Meister Daito den Kaiser Godaigo, der Anhänger von Zen war,
sah, sagte er:
Wir gerieten vor vielen Tausend Kalpas auseinander,
doch wir waren nicht einen Augenblick getrennt. Wir sehen uns gegenseitig
den ganzen Tag lang an, aber wir haben uns nie getroffen.7)
Das
Problem der Sprache ist für die östlichen Mystiker genau das
gleiche wie für die moderne Physik. Sie wollen ihr Wissen mitteilen
und tun dies mit Worten. In der subatomaren Welt der Physik sind die Aussagen
genauso paradox und voll von logischen Widersprüchen wie die Aussagen
der östlichen Mystiker über das Tao der Meditation. Das überschreiten
der Logik und deren Begriffe im Zenbuddhismus ist der Hintergrund für
Suche nach der Wirklichkeit.
Die
irrationale Wortwahl und der paradoxe Inhalt eines Koans machen es unmöglich,
sie durch das Denken zu begreifen oder zu lösen. Sie sollen den Denkprozess
anhalten um so den Schüler für die nonverbale Wirklichkeit empfänglich
zu machen.
Eines
der besten Koans ist »Mu«
weil
es der einfachste ist
Alle
diese Koans haben mehr oder weniger einzigartige Lösungen, die ein
Zenmeister sofort erkennt. Ist die Lösung gefunden so hört das
Rätsel auf, paradox zu sein, und wird zu einer bedeutungsvollen Aussage des
Bewusstseinszustandes.
Setzen wir die Lösung eines Koans und das Erlebnis
einer Bewusstseinserweiterung in eine Beziehung, so ist ihr gemeinsamer
Bezug, die Meditation.
Wer
das Nirwana oder den Sinn nach seinem Ursprung sucht muss aber nicht unbedingt
in die Fußstapfen des Dalai Lama oder den Prototyp des Suchenden
Siddhartha Gautama ( geb. 560 v.Chr.) treten. Er muss nur das Vertrauen
haben, dass man zur Einsicht gelangen kann.
Die
Praxis der Meditation oder die Phänomenologie des Suchens ermöglicht
eine Trennung von Sein und Wahrheit. Sie wird nach der chinesischen Auffassung
von einem anderen Geist bestimmt. Lao- tzu, der früheste taoistische
Weise, formuliert diese Auffassung der Realität folgendermaßen:
Was
halb ist, wird ganz werden.
Was
krumm ist, wird gerade werden
Was
leer ist, wird voll werden.
Was
alt ist, wird neu werden.
Wer
wenig hat wird bekommen.
Wer
viel hat, wird benommen.
Chuang-tzu,
der taoistische Philosoph sagt.
Wo
es Leben gibt, da ist Tod und wo es Tod gibt, da ist Leben.
Wo
es die Möglichkeit gibt, da gibt es die Unmöglichkeit, und wo
es die Unmöglichkeit gibt, da ist die Möglichkeit.
Weil
es Recht gibt , gibt es Unrecht.........
Veränderung
und Umwandlung stellen für die Chinesen die einzigen Konstanten dar.
Dinge können gleichzeitig sein und nicht sein. "Yin und Yang" schaffen
einander, implizieren einander und schließlich und endlich ist das
eine das andere.
Der
westliche Philosoph Hegel, kommt im 19 Jahrhundert mit seiner Anschauung,
der chinesischen Philosophie am nächsten. In der "Hegelschen Dialektik",
die Philosophie der Vernunft ist die Beziehung von Yin und Yang begründet.
Hegel ergründete das Wesen der Dinge nicht aus dem Dasein sonder aus
dem Ansichtsein, also nicht aus der Sicht der Wahrnehmung sondern aus der
Wahrhaftigkeit. Dennoch sind die chinesische-taoistische Philosophie
und die Hegelsche Dialektik nicht das selbe. Die chinesischen Yin
und Yang-Philosophie beinhaltet keinen Prozess der Vernunft.
Die
meditative Suche besteht zunächst darin, eine Harmonie zwischen den
Gegensätzen von Yin und Yang zufinden. Sie ist der Koan die aus der
westlichen Denkweise und der östlichen Philosophie eine harmonische
Beziehung ermöglicht.
Der
Kreis, in dem sich das eigentliche Symbol befindet heißt
wu-ki Er
steht für den Umfang des Universums, für den Urgrund des Seins.
Er repräsentiert einen Zustand der exsistiert und doch nicht exsistiert,
weil alle Gegensatzpaare, die in ihm enthalten sind, sich gegenseitig neutralisieren
und somit wirkungslos sind. Es ist ein Zustand höchster Harmonie.
Die Chinesen nennen ihn "Tao". Aus diesem Uranfang entstand das Universum.
Die Harmonie begann sich zu entfalten. Die Gegensätze brachen auseinander
und traten in Erscheinung. Yin und Yang, das erste Gegensatzpaar, wurde
geboren. Sie sind das Symbol für sämtliche Gegensätze, aber
in Wirklichkeit ergänzen sie sich zu einer übergeordneten Ganzheit.
Heute hat die Entwicklung auch den Zen verändert. Es gibt zwar noch immer Zen- Mönchklöster. Aber es haben sich neue Formen der Zenausübungen entwickelt. So wird das praktizieren dieser Meditation, in Japan, als Freizeitübung wie Tennis oder Joggen durchgeführt, wobei es aber mehr bringt, sagen die Zenbuddhisten. Man bekommt durch Zen ein besseres Verständnis für das Leben. Es verhilft zur Seelenruhe, Stressbewältigung und zur neuen Sichtweite für Schönheit und Natur. Diese Übung hat nicht den Anspruch auf "Satori". Sie dient der Lebenserleichterung und nicht der Lebensergründung. Für die westliche Kultur und Philosophie ist sie vielleicht ein erster Schritt auf dem Weg der Erkenntnis.
Am
Ende meiner Ausführungen ist nur gewiss, dass:
Schöpfer
und Schöpfung nicht die Ursache und Wirkung unserer Evolution waren, sondern Raum und
Zeit.
|
Zusammenfassend
stellt sich in meinen Ausführungen, über die Physik, Philosophie
und Meditation, immer noch die Ausgangsfrage "woher wir kommen und wohin wir
gehen". Doch es zeigt sich, dass ein gemeinsamer Konsens zwischen der westlichen
Wissenschaft und der östlichen Mythologie möglich ist.
|
Wenn die asiatische Philosophie mit dem "Nicht-Dualismus"
(keval advaita) der Wirklichkeit am nächsten kommt, dann ist die absolute Wirklichkeit,
das "Brahman" die unteilbare Weltseele. Dies würde bedeuten, dass unser
Glaube: "Jeder hätte eine Seele und der Andere sei etwas anderes als wir",
eine Illusion ist. In Wirklichkeit sind wir Facetten ein und der selben
Seele. Deshalb brauchen wir keine Angst vor dem Sterben zu haben. Nichts kann
wirklich sterben. Das Einzige, was bei unserem Tod stirbt ist die
Illusion.
Vom Sinn des Lebens Welches
ist der Sinn des Lebens, welches der Sinn des Lebens aller Lebewesen überhaupt?
Eine Antwort auf diese Frage wissen, heißt religiös sein. wer sein eigenes
Leben und das seiner Mitmenschen als sinnlos empfindet, der ist nicht nur unglücklich,
sondern auch kaum lebensfähig. Nach dem Sinn und Zweck des eigenen Daseins
sowie des Daseins der Geschöpfe überhaupt zu fragen, ist mir von einem
objektiven Standpunkt aus, stets sinnlos erschienen.
Wilfried
Louis 2001
© Copyright

Albert Einstein

1.)
Auszug
aus dem P.M. Magazin, Ausgabe 6/97 Titel. "Wir suchen das NICHTS... Und
finden ALLES"
2.)
Auszug aus:"Das Tao der Physik" von Fritjof Capra, Scherz Verlag O. W.
3.)
Auszug
aus: Reportage-Magazin "GEO". Ausgabe 1/Januar 1999. Titel "Wer erklärt
uns die Welt".
4.)Auszug:
Mathias Bröckers "Das sogenannte Übernatürliche" ( Eichhorn,
1998 ) Kapitel: Der Kosmos im Kopf.
5)
Vgl. R.M. Bucke Kosmisches Bewusstsein - "Die Evolution des menschlichen Geistes"
(1993) Der begriff wird später von Teihard de Chardin: "Der
Mensch im Kosmos" ( 1959 ) aufgegriffen
6)Auszug
aus: P:M: Magazin, Ausgabe 11/95 Titel: Zen-Buddhismus: Ein bisschen
Erleuchtung kann jeder kriegen
7)Auszug
aus dem Buch: "Das Tao der Physik", Fritjof Capra-Scherz Verlag (O.W. Barth
Buch)
8)
Auszug
aus : "Das Große Buch der chinesischen Medizin" v. ted J. Kaptchak
O.W. Barth Verlag
9)
Auszug
aus: "Die große Befreiung, Einführung in den Zen-Buddhismus
von Daisetz T. Suzuki / W. Barth Verlag 1983
1
11)
Auszug aus der Fachzeitschrift "Was ist Erleuchtung / Ausgabe 03-2000 "Die
Begegnung mit dem Absoluten" Seite 33
Siehe auch: http://www.was-ist-erleuchtung.de
12) Auszug aus dem Buch "Östliches und westliches Denken" von Walter Weiss ISBN 3-85128-045-8 1990 hpt Verl.-Ges. (kurz & bündig)
*
Das Tao: Wird manchmal als Weg übersetzt. Es gibt aber in der westlichen
Welt kein zufriedenstellendes Äquivalent, sogar in der chinesische Sprache entzieht es
sich dem Versuch, seine Bedeutung genau zu definieren. Das Tao als letzte Wirklichkeit kann erfasst
werden, aber dieses Erfassen muss innerhalb des Kontextes von ständigem Fluss sowie
der wechselseitiger
Verbundenheit aller Dinge und ihrer Dynamik geschehen.

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