Alpentour Venedig
                          München - Venedig
           19. - 27. September 1998

                    Ca. 430 Km  +  7700 Höhenmeter

Am 19. September 1998 brach ich zu meiner Venedig-Tour auf. Zunächst ging es mit dem Interregio über Karlsruhe, Stuttgart nach München. Dort traf ich mich mit 14 anderen Bikern (innen) und dem Tourguide. Mit dem Regionalzug fuhren wir dann bis nach Hausham. Die Fahrt ging dann über "Stock und Stein" wie einige Teilnehmer meinten, zum Spitzingsattel. Dabei war es nur ein normaler Bikeweg. Das konnte ja heiter werden, wenn sich die Jungs( Mädchen ) jetzt schon über den Weg beklagen. Am Spitzingsee machten wir dann Übernachtung in einem gemütlichen Gasthof direkt am See.

Am Sonntagmorgen war es dann ganz schön frisch als wir die Bikes sattelten und Richtung Kaiserklamm in Österreich fuhren. Dieses Mal aber ohne Feindberührung (Wanderer u.ä. ). Es sah aber auch stark aus als 16 Biker ( innen) in der engen Kaiserklamm auftauchten. Die vielen Holzbrücken und Stege waren zum Teil nass und rutschig wie Schmierseife. Am Kaiserhaus wurde noch eine Rast eingelegt, bevor wir nach Kramsach zum  nächsten Quartier fuhren. Dort verbrachten wir die zweite Nacht der Tour.

                  In der Kaiserklamm

Nach dem Frühstück führte uns der weitere Weg ins Zillertal. Wir machten Mittagspause in Mayerhofen bei Apfelstrudel und Cappucino. Am anschliessenden Aufstieg zum Berggasthof Breitlahner wurde es uns dann ziemlich warm. Waren es doch 850 Höhenmeter am Stück zu überwinden. Zudem tat die Sonne ihr übriges. Im Gasthof versuchte dann jeder seine nassen Sachen wieder für den anschliessenden Dientag trocken zu bekommen. Der Tag endete beim gemeinsamen Abendessen.

Da  ich den Weg zum Pfitscherjoch - Haus bei einer anderen Tour schon einmal gemacht hatte, wusste ich schon was mich heute  erwartete. Zuerst auf Asphalt bis zum Schlegeisstausee hoch, anschliessend trugen und schoben wir die Bikes zum Jochhaus. Unterwegs trennte sich schon einmal die Spreu vom Weizen. Für manchen war das schon die absolute Härte. Viele kamen dort ziemlich kaputt an. Die Gipfelfotos entschädigten aber dann wieder. Von der Hütte aus  geniessen wir noch die Aussicht auf die Berge und lassen den Tag bei gutem Südtiroler Essen ausklingen.

Da ich schon seit Kramsach  Probleme mit meinem Steuersatz hatte, galt es bei der Abfahrt vom Pfitscherjoch  besonders Vorsicht wallten zu lassen.  Es war dermassen Spiel im Steuerlager, dass der Lenker vor und zurück schaukelte wie auf einem Schiff. Ausserdem war es um 8 Uhr auf über 2251m so kalt, dass man alle warmen Sachen anziehen musste, die man dabei hatte. Im Tal angekommen galt es dann Proviant für das anschliessende Pfundererjoch  in 2570m Höhe zu fassen.  Es lagen dann 1200 Höhenmeter vor uns. Am Anfang noch einigermassen fahrbar, später hiess es wieder schieben, schieben schieben ! Aber auch das ging vorbei. Übernachtung  war dann im Pustertal.

     Auf dem Weg zum Pfitscherjoch-Haus
 
                       Endlich auf dem Joch !               Es war kalt auf dem Pfundererjoch 2570m

 Der Donnerstag brachte uns den Tag, welcher auf die Faneshütte führte. Da dies mein Lieblingsgebiet der ganzen Dolomiten ( Alpen ) ist, freute ich mich wieder besonders darauf. Es ging dann über St.Vigil und die Perderü - Hütte zur Fanes Alpe. Aber die 500 Höhenmeter über losen groben Schotter hinterliessen bei einigen der Gruppe doch einige Spuren der Anstrengung. Aber beim Abendessen waren wieder alle dabei !

               Auf der Abfahrt vom Pfundererjoch

Am Morgen ging`s dann früh los, zum Limojoch ( 2175m ) . Die ca. 100 Höhenmeter mit kalten Muskeln machten dann wieder etwas zu schaffen. Anschliessend lagen dann 10km Abfahrt mit zum Teil wüstem Schotter vor uns. Wir erreichten  gegen Mittag Cortina d`Ampezzo. Nach einer Rast hiess es wieder aufbrechen zum Refugio Talamini auf 1530m. Bis alle oben waren, hatten die ersten schon drei Tassen Cappucino  getrunken . Es war aber auch eine ziemlich moderat lange Steigung auf Asphalt. Die Abfahrt mit fast über 70km Geschwindigkeit entschädigte aber wieder. Die Autofahrer staunten aber auch nicht schlecht !

                             Fanes- Hütte in den Dolomiten
             Kurz vor dem Limojoch ( morgens 8.30 Uhr )          Auf der Abfahrt vom Limojoch

Die Fahrt von Ralongo nach San Fior gestaltete sich dann nicht so abwechslungsreich wie die letzten Tage vorher. Es wurde ja nur Landstrasse gefahren. Und wenn man aus den Bergen heraus ist, geht`s halt nach Venedig flach runter.

Wir landeten dann in San Fior in einem Hotel direkt an der Landstrasse. Es war dann halt ziemlich laut in dieser Samstag Nacht.

Am letzten Tag, einem Sonntag brachen wir nach Venedig auf. Zunächst war es ja trocken aber später fing es doch noch zu regnen an. So ein Mist ! Irgendwie erreichten wir dann unser Ziel " Venedig "

          On the Road  nach Venezia
                       Endlich geschafft !!!                                     In Venedig
         Es war ganz schön was los auf dem Bahnsteig, beim Bike verpacken

In Venedig können wir zum Glück noch einmal duschen und unser Gepäck und Räder bei einem Bekannten von unserem Guide deponieren. Wäre echt blöd gewesen mit den nassen Klamotten in der Stadt herum zu laufen.  Wir schlenderten noch den Mittag durch die belebte Stadt, bevor es zum Abschlussessen ging.

Es wurde noch viel gegessen , getrunken , erzählt, gelacht, eh es dann zum Bahnhof ging um unsere Bikes in Cellophan - Folie zu verpacken.  Anders hätte uns die Bahn aber  die Räder nicht in den Zug genommen. Es war auf dem Bahnsteig jede Menge los, als 16 Leute ihre Bikes verpackten. Besonders die anderen Reisenden staunten nicht schlecht.

Pünktlich verliess der Zug Venedig Richtung Verona. Hier bekamen wir aber eine 3/4 Std. Verspätung, da wir auf einen Zug aus Florenz und einen aus Mailand warten mussten. Während der Fahrt verabschiedete ich mich noch von der Gruppe, die weiter nach München fuhr. Ich stieg dann in Rovereto aus, da ich mit meiner Frau noch Urlaub in unserer Wohnung am Gardasee machte und Sie mich am Bahnhof schon erwartete. Es gab ein grosses Hallo und noch jede Menge zu erzählen in dieser Nacht !

Vielleicht bis ein nächstes Mal in Venezia !!!