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Sprache und Literatur
Die
Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.
Die
Sprache schlägt nicht nur Brücken in die Welt, sondern auch in die
Einsamkeit Man
muss entweder englisch können, um mit der Welt zu korrespondieren,
oder schwäbisch, um mit den wichtigen Menschen zu reden.
Wer in Begriffen und nicht in Bildern denkt, verfährt der Sprache gegenüber mit derselben Grausamkeit wie jener, der nur Gesellschaftskategorien und nicht die Menschen sieht.
Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen. Denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.
Ein Intellektueller ist einer, der mehr Wörter benutzt, als er eigentlich braucht, um mehr zu sagen, als er weiß.
Der
Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren
Worten. Die
Sprache ist die Mutter, nicht die Magd der Gedanken. Alle
Bücher sind entweder Träume oder Schwerter. Mit Worten kann man
schneiden oder betäuben. Alles
dient der Literatur - sogar Diebstahl und Mord. Alles,
was man zu einem guten Krimi braucht, ist ein guter Anfang und ein
Telefonbuch, damit die Namen stimmen. Auch
das schlechteste Buch hat eine gute Seite: die letzte. Beim
Krimiautor ist das Böse in guten Händen. Das
Verhältnis vieler Menschen zur Literatur ist gestört, weil man in
der Kindheit von ihnen verlangt hat, sich die Hände zu waschen, bevor
sie ein Buch anfassen durften. Der
Dichter fischt im Strom, der ihn durchfließt. Der
Verfasser soll in seinem Werke sein wie Gott im Weltall: Überall
gegenwärtig und nirgends sichtbar.
Die
beiden fesselndsten Fähigkeiten eines Autors bestehen darin, neue
Dinge vertraut und vertraute Dinge neu erscheinen zu lassen. Die
Bücher haben die gleichen Feinde wie der Mensch: das Feuer, die Nässe,
die Zeit und ihren eigenen Inhalt. Ich
beherrsche nur die Sprache der Anderen. Die meinige macht mit mir, was
sie will. Man
kann für seine Muttersprache auch dadurch etwas tun, daß man keine
andere spricht. Meine
Sprache ist die Allerweltshure, die ich zur Jungfrau mache. Unsinnige
Wörter dienen dem Möblieren des Schweigens. Der
einen Sprache bedarf man, um sich verständlich zu machen, der
anderen, um sich selbst zu verstehen. Die
Menschen haben, wie es scheint, die Sprache nicht empfangen, um die
Gedanken zu verbergen, sondern um zu verbergen, daß sie keine
Gedanken haben. |