|
|
Denkt
man an Mark Twain, denkt man Tom Sawyer und Geboren
wurde er am 30. November 1835 in Florida (Missouri) unter dem Namen
Samuel Longhorne Clemens. Die
Jugend verbrachte er in Hannibal (Missouri), einer Hafenstadt am Mississippi,
die er später zum Schauplatz der Abenteuer des Tom Sawyers machte.
Weil der Vater 1847 starb musste Twain im Alter von zwölf Jahren die Schule
abbrechen und eine Lehre als Schriftsetzer beginnen. Mit 17 Jahren
ging er nach New York, dann nach Philadelphia, wo er die ersten Reiseskizzen
und einige Glossen schrieb. Von
1857 bis 1860 war er Lotse auf einem der typischen Dampfer
des Mississippi. Die
Erfahrungen aus dieser Zeit beeinflussten ihn stark und gingen in
seine Dichtung ein; auch sein Pseudonym stammt aus der Sprache der
Flussschifffahrt (Mark Twain = zwei Faden). 1862
nahm er auf der Seite der Konföderierten
für kurze Zeit am Sezessionskrieg teil. Nachdem er sein Glück als
Silbersucher in Nevada versucht hatte, wurde
Twain Reporter für die Zeitung „Territorial Enterprise“ in Virginia
City (Nevada). Dort setzte er 1863 zum ersten Mal sein Pseudonym „Mark
Twain“ unter einen seiner Artikel. Danach
verlegte er seinen Wohnsitz nach San Francisco und konnte 1865 mit
„Der berühmte Springfrosch von Calaveras County“ seinen ersten literarischen
Erfolg verbuchen. In
der Folge unternahm Twain ausgedehnte Reisen: auf
Hawaii, nach Europa und Palästina. Später thematisierte er den Gegensatz, den er dabei zwischen der
Alten und der Neuen Welt erkannt zu haben glaubte, in seinen Werken,
so in Die Arglosen im Ausland (1869), in dem er sich ironisch mit
den Bildungsreisen der Amerikaner nach Europa auseinandersetzte. 1870
heiratete Twain und übersiedelte nach Hartford (Connecticut). Dort
entstanden in den siebziger und achtziger Jahren auch „Tom Sawyers
Abenteuer“, das zu Unrecht anfänglich als Jugendbuch aufgefasst wurde
(ein bis heute wirksames Missverständnis). Daneben entstanden auch
der Roman „Bummel durch Europa“ (1880), die Satire „Ein Yankee an
König Artus’ Hof“ (1889), seine bis heute noch viel gelesene Autobiographie
„Leben auf dem Mississippi“ (1883) und sein Meisterwerk „Die Abenteuer
von Huckleberry Finn“ (1884), die nach dem Vorbild des Schelmenromans
die Gesellschaft seiner Zeit analysiert, kommentiert und kritisiert.
Als
Satiriker und Humorist ist er eine der markantesten Gestalten der
Weltliteratur geworden. Am
21.4.1910 starb Mark Twain in Redding (Connecticut).
|